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Sonntag, 16. November 2014

Eastwood ist ein Amateur gegen Cooper!

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und ausgestattet mit der rosaroten Nostalgie-Brille, packe ich heute „Desperados: Wanted Dead or Alive“ aus meiner zugestaubten Uraltspielekiste aus. Ich glaube es war eines meiner ersten Spiele, die ich an dem PC spielte, beziehungsweise sogar besaß. Dummerweise habe ich es mir auch noch versehentlich selbst zerschrottet in einer Art und Weise über die man wirklich nur noch lachen kann. Doch dies wäre eine Story für ein anderes Mal… oder für ein Let’s Play.

Ich erinnere mich noch daran, dass ich es nur hatte haben wollen, da es mich an die „Commandos“-Spielreihe erinnerte, nur eben im Wilden Westen, anstatt dem zweiten Weltkrieg angesiedelt. Ein Echtzeitstrategiespiel, bei dem man Ziele erfüllen musste verschiedenster Art in 25 Leveln, die immer ausgefeilter, schwieriger und interessanter wurden. Das Besondere an diesen „Ziele erreichen“ war jedoch, dass man dabei von den Gegnern nicht entdeckt werden durfte.

Da damals Ein-Mann-Armeen, wie heutzutage in „Metal Gear Solid“ oder vergleichbaren Stealth-Spielen, noch nicht so üblich waren, geht man bei „Desperados: Wanted Dead or Alive“ tatsächlich mit einer Miniarmee an die Sache heran. Sechs Charaktere mit individuellen Stärken, Rollen und Aufgaben bringen den Spieler im geschickten Zusammenspiel an das jeweilige Missionsziel heran.

So kann „Doc“ McCoy etwa Schlafgasphiolen mit Hilfe von Ballons über den Feinden fliegen lassen und dann mit seinem Scharfschützengewehr abschießen oder die heiße Miss O’Hara die männlichen Feinde mit ihren weiblichen Reizen ablenken.

Die Ziele der einzelnen Level sind auch nicht immer dieselben. Das kann das eine Mal eine Befreiungsaktion sein, beim nächsten Mal müssen wir dagegen Jemanden selbst gefangen nehmen oder vielleicht sogar Pferde stehlen ohne entdeckt zu werden. Was mich aber wirklich begeisterte, war dass die Missionen so aufgebaut wurden, dass mit und durch sie sogar eine wirklich interessante Story erzählt wurde, welche mit tollen Videosequenzen gewürzt wurde. Na gut, ich gebe zu aus heutiger Sicht sehen diese eher lächerlich aus, doch damals war ich einfach nur baff beim Anblick dieser.

Das einzige Level, welches dabei jedoch heraussticht, da es absolut unpassend, unlogisch und der Versuch war einen Endboss-Kampf in dieses wunderbar schöne Spiel zu pressen, war natürlich das Letzte. Nummer 25.

Hier trifft man alleine mit John Cooper – dem Haupthelden des Spiels – auf den Oberschurken El Diablo, in einem hochtechnisierten Raum voller Flammenwerfer, Kreissägen und anderem tödlichen Schnickschnack, bei dem man versuchen muss seinen Gegner zu töten. Ein Level so dumm, stupide und in keinerlei Bezug mehr zur Strategiestärke des restlichen Spiels, dass ich es aus gutem Grund niemals geschafft habe, schaffen wollte und schaffen werde!

Die größte Schwäche des Spiels ist wohl letztendlich, dass es zu stark an Titel wie etwa die zuvor erwähnte „Commandos“-Reihe erinnert und somit der Vergleich zu diesen eben gezogen wird. Zwar macht „Desperados: Wanted Dead or Alive“ alles richtig und eine Menge Spaß, bietet aber bezogen auf die Konkurrenz eben zu wenig eigene Ideen, so dass auch ich es eben stets als „Abklatsch“ oder „Klon“ ansah.

Ein weiterer großer Nachteil ist sein Alter. Aber nicht etwa weil es schlecht gealtert wäre, sondern weil es einfach auf modernen Rechnern nicht problemlos läuft. Selbst die Steam-Version wurde scheinbar nicht großartig überarbeitet, so dass man auf Windows 8 es gar nicht versuchen braucht und bei Windows 7 wohl auch die Chancen sehr gut stehen, dass man es nicht zum Laufen kriegt. Ein trauriger Umstand, der das Spiel heutzutage unnötigerweise von den Rechnern verbannt.

Ich reite jetzt auch in den Sonnenuntergang, weshalb ich ‘nen schönen Tag wünsche und cheerio sage!
Euer King Sirus


NACHTRAG:
Oder eben nicht cheerio sage…
Leider habe ich falsche Eingaben beim Vorbereiten des Beitrags gemacht – passiert wenn man parallel Einstellungen für neue YouTube Folgen vornimmt –, so dass der Text nicht online ging. Da ich eben erst heim kam und es sah, habe ich nun manuell es freigegeben. Tut mir Leid für die Verspätung. Zum Glück kommt so etwas ja nur alle paar Texte vor… *Hust*

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