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Donnerstag, 12. Juni 2014

Fünf auf einen Streich

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und leider habe ich mich nun ein wenig verspätet, da der Tag mal wieder anders verlaufen ist, als von mir geplant. Es ist nervig und frustrierend, aber da muss ich leider noch durch. Immerhin ist die neue Wohnung nun fast fertig, so dass ich dann endlich eine Oase des Wohlfühles erlebe, statt einer gefühlten Baustelle…!

Dafür habe ich heute aber etwas besonderes vor. Ähnlich wie bei einigen Beiträgen der Kategorie [3D] will ich heute über mehrere Spiele reden und dazu auch noch mehrere Klassiker meiner Kindheit. Ein wenig inspiriert wurde ich dazu, als ich über „Durak“ letzte Woche schrieb. Und wie sehr dieses Spiel auch Eindruck bei mir hinterließ.

Dabei gehe ich auch heute etwas anders vor, denn bei den heutigen fünf Spielen gehe ich aufgrund ihres Bekanntheitsgrades davon aus, dass die Regeln den Meisten bekannt sein dürften, weshalb ich da nicht so stark drauf eingehen möchte.

Also schauen wir einmal, wie sehr ich mal wieder von meinen eigenen Versprechungen am Ende abweichen werde!

Mau Mau
„Mau Mau“ war lange Zeit das Spiel meiner Kindheit. Es ist ähnlich wie „Durak“ ein Ablegespiel, wo man versucht alle Karten von der Hand loszuwerden. Dies wird einem teilweise durch die Mitspieler erschwert, teilweise aber durch die Karten selbst.

So haben bestimmte Karten bestimmte Spieleffekte, wie etwas das Legen einer 7 zwingt den nachfolgenden Spieler dazu 2 Karten zu ziehen. Aber genau diese Effekte variieren je nachdem wo oder auch mit wem man das Spiel spielt. So habe ich es mit Schulfreunden gespielt, wo bei fünf Leuten fünf Versionen bei rumkamen, so dass man sich erst einmal auf eine gemeinsame Basis einigen musste, nach der gespielt wurde. Schon witzig irgendwie.

Ich vermute „Mau Mau“ ist ohnehin eines der vielseitigsten Spiele überhaupt, denn jeder kennt es, es lässt sich sehr einfach lernen, hat eine einfache Vorbereitungsbasis – man braucht lediglich ein Kartenspiel – und es gibt hunderte Varianten des Spiels.

Geografische Abwandlungen in der Zusammensetzung von Kartenwert und Effekt, bestimmte Effekte die nur in gewissen Varianten vorkommen, für pubertierende Jugendgruppen eine eigene Strip-Version oder eine Abwandlung, wo mit nur einer Karte begonnen wird und von Partie zu Partie die Kartenhand sich weiter auffüllt. Man sieht, für jeden ist etwas dabei.

So ist es nicht verwunderlich, dass der kommerzielle Markt versucht diese kostenlose Spielidee zu Geld zu machen. Und das auch noch erfolgreich, wie man an der bekanntesten Kopie „Uno“ sehen kann. Aber auch das „MAD Kartenspiel“ von dem ich hier bereits berichtete, ist ein gutes Beispiel hierfür.

Mensch ärgere Dich nicht
Wo wir schon von Kommerzialisierung bekannter Spiele sind, kann ich ja rückwirkend nach meinem Beitrag zu „Dog“ nun auch über „Mensch ärgere Dich nicht“ sprechen. Ich habe als Kind dieses Spiel oft bei meiner Tante gespielt, wenn sie auf mich aufgepasst hatte weil meine Eltern arbeiten mussten. Es war und ist eines der wenigen Glücksspiele die ich durchaus mag. Vermutlich das ich es als Kind kennenlernte, wo mich der Glücksfaktor noch nicht so nervte wie heutzutage.

Es basiert auf den Werten die die Spieler erwürfeln und mit denen sie unter Umständen Figuren aus dem Startbereich herausholen können oder über das Spielfeld bewegen. Und natürlich auch auf der Schadenfreude, wenn man es schaffte eine Spielfigur eines anderen Spielers wieder in dessen Startbereich zu befördern. Dafür musste man es nur schaffen auf demselben Feld zu landen, wie der Gegner.

Ziel ist es die eigenen Figuren einmal das Feld umrunden zu lassen, damit sie anschließend den Zielbereich betreten dürfen – mir als „Haus“ bekannt –, wo sie dann auch vor den Mitspielern sicher sind.

