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Donnerstag, 19. Juni 2014

Bohnen, Muscheln, Steine – alles MEINS!

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und wie ich erst bei meiner Recherche zum heutigen Spiel herausgefunden habe, scheint es sich hierbei um eine Fülle an Spielen zu handeln… WOOOT?!

Ich habe das Spiel als „Hus“ kennen gelernt. Doch im Grunde ist „Hus“ nur eines von unzähligen sogenannten „Mancala“-Spielen. In Deutschland eher als „Bohnenspiele“ bekannt, in Amerika als „Peanut Games“, aber auch Namen wie „Muschelspiele“ oder „Perlenspiele“ sind geläufig. Wie gesagt wird hier jedoch immer dieselbe Spielegroßfamilie bezeichnet. Und aus dieser habe ich „Hus“ kennen gelernt, weshalb ich es mir heute stellvertretend für diese Kategorie auch rausgepickt habe und vorstellen möchte.

„Hus“ ist eigentlich hauptsächlich in Namibia vertreten, feiert aber auch in Deutschland immer größere Beliebtheit. Vor allem vermutlich da die schön verarbeiteten Holzspielbretter auf Amazon zahlreich vorhanden sind und meist so konzipiert sind, dass man nicht nur „Hus“, sondern das ebenfalls sehr populäre und als „König der Mancala-Spiele“ bekannte „Bao“ darauf spielen kann.

Aufgrund der Artikelbezeichnungen dachte ich daher auch lange Zeit, dass Spiel hieße „Hus / Bao“, bis ich bei der Vorbereitung zu diesem Beitrag eines besseren belehrt wurde.

Wie funktioniert nun dieses Lege-Mancala-Strategiespiel-Gemix?

„Hus“ wird auf vier Spielreihen á acht Vertiefungen gespielt und mit insgesamt 48 Steinen. Oder Muscheln. Oder Edelsteinen. Oder Perlen. Oder Erbsen. Oder, oder, oder…
Es wird klar woher die alternativen Namen dieses Spiel kommen, oder?

Die aus der Sicht des jeweiligen Spielers erste und zweite Reihe sind die Eigenen und die dritte und vierte die des Gegners. In die erste Reihe – also damit die Vordere der beiden dem Spieler gehörenden Spielreihen – kommen in jede Mulde zwei Spielsteine. In die zweite Reihe kommen jedoch ausschließlich in die vier rechten Mulden zwei Spielsteine. Die anderen vier Mulden werden frei gelassen.

Wichtig ist, jeder Spieler spielt nur auf seinen beiden Reihen und wer beginnt, nun darüber kann das Los entscheiden oder man einigt sich irgendwie auf einen Startspieler. Wichtig ist viel mehr die Spielmechanik und damit wie man anfängt!

Und zwar funktioniert „Hus“ so, dass der startende Spieler aus einer beliebigen Mulde die Steine herausnimmt und im Uhrzeigersinn verteilt. Dabei wird immer ein Stein in eine Mulde gelegt. Kommt der letzte Stein in eine Mulde wo sich bereits Steine befinden, werden diese entnommen und wieder einzeln in den nachfolgenden Mulden verteilt. Dies geht solange weiter, bis der letzte Stein in eine leere Mulde abgelegt wird. Dann darf der Gegner seinen Zug durchführen.

Nun gibt es aber noch eine wichtige Sache zu beachten und eine Besonderheit einzuplanen! Zuerst zur wichtigen Sache. Befindet sich nur ein Spielstein in einer Mulde, so darf dieser nicht aufgenommen und weiterverteilt werden!

Hat ein Spieler also nur noch Mulden mit einzelnen Steinen in seinen beiden Reihen, verliert er das Spiel, denn erstes kann er keinen Zug mehr durchführen und zweitens hat der Gegner damit zwangsläufig die Mehrheit an Steinen. Dies ist nämlich das Spielziel.

Nun wäre da ja aber noch die zu beachtende Besonderheit. Wenn der letzte Spielstein einer Verteilung in eine Mulde der zweiten Reihe – also der dem Gegner zugewandten – landet und es befinden sich bereits Steine dort, dann wird nicht nur mit den eigenen weitergespielt!

Nein, viel mehr darf man dem Gegner auch die Steine klauen die sich in den Mulden des Gegners auf selber Höhe befinden.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung:
Wenn mein letzter Stein in die dritte Mulde der von mir aus gesehen zweiten Reihe landet (sagen wir einmal es sind dann sechs Steine), so darf ich die Steine aus der dritten Mulde der dritten (darin waren zwei Steine) und der dritten Mulde der vierten Reihe (hier waren fünf Steine) dem Gegner stehlen und mit allen Steinen (insgesamt also dreizehn Steine!) weiterspielen.

Genau auf diese Weise kann irgendwann der Punkt erreicht werden, dass ein Spieler nur noch Felder mit einzelnen Steinen hat und damit verliert. Dies ist auch genau der Punkt, wo der strategisch-taktische Faktor in dieses doch sehr simple Spiel gelangt und den Reiz desselbigen ausmacht.

Aber auch diese Besonderheit hat eine Besonderheit, die ich nochmals an unserem Beispiel von eben erläutern will. Es dürfte so einfacher sein, als meine verwirrenden Erklärungen, vermutlich. Vielleicht auch höchstwahrscheinlich.

Wenn ich meinen letzten Stein in die fünfte Mulde der zweiten Reihe ablege, sich aber in der fünften Mulde der dritten Reihe zu diesem Zeitpunkt keine Steine befinden – der Inhalt der fünften Mulde der vierten Reihe ist hierbei irrelevant! – so darf ich dem Gegner diesmal keine Steine klauen.

Ich habe mich von der ersten Minute an in dieses Spiel verliebt. Es ist für mich beinahe das, was „Durak“ für mich als Kind war. Nur dass „Hus“ nicht so leicht überall spielbar ist, da ein extra Brett gebraucht wird, welches etwas groß und unhandlich ist. Dennoch ist es ein unglaublich simples Spiel, welches jedoch durch die Spielweise sehr komplex, spannend und strategisch werden kann.

Jeder Zug will bedacht werden und ein Fehler kann sich schnell rächen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Spieldauer einer Runde durchaus mal nur zehn Minuten betragen kann, manchmal aber auch bis zu einer Stunde und länger.

Außerdem ist es ein Spiel für das man lediglich einen Spielpartner brauch und daher auch einmal auf den Tisch gepackt werden kann, wenn man grad keine vier Freunde für große, lustige Spieleabende zu Verfügung hat.

Hmmm… ob man hier eine Strip-Variante für prickelnde Abende mit dem Partner entwickeln könnte…? Huch, das passiert wenn ich zu viel nachdenke, also lieber hier zum Schluss kommen!

Darum wünsche ich euch nun wie gehabt ‘nen schönen Tag – egal ob auf afrikanisch oder auf deutsch, erstere Sprache beherrsche ich nur überhaupt nicht – und sage wie immer cheerio!
Euer King Sirus

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