Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und
nachdem ihr nach der „Ace Attorney“-Berichtreihe erst einmal von „Professor
Layton“ verschon bliebt, hole ich es heute und in den nächsten Wochen nach, da
ich am Ende über das Crossover berichten möchte.
Ich muss aber auch gestehen,
ich habe bisher nur die erste Trilogie gespielt und die zweite Trilogie liegt zwar
bei mir rum (vermutlich irgendwo im Stapel der Schande), aber die habe ich noch
nicht durch. Nun kommt aber der Knaller: besagte zweite Trilogie spielt zeitlich
vor der Ersten – ver… wirrend. Wem das nun ein wenig bekannt vorkommt, ja da
haben sich die Macher ein wenig scheinbar von George Lucas und seinem „Star
Wars“-Konzept inspieren lassen.
Fans von „Professor Layton und
das geheimnisvolle Dorf“ dürften vermutlich wissen – und diejenigen die bis
hierhin aufmerksam mitgelesen haben –, dass Level-5 es nicht bei diesem einen
Erfolgsgriff belassen haben.
Die Fortsetzung „Professor
Layton und die Schatulle der Pandora“ beginnt damit, dass unser beliebter
Rätselknacker von einem Professor einen Brief von seinem Mentor Dr. Schrader
bekommt, indem dieser behauptet in den Besitz der sagenumwobenen Schatulle der
Pandora gelangt zu sein! Ein wenig besorgt macht sich Professor samt Side-Kick
auf den Weg zu Dr. Schrader. Dieser lebt glücklicherweise ebenfalls in London.
Leider kommen sie zu spät und
finden den Doktor nur noch Tod vor. Doch wie kam er ums Leben, wo ist die Schatulle
abgeblieben und was hat es mit den Tickets für den luxoriösen Molentary Express
auf sich, die sie in der Wohnung von Schrader finden? Passend für ein
Rätselspiel werden uns viele offene Fragen bereits zu Beginn präsentiert.
So rutschen wir, an der Seite
von Layton, dank seinem und vermutlich auch unserem unstillbaren Durst nach
Antworten in ein neues Abenteuer voller Mysterien!
Der Spielaufbau ist ein wenig
anders und doch irgendwie dem ersten Teil recht ähnlich. Auch diesmal steht uns
nicht sofort die ganze Spielelandschaft zur Verfügung, damit wir uns nicht
sofort auf alle Rätsel stürzen können, die bei drei nicht auf den Bäumen sind.
Im Gegensatz zu „Professor
Layton und das geheimnisvolle Dorf“ müssen wir auch nicht erst die neuen
Bereiche samt ihren Rätseln freispielen, sondern auf der Reise mit dem Zug
entdecken wir Stück für Stück neue Orte zum erkunden.
Was beim direkten Vergleich
mit dem Vorgängertitel auffällt ist, dass es diesmal viele Rätsel gab, die man
im Kopf selber löst und deutlich wenigere für die man auf den Touchscreen zum
Lösung zurückgreift. Ich finde, dass eine gute Mischung – wie sie beim
Vorgänger vorhanden war – optimaler wäre, denn sonst wirkt das Ganze gern mal
seltsam eintönig.
Gleichzeitig wurden die Rätsel
aber auch besser in das Spielgeschehen selbst eingebunden. Ich erinnere mich
noch, wie ich so manches Mal bei mir dachte: „Das Rätsel passt an dieser Stelle
ja richtig logisch!“
Noch besser haben mir aber die
Minispiele gefallen, die man im Laufe der Handlung erhält. Sie gefallen mir
weitaus besser als der Roboterhund, die Zimmereinrichtung und das Puzzle aus „Professor
Layton und das geheimnisvolle Dorf“. Vor allem der Hamster und seine
Sprachausgabe sind sowas von witzig gewesen und haben es mir richtig angetan.
Herrlich amüsant kann ich dazu nur sagen.
Das Teeservice dagegen kann
einem echt den letzten Nerv rauben und ist enorm zeitaufwendig in seiner
Bewältigung. Dennoch eine wirklich schöne Idee. Und auch der Fotoapparat der in
zwei Stufen quasi Spielspaß garantiert ist gerade deswegen ein willkommenes
Gimmick.
Wo wir gerade bei
Sprachausgaben waren. Für mich war es in
gewisser Weise sogar ein richtiger Schock, als Layton und Luke plötzlich
deutsch, statt englisch sprachen. Damit hatte ich eigentlich nicht unbedingt gerechnet.
