Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und heute geht es um das Remake des ersten Teils
einer ganz besonderen Spielereihe. Dabei habe ich weder mit diesem ersten Teil,
noch seinem Remake den Weg zur Serie gefunden, sondern mit einem eigenständigen
Spin-Off, welches meiner Meinung nach von der Story und dem Humor fast noch
besser ist. Doch alles der Reihe nach, also beginnen wir beim Titel!
Das Spiel erschien 2003 für die PlayStation 2 und trug den prägnanten
Titel „Disgaea: Hour of Darkness“. 2006 gab es bereits ein Remake für
die PSP – neu benannt als „Disgaea: Afternoon of Darkness“ – und 2009 schlussendlich
auch eines für den DS – wofür den einfallsreichen eigenen Titel „Disgaea DS“
vergab. Klingt komisch, ist aber so…
Die Entwickler Nippon Ichi
Software stechen für mich ohnehin schon seit geraumer Zeit für ihre markanten
Spiele heraus. So sind sie für die „Disgaea“-Reihe verantwortlich und dank NIS
America sind auch einige ausgezeichnete Spiele im ähnlichen Stile zu uns
herübergeschwappt wie etwa „Mugen Souls“ (im Blog bereits besprochen), Teile
der „Atelier“-Reihe oder auch „Danganronpa: Trigger Happy Havoc“ (ebenfalls im
Blog gesprochen) und dessen Nachfolger „Danganronpa 2: Goodbye Despair“.
Da ist es wohl kaum
verwunderlich, dass ich Spiele wo NIS oder NIS America drauf stehen gerne auch
einfach mal blind kaufe und mich nicht vorher informiere. Bisher habe ich auch
keinen Titel dabei gehabt, wo ich es hinterher bereute.
Doch das besagte erste Spiel mit
dem ich in die „Disgaea“-Spielereihe eingestiegen bin und auch NIS das erste
Mal bewusst wahrnahm war: „Makai Kingdom: Chronicles of the Sacred Tome“.
Ein grandios witziger und sich
selbst nicht ernst nehmender Titel, der bei Gelegenheit hier auch einmal
ausgebreitet wird. Doch heute bleiben wir nun bei „Disgaea DS“.
Die Story ist zwar zu großen
Teilen überzogen und völlig absurd, dennoch gut aufgebaut und schön erzählt. Es
beginnt damit, dass Laharl – der Hauptprotagonist des Spiels – und Prinz des
Dämonenreichs Netherworld aus einem tiefen Schlaf erwacht, der stolze zwei
Jahre gedauert hat. In dieser Zeit ist viel geschehen und so muss der junge
Prinz als allererstes vom Tod seines Vaters erfahren. Ein herber Schlag mag man
meinen, doch Laharl sieht darin nur seine Chance zum Herrscher – im Spiel als „Overlord“
bezeichnet – Netherworlds aufzusteigen. Das zeichnet sich jedoch als leichter
gesagt, als getan heraus. Denn immerhin sind auch andere auf diesen Titel
scharf und Laharl als größenwahnsinniges, sich selbst überschätzendes und
scheinbar noch halb in der geistigen Entwicklung steckendes Kind für die
Position denkbar ungeeignet.
Ihm zur Seite steht Etna, die
immer wieder als hinterlistig und verräterisch gezeigt wird und daher wohl eher
schlecht als Recht als Beraterin tätig sein dürfte. Die Darstellung Etnas ist
im Übrigen darauf zurück zu führen, dass sie tatsächlich scheinbar ihre ganz
eigenen Pläne verfolgt, dabei Laharl zur Verwirklichung braucht und ihn
dahingehend zu manipulieren versucht. Aber im gleichenmaße scheint sie auch durchaus
treu und loyal zu sein, letztendlich stets auf ihre Art und Weise nur.
