Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und nachdem letzte Woche „Secret of Evermore“ im
knappen Fokus stand, werfen wir heute einen Blick auf ein anderes Geheimnis. „Secret
of Mana“ – ebenfalls von SquareSoft – erschien gut ein Jahr vorher, doch blieb
es bei mir stärker in Erinnerung als die Evermore-Welt.
Die Handlung beginnt mit uns im Körper eines namenlosen Helden, der
gemeinsam mit zwei Freunden einen Schatz in einem Wasserfall suchen will,
obwohl dies jedoch verboten ist. Da muss es wohl göttliche Strafe (oder doch
Fügung?) gewesen sein, dass gerade der Held ausrutscht und in die Tiefe stürzt.
Zum Glück wartet am Fuße eines Wasserfalls stets Wasser auf einen, so dass wir
nicht gleich mit dem Game Over Screen Bekanntschaft machen. Auf der Suche nach
einem Weg nach Hause, entdecken wir stattdessen den zuvor noch gesuchten
Schatz. Ein Schwert.
Leider sind wir nicht Artus und werden nicht direkt zum König von
England, nur weil wir ein ominöses Schwert aus dem Stein ziehen. Stattdessen
werden wir beschuldigt ein Siegel mit dem Herausziehen des Schwertes gebrochen
zu haben und damit Unheil in Form von Monstern über die Welt gebracht zu haben.
Selbst einer unserer Freunde – mit denen wir zuvor nach dem Schatz
gesucht hatten – ist uns deswegen übel gesinnt. Versucht uns zu verprügeln, als
wir gemeinsam in ein Loch fallen, welches sich nach einer Erderschütterung
auftat. Da bekanntermaßen ein Unglück selten allein kommt, finden wir uns in
der Hölle eines mächtigen Monstrums wieder, welches wir dank unserer neuen
Waffe jedoch bekämpfen können.
Trotz unserer Heldentat sind wir im Dorf nun verhasst und werden
verbannt. Schweren Herzens gehen wir dem Wunsch einstiger Freunde und Bekannten
nach, jedoch mit einem neuen Ziel. Ein fremder Ritter, der dies alles mitbekam,
erklärt uns, dass wir zum Wassertempel müssen um die dortige Hüterin
anzutreffen. Sie wüsste was zu tun sei.
Dies weiß sie in der Tat. Das
gebrochene Siegel muss erneuert werden und dafür müssen die acht Manasamen des
mächtigen Manabaums, die in acht Tempeln verstreut sich befinden, mit unserem
gefunden Schwert vereinigt werden. Dieses stellt sich nämlich als das legendäre
Mana-Schwert heraus, welches in den Händen eines Helden längst vergangener Zeiten
bereits einmal das Böse bezwang.
Wie praktisch also, dass wir uns
gerade im Wassertempel befinden und direkt den ersten Samen einsacken können!
Im Laufe des Spiels wird das
Team von einem Mädchen und einer Koboldin verstärkt, die beide auch Magie
beherrschen dank den Mana-Geistern die es zu den Samen gleich kostenlos dazu
gibt. Einer von ihnen ist im Übrigen besonders und zwar Nocturn. Denn während
die Koboldin auf seine Kräfte zurückgreifen kann, ist es dem Mädchen nicht
möglich. Könnte vielleicht daran liegen, dass sie mit Heilungs- und
Statuszaubern aufwartet und dies schwer bei einem Mana-Geist ist, der mit so
Dingen wie Höllenaura oder Hadesgranaten aufwartet.
Was das Gameplay betrifft so
können wir zwischen den Charakteren wechseln und müssen nicht zwangsläufig
immer im Körper unseres Protagonisten stecken. Zum Glück muss man aber auch
nicht innerhalb der Gruppe switchen, um den beiden Gefährten klar zu machen
welche Zauber sie doch bitte wirken sollen. Darüber hinaus läd sich eine
Prozentleiste auf, die jedoch nicht angibt wann wir zuhauen dürfen – dass dürfen
wir jederzeit –, sondern wie fest wir dabei zuhauen!
Daneben finden sich in dem Spiel
trotz seiner Echtzeitkämpfe auch klassische Rollenspielelemente. So steigen die
Zauber, wie auch die Waffen im Level auf und können mit sogenannten Orbs bei
einem Schmied verbessert werden, bis sie das Maximallevel von 8 erreichen.
Storytechnisch bot das Spiel
ebenfalls ein hohes Niveau. Mit amüsanten Momenten aufgelockert oder mit
traurigen Passagen einen an den Rand des Tränenvergiessens getrieben, wusste
das Spiel den Spieler wie Wachs in den Händen zu formen. Hinzu kommt der
wirklich grandiose Soundtrack, der einprägsam und zeitlos ist. Einige Lieder
höre ich noch heute gerne und bei manchen muss ich schmunzeln wie verrückt sie
klingen und dennoch in der entsprechenden Stelle in das Spiel passten.
Ironischerweise habe ich erst
viele Jahre später erfahren, dass die Situation wie die Spielübersetzung
entstand nicht die Optimalste war und viele Fans mit dieser sogar unzufrieden
waren. Ich kleiner Steppke von damals war jedoch zufrieden gewesen. Ich frage
mich ohnehin vor über zwanzig Jahren schon über die Schwierigkeiten der
Übersetzung wusste, um sie anzuprangern? Jedenfalls nicht das junge Publikum,
deren Generation mit „Secret of Mana“, „Lufia 2 – Rise of the Sinistrals“ und „Chrono
Trigger“ aufwuchsen!
Deutlich ärgerlicher als die
Übersetzung ist viel mehr die Richtung, in welche sich die „Mana“-Reihe
entwickelt hat. So habe ich zuletzt „Sword of Mana“ auf dem GBA und „Children
of Mana“ auf dem Nintendo DS gespielt und war entsetzt, wie schlecht diese
Spiele im Vergleich zu ihrem Urahnen waren! Die Handlungen beider Teile waren
langweilig und fesselten mich nicht, so dass ich nach kurzer Zeit bereits
wieder die Lust verlor. So verwundert es mich auch nicht, dass mit „Heroes of
Mana“ vor gut sieben Jahren der letzte Teil der Reihe erschienen war und es
seit dem totenstill drum geworden ist…
Totenstill? Nun nicht ganz!
So haben sich einige Entwickler
unter dem Studionamen Team Monkey formiert und mit „Return to Mana“ einen
inoffiziellen Nachfolger zu „Secret of Mana“ kreieren wollen. Aus Angst vor
rechtlichen Schwierigkeiten mit SquareEnix ging man dazu über das Spiel „Saga
of Pandoria“ zu nennen, doch aufgrund der starken Bezüge zu „Secret of Mana“
war die indirekte Nachfolgerschaft immernoch deutlich zu erkennen.
Inzwischen nennt sich das Spiel „Divinia
Chronicles: Relics of Gan-Ti“ und befindet sich im Steam Greenlight. Ich bin
gespannt was daraus wird, da es schön wäre – egal unter welchem Namen – mal wieder
einen guten „Mana“-Titel spielen zu dürfen.
Ihr habt hoffentlich einen guten Tag nach und cheerio!
Euer King Sirus
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