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Sonntag, 2. November 2014

Acht Samen des Manabaums müssen gefunden werden

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und nachdem letzte Woche „Secret of Evermore“ im knappen Fokus stand, werfen wir heute einen Blick auf ein anderes Geheimnis. „Secret of Mana“ – ebenfalls von SquareSoft – erschien gut ein Jahr vorher, doch blieb es bei mir stärker in Erinnerung als die Evermore-Welt.

Die Handlung beginnt mit uns im Körper eines namenlosen Helden, der gemeinsam mit zwei Freunden einen Schatz in einem Wasserfall suchen will, obwohl dies jedoch verboten ist. Da muss es wohl göttliche Strafe (oder doch Fügung?) gewesen sein, dass gerade der Held ausrutscht und in die Tiefe stürzt. Zum Glück wartet am Fuße eines Wasserfalls stets Wasser auf einen, so dass wir nicht gleich mit dem Game Over Screen Bekanntschaft machen. Auf der Suche nach einem Weg nach Hause, entdecken wir stattdessen den zuvor noch gesuchten Schatz. Ein Schwert.

Leider sind wir nicht Artus und werden nicht direkt zum König von England, nur weil wir ein ominöses Schwert aus dem Stein ziehen. Stattdessen werden wir beschuldigt ein Siegel mit dem Herausziehen des Schwertes gebrochen zu haben und damit Unheil in Form von Monstern über die Welt gebracht zu haben.

Selbst einer unserer Freunde – mit denen wir zuvor nach dem Schatz gesucht hatten – ist uns deswegen übel gesinnt. Versucht uns zu verprügeln, als wir gemeinsam in ein Loch fallen, welches sich nach einer Erderschütterung auftat. Da bekanntermaßen ein Unglück selten allein kommt, finden wir uns in der Hölle eines mächtigen Monstrums wieder, welches wir dank unserer neuen Waffe jedoch bekämpfen können.

Trotz unserer Heldentat sind wir im Dorf nun verhasst und werden verbannt. Schweren Herzens gehen wir dem Wunsch einstiger Freunde und Bekannten nach, jedoch mit einem neuen Ziel. Ein fremder Ritter, der dies alles mitbekam, erklärt uns, dass wir zum Wassertempel müssen um die dortige Hüterin anzutreffen. Sie wüsste was zu tun sei.

Dies weiß sie in der Tat. Das gebrochene Siegel muss erneuert werden und dafür müssen die acht Manasamen des mächtigen Manabaums, die in acht Tempeln verstreut sich befinden, mit unserem gefunden Schwert vereinigt werden. Dieses stellt sich nämlich als das legendäre Mana-Schwert heraus, welches in den Händen eines Helden längst vergangener Zeiten bereits einmal das Böse bezwang.

Wie praktisch also, dass wir uns gerade im Wassertempel befinden und direkt den ersten Samen einsacken können!

Im Laufe des Spiels wird das Team von einem Mädchen und einer Koboldin verstärkt, die beide auch Magie beherrschen dank den Mana-Geistern die es zu den Samen gleich kostenlos dazu gibt. Einer von ihnen ist im Übrigen besonders und zwar Nocturn. Denn während die Koboldin auf seine Kräfte zurückgreifen kann, ist es dem Mädchen nicht möglich. Könnte vielleicht daran liegen, dass sie mit Heilungs- und Statuszaubern aufwartet und dies schwer bei einem Mana-Geist ist, der mit so Dingen wie Höllenaura oder Hadesgranaten aufwartet.

Was das Gameplay betrifft so können wir zwischen den Charakteren wechseln und müssen nicht zwangsläufig immer im Körper unseres Protagonisten stecken. Zum Glück muss man aber auch nicht innerhalb der Gruppe switchen, um den beiden Gefährten klar zu machen welche Zauber sie doch bitte wirken sollen. Darüber hinaus läd sich eine Prozentleiste auf, die jedoch nicht angibt wann wir zuhauen dürfen – dass dürfen wir jederzeit –, sondern wie fest wir dabei zuhauen!

Daneben finden sich in dem Spiel trotz seiner Echtzeitkämpfe auch klassische Rollenspielelemente. So steigen die Zauber, wie auch die Waffen im Level auf und können mit sogenannten Orbs bei einem Schmied verbessert werden, bis sie das Maximallevel von 8 erreichen.

Storytechnisch bot das Spiel ebenfalls ein hohes Niveau. Mit amüsanten Momenten aufgelockert oder mit traurigen Passagen einen an den Rand des Tränenvergiessens getrieben, wusste das Spiel den Spieler wie Wachs in den Händen zu formen. Hinzu kommt der wirklich grandiose Soundtrack, der einprägsam und zeitlos ist. Einige Lieder höre ich noch heute gerne und bei manchen muss ich schmunzeln wie verrückt sie klingen und dennoch in der entsprechenden Stelle in das Spiel passten.

Ironischerweise habe ich erst viele Jahre später erfahren, dass die Situation wie die Spielübersetzung entstand nicht die Optimalste war und viele Fans mit dieser sogar unzufrieden waren. Ich kleiner Steppke von damals war jedoch zufrieden gewesen. Ich frage mich ohnehin vor über zwanzig Jahren schon über die Schwierigkeiten der Übersetzung wusste, um sie anzuprangern? Jedenfalls nicht das junge Publikum, deren Generation mit „Secret of Mana“, „Lufia 2 – Rise of the Sinistrals“ und „Chrono Trigger“ aufwuchsen!

Deutlich ärgerlicher als die Übersetzung ist viel mehr die Richtung, in welche sich die „Mana“-Reihe entwickelt hat. So habe ich zuletzt „Sword of Mana“ auf dem GBA und „Children of Mana“ auf dem Nintendo DS gespielt und war entsetzt, wie schlecht diese Spiele im Vergleich zu ihrem Urahnen waren! Die Handlungen beider Teile waren langweilig und fesselten mich nicht, so dass ich nach kurzer Zeit bereits wieder die Lust verlor. So verwundert es mich auch nicht, dass mit „Heroes of Mana“ vor gut sieben Jahren der letzte Teil der Reihe erschienen war und es seit dem totenstill drum geworden ist…

Totenstill? Nun nicht ganz!
So haben sich einige Entwickler unter dem Studionamen Team Monkey formiert und mit „Return to Mana“ einen inoffiziellen Nachfolger zu „Secret of Mana“ kreieren wollen. Aus Angst vor rechtlichen Schwierigkeiten mit SquareEnix ging man dazu über das Spiel „Saga of Pandoria“ zu nennen, doch aufgrund der starken Bezüge zu „Secret of Mana“ war die indirekte Nachfolgerschaft immernoch deutlich zu erkennen.
Inzwischen nennt sich das Spiel „Divinia Chronicles: Relics of Gan-Ti“ und befindet sich im Steam Greenlight. Ich bin gespannt was daraus wird, da es schön wäre – egal unter welchem Namen – mal wieder einen guten „Mana“-Titel spielen zu dürfen.

Ihr habt hoffentlich einen guten Tag nach und cheerio!
Euer King Sirus

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