Somit ist sie eine Person aus
der man einfach nicht schlau wird, die dafür aber immerhin reichlich zum Humor
des Spiels beisteuert. Allein schon ihr Umgang mit den Prinnies…
Parallel zu Laharls Bemühungen
die Netherworld zu erobern, steht die Handlung um den weiblichen Engel Flonne,
deren gutmütige, naive und kindliche Art noch häufig genug von den
verschiedensten Parteien ausgenutzt wird und die zu ergründen versucht, ob
Dämonen tatsächlich absolut böse sind. Dafür reist sie in die Netherworld, wo
sie natürlich auf Laharl treffen muss. Nun gut, eigentlich reist sie in die
Netherworld um den bereits verstorbenen Vater von Laharl zu… ähm… töten?!
Am Ende führen die im Spiel
getroffenen Entscheidungen zu einem von vier möglichen Enden, so dass sich
allein schon aus Neugier heraus wohl ein Wiederspielwert findet. Vor allem da
die Enden aufgrund des gemeinsamen Plottwists zum Schluss alle extrem gut
gelungen und in sich logisch sind.
Zudem wird jeder Spieldurchgang
wieder ein wenig schwerer und herausforderner, was ebenfalls als Ansporn
gewertet werden kann. Kein Wunder, liegt doch das erreichbare maximal Level der
Figuren bei 9.999 und so etwas muss dann ja auch ausgenutzt werden, nech?
Was sagt ihr? Das sei ein wenig
übertrieben vielleicht…?
Nun andererseits ist ja wie bereits
erwähnt das gesamte Spiel recht übertrieben, sarkastisch boshaft und auch sich
selbst (und teilweise auch das Genre) nicht ernst nehmend. Genau das macht aber
wohl auch den Charme des Spiels und sogar der gesamten Reihe aus.
Das und vermutlich auch die
namentlich schon angesprochenen Spielmaskottchen: Die Prinnies!
Pinguinartige Wesen, die die
Seelen der Verstorbenen darstellen sollen, aber kein großes Sprachvermögen
besitzen. Ein wenig wie Groot aus Guardians of the Galaxy. Nur als Massenware!
Da sie aber auch einen hohen
Beliebtheitsgrad entwickelt haben, in jedem Teil und Spin-Off auftauchten, war
es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie sogar ihre eigenen Spin-Off-Teile
erhalten mussten. Ebenfalls etwas was aber zu gegebener Zeit selbstständig hier
thematisiert wird.
Das Spiel selbst ist ein Strategie-Rollenspiel
vergleichbar mit Titel wie „Final Fantasy Tactics Advance“. Sprich in einer
isometrischen Kartenansicht postieren wir unsere Einheiten und versuchen den Feind
zu eleminieren. Dabei rüsten wir uns mit Waffen und anderem Equipment aus, um
unseren Kämpfern bessere Chance im Kampf zu bescheren.
Das wirklich Besondere an der
Reihe und quasi der wahre Kniff den es zu beherrschen gilt, ist das Jobsystem.
Denn das Spiel bietet nicht nur eine große Anzahl an diversen Jobklassen,
sondern dem Spieler die Möglichkeit Charaktere zu erschaffen – diese werden zu
Schülern bereits bestehender Charaktere und erhalten dadurch Stat-Bonis von
ihren „Meistern“ –, die dann die eigene Kampfkraft (sprich Anzahl an
auswählbaren Figuren) erhöhen. Zwar darf nur eine gewisse Anzahl in die Kämpfe
mitgenommen werden, dennoch bietet eine gute Auswahl aus verschiedenen
Charakteren stets die Möglichkeit auf den Kampf angepasst reagieren zu können.