Leider ist es aber auch ein Spiel, das zwar durch seine Einfachheit besticht, dies zugleich auch ein Manko sein kann, da es irgendwann schnell den Reiz verliert und langweilig wird. Hier können frische Ideen wie bei „Dog“ Abhilfe schaffen oder man greift zu Varianten, wie etwa dem „Kommunistisches Mensch ärgere Dich nicht“.

Als ich mich kurz zu dem Brettspielklassiker informierte und diese Version dabei fand, war ich überrascht. Die Idee ist so simpel wie das Spiel „Mensch ärgere Dich nicht“ an sich, aber auch so grandios das damit reichlich neuer Pfiff in das Spielgeschehen einkehren dürfte.

Dame / Schach
Ich habe „Dame“ und „Schach“ aufgrund ihrer Ähnlichkeit einmal zusammengefasst und will über diese Spiele gemeinsam schreiben. Während ich „Dame“ durch meine Familie näher kennenlernte, wurde mir „Schach“ durch einen älteren Herren und sehr netten Nachbarn mir in meiner Kindheit schmackhaft gemacht.

Von ihm bekam ich sogar ein altes Buch geschenkt, worin nicht nur das Spiel erklärt wurden, sondern viele Partien großer „Schach“-Meister und Turnierspiele detailiert aufgeführt wurden, um diese nachzuempfinden und daraus, beziehungsweise dadurch, das Spiel besser kennenzulernen. Und vielleicht auch dadurch besser zu spielen.

Meine Familie war dagegen nicht so an „Schach“ interessiert – obwohl dieses Spiel im russischen Raum ja sich hoher Beliebtheit erfreute, so kamen über die Hälfte aller Schachweltmeister aus Russland und / oder der UdSSR! –, dafür wurde aber gerne „Dame“ gespielt. Ebenfalls ein im russischen Raum sehr beliebtes Spiel. Womöglich aufgrund der Ähnlichkeit?

Ich persönlich hatte immer den Eindruck „Dame“ sie einfacher zu erlernen und zu beherrschen, als „Schach“, welches nicht umsonst auch den Titel „Spiel der Könige“ trug. Nun gut, dieser Name kommt vermutlich nicht allein davon, dass dieses Spiel ein so schwer zu meisterndes Spiel ist, dass es nur Könige konnten. Viel mehr gleicht es dem Kampf zweier Könige, die anstatt ihrer Soldaten die Schachfiguren in den Krieg ziehen lassen. Woher der Titel kommt, will ich hier aber nicht erörtern.

Worauf ich hinaus wollte ist, dass beide Spiele viel strategisches Können und zukunftsorientiertes Spiel brauchen. Die Besten der Besten planen mehrere Züge im Voraus und kalkulieren auch die möglichen Züge ihrer Gegner ein. Insofern wohl auch nicht verwunderlich, dass ich mich davon abschrecken ließ und süchtig wurde nach dem letzten unserer fünf Klassiker.

Backgammon
„Backgammon“ ist wie „Schach“ oder „Dame“ ein sehr altes Brettspiel, welches bis heute seinen Reiz nicht verloren hat. Ich kann nicht einmal sagen, warum mich dieses Spiel so faszinierte und fesselte.  Es hat sowohl strategische Elemente, wie auch den Glücksfaktor Würfel und dennoch hatte ich immer den Eindruck, dass die Strategie überwog.

Mein Problem war nur, dass ich das Gefühl hatte der Einzige in meinem Umfeld zu sein, der so einen immensen Spaß daran hatte und fand selten Leute die mit mir eine Partie spielten. So verlor sich mein Interesse im Sand der Zeit, brennt aber innerlich noch immer lichterloh.

Vielleicht sollte ich das Bedürfnis im Internet stillen, doch passt dieser Gedanke für mich nicht zu „Backgammon“. Dabei habe ich eigentlich kein Problem damit digitale Versionen von Brettspielen zu spielen. „Monopoly“, „Siedler von Catan“ oder auch das bereits einmal erwähnte „Dog“ habe ich so schon genossen.

Dennoch ist „Backgammon“ irgendwie anders und vielleicht fällt es mir daher so schwer etwas darüber zu schreiben. Die richtigen Worte zu finden, um mein Empfinden zum Ausdruck zu bringen. Eines weiß ich aber, wenn ich für mich den Titel „Spiel der Könige“ vergeben müsste, ginge der eher an „Backgammon“, als an „Schach“.

Ein wenig verspätet wünsche ich euch somit noch einen schönen Tag und cheerio!
Euer King Sirus

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