Anfangs fand ich deshalb vermutlich auch Lukes deutsche Stimme schlechter als
die englische Version aus dem Vorgänger – vor allem da er nun mehr wie ein
Mädchen klingt –, aber man gewöhnt sich schnell daran und es ist eine schöne
Abwechslung. Das Thema hatten wir ja auch schon in den Beiträgen rund um „Ace
Attorney“. Denn inzwischen machen sich die wenigsten Spielefirmen noch die Mühe
die Sprachausgaben dem Erscheinungsland anzupassen. Vor allem bei den großen
RPGs auf den Konsolen ist das meist ein richtiges Ärgernis. Und wenn es doch
eine gibt, ist diese nicht unbedingt qualitativ hochwertig was Sprecher oder
auch Übersetzung angeht…
Doch bei einem Rätselspiel sollte es ja um die Rätsel gehen, weshalb ich zu diesem auch wieder thematisch zurückkehren möchte. Die Anzahl dieser wurde nämlich, wenn man nochmals mit dem vorherigen Spiel vergleichen darf, um fast zwanzig Rätsel vergrößert. Somit begegnen einem im Storymode stolze 138 Rätsel, doch anschließend folgen noch freischaltbare, zusätzliche 12 Rätsel!
Wer denkt, dass es damit aber
endet, irrt sich gewaltig. Hat man diese nämlich erst einmal geschafft, darf
man sich nochmals mit drei weiteren Rätseln – welche als die Schwersten die das
Spiel zu bieten hat bezeichnet werden – abmühen. Bis heute habe ich sie nicht
gelöst, was aber auch daran liegen dürfte, dass ich das Spiel gut vier Jahre
nicht mehr angerührt habe. Ich sollte dies wohl einmal ändern und beendigen,
oder was meint ihr?!
Auch hier wollen die
Änderungen, Verbesserungen und vor allem auch Vergrößerungen des Spiels nicht
enden. So ist beispielsweise selbst die Story diesmal eine wesentlich Bessere.
Deutlich komplexer und wirrer aufgebaut kommt sie daher, wodurch wir nicht dank
der Offensichtlichkeit (wie es beim Vorgänger der Fall war) einiges im Voraus
erahnen konnten.
Ein kleiner Seitenstrang war
dabei etwas lichter, was wohl aber eindeutig gewollt war. Die Hauptstory selbst
hat sich dagegen selbst übertroffen. Nur einen kleinen Punkt fand ich nicht
ausreichend erklärt, was irgendwie unbefriedigend und schade ist.
SPOILERALARM!!!
Ich fand nicht
ausreichend erklärt, was es mit der Krankheit der Leute auf sich hatte, ob es
das ominöse Edelmetall neben dem Gold gab und wieso die Leute starben wenn sie
nur ein halluzinogenes Gas eingeatmet haben…
OK, sind irgendwie
doch mehrere kleine Punkte.
SPOILERALARM WIEDER
AUS!!!
Ein wahres Highlight war für mich eindeutig die
Zwischensequenz, welche bereits aus den Trailern damals bekannt war. Ich rede
von dem großen Fechtduell zwischen Layton – einem Professor der Archäologie, an
dem scheinbar ein kleiner Indiana Jones verloren ging. Immerhin: Was kann
dieser Mann nicht alles? – und Anthony.
Ich vermute im Übrigen auch, dass es einige geben dürfte,
die das Ende für zu schnulzig empfinden. Ich jedenfalls sehe das nicht so,
sondern fand es sehr schön und irgendwie auch passend.
Trotz des vielen Lobes gibt es natürlich auch negative
Aspekte zu bemängeln, denn wirklich vollkommen ist ja kein Spiel. Das größte
Manko dürfte wohl sein, dass ein ganzer Spielabschnitt außerhalb Japans einfach
nicht erschienen ist. Die Miniepisode „Ein freier Tag in London“ (freie
Übersetzung“ mit weiteren zwölf Rätseln – die es in einem einzelnen Raum zu
entdecken und anschließend auch zu lösen gilt – wurde einfach rausgenommen!
Auch wenn diese Rätseln im Grunde nur „Comeback“ von
Rätseln aus „Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf“ sind, finde
ich es eine Frechheit dieses schöne Extra uns mal wieder vorzuenthalten. Hatte
ich das Thema nicht gerade erst gestern in der „Let’s Think“-Kategorie?!
Auch bei den Rätseln und gerade den Hilfen haben sich wieder Probleme eingeschlichen. So sind sie manchmal einfach nur sehr verwirrend beschrieben und das obwohl sie durchaus sehr leicht strukturiert sind. Damit meine ich aber nicht die Rätsel die absichtlich verwirrend gestaltet wurden, um eben dadurch zum Rätsel zu werden! Die dürfen sowas ja.
Insgesamt waren meine Befürchtungen unbegründet und das Spiel hat mich
positiv überrascht. Ich würde mich aber wirklich freuen, wenn ich die Spiele nicht
immer so schnell durch hätte, obwohl sie mit gut 14 bis 18 Stunden Spielzeit auch
nicht unbedingt „klein“ sind. Für so wunderbare Spiele aber dennoch irgendwie
auch noch zu „kurz“.
So, ich zock mal weiter,
während ihr hoffentlich den schönen Tag genießt und cheerio!
Euer King Sirus