Dazu kommt, dass Charaktere
quasi wiedergeboren werden können und in Folge dessen zwar wieder auf Level 1
zurückfallen, aber ihren Job wechseln können. Auf diese Weise können immer
höhere Stufen des eigenen Jobbaums (ein Beispiel an der Klasse „Male Healer“: Male
Cleric -> Male Priest -> Male Bishop -> Male Sage -> Male Prophet
-> Male Saviour, hier sei anzumerken, dass jeder höhere „Zweig“ eines
Entwicklungsbaum bessere Statsbonis bei Wahl gibt) erreicht werden oder man
wechselt einfach in eine andere Klasse ohne die Fähigkeiten der alten zu
verlieren. So sind Kämpfer mit Zauberfähigkeiten möglich oder Magier mit
Kampffähigkeiten?!
Doch das alles kostet Mana.
Nein, damit ist nicht der Wert gemeint, denn man braucht zum Zaubern, sondern
ein Wert den man für das Besiegen von Gegner erhält. Quasi eine Zweitwährung
mit dem die Schülerentstehung, die Wiedergeburt oder für das Dark Assembly. Da
es wirklich lange her ist, dass ist das Spiel gespielt habe – und ich zwar zur
Auffrischung vorher nochmal einen Blick reingeworfen habe, dabei aber nicht
alle Spielaspekte durchgehen konnte –, bin ich mir nicht mehr ganz sicher was
das wiederum war. Ich meine mich daran zu erinnern, dass es eine Art
Versammlung war, wo man versuchen konnte Dinge zu erbitten, doch mussten die
Mitglieder der Versammlung dem zustimmen. Wenn es einem verwehrt wurde, hatte
man aber noch die Chance mit Gewalt sein Anliegen durchzubringen.
Tja, ob man sich hier ein
Beispiels an Politikern einiger Ostblockstaaten genommen hat, die auch bei den
kleinsten Unstimmigkeiten sich im Parlament verprügeln um per Gewalt ihre
Meinung durchzubringen?!
Neben dem Verbessern der
Charaktere, ist es auch möglich die eigenen Items und auch Ausrüstungen zu
verbessern. Dafür geht es in die Welt des jeweiligen Gegenstand, welche dann in
Form eines Dungeons aufgebaut ist und je weiter man kommt, umso stärker wird
das Objekt verbessert.
Die Items selbst bekommt man auf
mehrere Weise. So können sie natürlich gekauft oder geklaut werden oder man
erhält sie als Bonus in Kämpfen. Denn während eines jeden Kampfes kann man einen
Bonus in 10 Stufen erhalten. Diesen Bonuswert kann man zum Beispiel durch die
Zerstörung der Geo Panels erhöhen. Die Geo Panels selbst sind jedoch durchaus
auch nützliche Dinge, deren Zerstörung einem nicht immer leicht fällt. So sind
auf der Kampfebene verschiedene Felder verschiedenartig gefärbt. Für jede Farbe
befindet sich irgendwo auf dem Feld ein Geo Symbol, welches allen Feldern mit
gleicher Farbe einen speziellen Effekt gibt. So kann man sich beispielsweise
nicht mehr bewegen, wird jede Runde geheilt oder bekommt einen Boost auf seine
Angriffskraft. Zerstört man nun diese Geo Symbole werden alle gleichfarbigen
Felder wieder normal. Diese Zerstörung kann sogar in Kettenreaktionen
ausgeweitet werden, die auch Schaden anrichten können.
Was im Übrigen auch sehr viel
Spaß machen kann… hrhrhr…
Oh, um die Entstehung einer
Kettenreaktion zu begünstigen, kann man sich die Geo Symbols dafür auch gezielt
anordnen. Das ist dadurch möglich, das menschliche Charaktere die Fähigkeit „Werfen“
besitzen. Sie können somit Kameraden, Gegner und / oder Geo Symbols aufheben
und durch die Gegend schleudern. Das ist durchaus auch in taktischer Hinsicht
praktisch, um etwa schneller einen Gegner zu erreichen oder Abschnitte der
Karte zu erreichen, die man nur durch den eigenen Sprungwert nicht erreicht.
