Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und wie
ich erst bei meiner Recherche zum heutigen Spiel herausgefunden habe, scheint
es sich hierbei um eine Fülle an Spielen zu handeln… WOOOT?!
Ich habe das Spiel als „Hus“
kennen gelernt. Doch im Grunde ist „Hus“ nur eines von unzähligen sogenannten „Mancala“-Spielen.
In Deutschland eher als „Bohnenspiele“ bekannt, in Amerika als „Peanut Games“,
aber auch Namen wie „Muschelspiele“ oder „Perlenspiele“ sind geläufig. Wie
gesagt wird hier jedoch immer dieselbe Spielegroßfamilie bezeichnet. Und aus
dieser habe ich „Hus“ kennen gelernt, weshalb ich es mir heute stellvertretend
für diese Kategorie auch rausgepickt habe und vorstellen möchte.
„Hus“ ist eigentlich
hauptsächlich in Namibia vertreten, feiert aber auch in Deutschland immer
größere Beliebtheit. Vor allem vermutlich da die schön verarbeiteten
Holzspielbretter auf Amazon zahlreich vorhanden sind und meist so konzipiert
sind, dass man nicht nur „Hus“, sondern das ebenfalls sehr populäre und als „König
der Mancala-Spiele“ bekannte „Bao“ darauf spielen kann.
Aufgrund der
Artikelbezeichnungen dachte ich daher auch lange Zeit, dass Spiel hieße „Hus /
Bao“, bis ich bei der Vorbereitung zu diesem Beitrag eines besseren belehrt
wurde.
Wie funktioniert nun dieses
Lege-Mancala-Strategiespiel-Gemix?
„Hus“ wird auf vier
Spielreihen á acht Vertiefungen gespielt und mit insgesamt 48 Steinen. Oder
Muscheln. Oder Edelsteinen. Oder Perlen. Oder Erbsen. Oder, oder, oder…
Es wird klar woher die
alternativen Namen dieses Spiel kommen, oder?
Die aus der Sicht des
jeweiligen Spielers erste und zweite Reihe sind die Eigenen und die dritte und
vierte die des Gegners. In die erste Reihe – also damit die Vordere der beiden
dem Spieler gehörenden Spielreihen – kommen in jede Mulde zwei Spielsteine. In
die zweite Reihe kommen jedoch ausschließlich in die vier rechten Mulden zwei
Spielsteine. Die anderen vier Mulden werden frei gelassen.
Wichtig ist, jeder Spieler
spielt nur auf seinen beiden Reihen und wer beginnt, nun darüber kann das Los
entscheiden oder man einigt sich irgendwie auf einen Startspieler. Wichtig ist
viel mehr die Spielmechanik und damit wie man anfängt!
Und zwar funktioniert „Hus“
so, dass der startende Spieler aus einer beliebigen Mulde die Steine
herausnimmt und im Uhrzeigersinn verteilt. Dabei wird immer ein Stein in eine
Mulde gelegt. Kommt der letzte Stein in eine Mulde wo sich bereits Steine
befinden, werden diese entnommen und wieder einzeln in den nachfolgenden Mulden
verteilt. Dies geht solange weiter, bis der letzte Stein in eine leere Mulde
abgelegt wird. Dann darf der Gegner seinen Zug durchführen.
Nun gibt es aber noch eine
wichtige Sache zu beachten und eine Besonderheit einzuplanen! Zuerst zur wichtigen
Sache. Befindet sich nur ein Spielstein in einer Mulde, so darf dieser nicht aufgenommen und weiterverteilt
werden!
Hat ein Spieler also nur noch
Mulden mit einzelnen Steinen in seinen beiden Reihen, verliert er das Spiel,
denn erstes kann er keinen Zug mehr durchführen und zweitens hat der Gegner
damit zwangsläufig die Mehrheit an Steinen. Dies ist nämlich das Spielziel.
Nun wäre da ja aber noch die
zu beachtende Besonderheit. Wenn der letzte Spielstein einer Verteilung in eine
Mulde der zweiten Reihe – also der dem Gegner zugewandten – landet und es
befinden sich bereits Steine dort, dann wird nicht nur mit den eigenen
weitergespielt!
Nein, viel mehr darf man dem
Gegner auch die Steine klauen die sich in den Mulden des Gegners auf selber
Höhe befinden.
Ein Beispiel zur
Verdeutlichung:
Wenn mein letzter Stein in die
dritte Mulde der von mir aus gesehen zweiten Reihe landet (sagen wir einmal es
sind dann sechs Steine), so darf ich die Steine aus der dritten Mulde der
dritten (darin waren zwei Steine) und der dritten Mulde der vierten Reihe (hier
waren fünf Steine) dem Gegner stehlen und mit allen Steinen (insgesamt also
dreizehn Steine!) weiterspielen.
Genau auf diese Weise kann
irgendwann der Punkt erreicht werden, dass ein Spieler nur noch Felder mit
einzelnen Steinen hat und damit verliert. Dies ist auch genau der Punkt, wo der
strategisch-taktische Faktor in dieses doch sehr simple Spiel gelangt und den
Reiz desselbigen ausmacht.
Aber auch diese Besonderheit
hat eine Besonderheit, die ich nochmals an unserem Beispiel von eben erläutern
will. Es dürfte so einfacher sein, als meine verwirrenden Erklärungen,
vermutlich. Vielleicht auch höchstwahrscheinlich.
Wenn ich meinen letzten Stein
in die fünfte Mulde der zweiten Reihe ablege, sich aber in der fünften Mulde
der dritten Reihe zu diesem Zeitpunkt keine
Steine befinden – der Inhalt der fünften Mulde der vierten Reihe ist hierbei
irrelevant! – so darf ich dem Gegner diesmal keine Steine klauen.
Ich habe mich von der ersten
Minute an in dieses Spiel verliebt. Es ist für mich beinahe das, was „Durak“
für mich als Kind war. Nur dass „Hus“ nicht so leicht überall spielbar ist, da
ein extra Brett gebraucht wird, welches etwas groß und unhandlich ist. Dennoch
ist es ein unglaublich simples Spiel, welches jedoch durch die Spielweise sehr
komplex, spannend und strategisch werden kann.
Jeder Zug will bedacht werden und ein Fehler kann sich
schnell rächen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Spieldauer einer
Runde durchaus mal nur zehn Minuten betragen kann, manchmal aber auch bis zu
einer Stunde und länger.
Außerdem ist es ein Spiel für das man lediglich einen
Spielpartner brauch und daher auch einmal auf den Tisch gepackt werden kann,
wenn man grad keine vier Freunde für große, lustige Spieleabende zu Verfügung
hat.
Hmmm… ob man hier eine Strip-Variante für prickelnde Abende
mit dem Partner entwickeln könnte…? Huch, das passiert wenn ich zu viel
nachdenke, also lieber hier zum Schluss kommen!
Darum wünsche ich euch nun wie
gehabt ‘nen schönen Tag – egal ob auf afrikanisch oder auf deutsch, erstere
Sprache beherrsche ich nur überhaupt nicht – und sage wie immer cheerio!
Euer King Sirus
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