Alles in Allem zeigt sich schon
dieser erste Teil der Reihe äußerst umfangreich, was eigenständige interessante
Gameplaymechanismen angeht. Und so komplex das Spiel wirken mag, so schnell
findet man den Einstieg in die ganzen Dinge die einen zu erschlagen scheinen.
Da es sich um ein Remake
handelt, sind natürlich nicht alle Dinge gleich gemessen an der ursprünglichen
Vorlage. Normalerweise erwartet man von einem Remake auch eher eine
Verbesserung – siehe die Remake der alten SNES „Final Fantasy“-Titel. Doch
nicht bei „Disgaea DS“.
Während sich das PSP-Remake
graphisch und inhaltlich recht nah am Original halten konnte, musste man für
die DS-Version aufgrund des begrenzten Speichers des Kartenmediums einige
Abstiche machen. So gibt es keine (abgesehen von kleinen Ausnahmen)
Sprachausgabe zu den Texten der Charaktere, anders als auf der PS2 und dem PSP.
Auch die Hintergrundmusik wurde qualitativ etwas runtergestuft und der Gesang
wurde entfernt, so dass rein melodische Stücke übrig blieben.
Zudem wurden einige Skills in
ihrer visuellen Darstellung verändert, da auf dem DS nicht die gesamte Karte
angezeigt werden konnte, um den Ablauf der Angriffe wie in den Vorgängern
korrekt darzustellen. Dabei muss man bedenken, dass schon das Originalspiel auf
der Konsole deren Möglichkeiten der Grafik bei weitem noch nicht ausschöpfte!
Dafür enthät „Disgaea DS“, wie
schon „Disgaea: Afternoon of Darkness“ ein besonderes Extras, den „Etna Mode“.
Hier wird eine alternative Story erzählt, welche – wie der Name eben schon
verrät – die weibliche Protagonisten Etna in den Fokus der Handlung stellt.
Welche übrigens absolut genial ist.
So erschießt sie versehentlich
Laharl, als dieser aus seinem Schlaf erwacht, was dazu führt dass ihr
ursprünglicher Plan im Klo runtergespült werden kann. Schnell muss ein Ersatz
her, weshalb sie einem Prinny zwei Antennen ansteckt, um Laharls ganz eigene
Frisur zu immitieren. Nur doof, dass lediglich die dümmlichen 08/15 Dämonen
darauf reinfallen und eben nicht die, auf die es ankommt!
Oh und auch hier wartet das Ende
mit einem wirklich charmanten und witzigen Plottwist auf.
Die letzte, zu erwähnende,
Änderung der Remakes sind die freischaltbaren Charaktere. Vier Stück lassen
sich dabei finden, wovon drei jedoch aus anderen Teilen stammen. Darunter einer
sogar auch meinem Ersteinstieg „Makai Kingdom: Chronicles of the
Sacred Tome“.
Auch wenn grafisch und
musikalisch hinter den Vorlagen liegend, finde ich „Disgaea DS“ grandios und
perfekt für den Handheld, da solche Spiele sich einfach für lange Reisen
anbieten und einen tollen Unterhaltungswert haben. Dass ich knapp 200
Spielstunden hier vorweisen kann, spricht wohl ebenfalls für meine Begeisterung
für diesen Titel. Ich kann das Spiel nu jedem empfehlen, der noch nicht den
Einstieg in die „Disgaea“-Reihe gefunden hat. Denn für mich ist es das beste
Spiel, welches es auf dem Nintendo DS gibt.
Besser als „Pokémon HeartGold“ /
„Pokémon SoulSilver“ und „The World ends with you“, um zwei weitere ausgezeichnete
Spiele dieser Handheldgeneration als Vergleich heranzuziehen!
Soa, das war mal wieder ein längerer Text, der auch sein Ende finden
musste.
Hoffentlich habt ihr ‘nen schönen Tag (der noch nicht sein Ende findet)
und cheerio!
Euer King Sirus