Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und
leider habe ich mich nun ein wenig verspätet, da der Tag mal wieder anders
verlaufen ist, als von mir geplant. Es ist nervig und frustrierend, aber da
muss ich leider noch durch. Immerhin ist die neue Wohnung nun fast fertig, so
dass ich dann endlich eine Oase des Wohlfühles erlebe, statt einer gefühlten
Baustelle…!
Dafür habe ich heute aber
etwas besonderes vor. Ähnlich wie bei einigen Beiträgen der Kategorie [3D] will
ich heute über mehrere Spiele reden und dazu auch noch mehrere Klassiker meiner
Kindheit. Ein wenig inspiriert wurde ich dazu, als ich über „Durak“ letzte
Woche schrieb. Und wie sehr dieses Spiel auch Eindruck bei mir hinterließ.
Dabei gehe ich auch heute
etwas anders vor, denn bei den heutigen fünf Spielen gehe ich aufgrund ihres
Bekanntheitsgrades davon aus, dass die Regeln den Meisten bekannt sein dürften,
weshalb ich da nicht so stark drauf eingehen möchte.
Also schauen wir einmal, wie
sehr ich mal wieder von meinen eigenen Versprechungen am Ende abweichen werde!
Mau Mau
„Mau Mau“ war lange Zeit das
Spiel meiner Kindheit. Es ist ähnlich wie „Durak“ ein Ablegespiel, wo man
versucht alle Karten von der Hand loszuwerden. Dies wird einem teilweise durch
die Mitspieler erschwert, teilweise aber durch die Karten selbst.
So haben bestimmte Karten
bestimmte Spieleffekte, wie etwas das Legen einer 7 zwingt den nachfolgenden
Spieler dazu 2 Karten zu ziehen. Aber genau diese Effekte variieren je nachdem
wo oder auch mit wem man das Spiel spielt. So habe ich es mit Schulfreunden
gespielt, wo bei fünf Leuten fünf Versionen bei rumkamen, so dass man sich erst
einmal auf eine gemeinsame Basis einigen musste, nach der gespielt wurde. Schon
witzig irgendwie.
Ich vermute „Mau Mau“ ist
ohnehin eines der vielseitigsten Spiele überhaupt, denn jeder kennt es, es
lässt sich sehr einfach lernen, hat eine einfache Vorbereitungsbasis – man braucht
lediglich ein Kartenspiel – und es gibt hunderte Varianten des Spiels.
Geografische Abwandlungen in
der Zusammensetzung von Kartenwert und Effekt, bestimmte Effekte die nur in
gewissen Varianten vorkommen, für pubertierende Jugendgruppen eine eigene
Strip-Version oder eine Abwandlung, wo mit nur einer Karte begonnen wird und
von Partie zu Partie die Kartenhand sich weiter auffüllt. Man sieht, für jeden
ist etwas dabei.
So ist es nicht verwunderlich,
dass der kommerzielle Markt versucht diese kostenlose Spielidee zu Geld zu
machen. Und das auch noch erfolgreich, wie man an der bekanntesten Kopie „Uno“
sehen kann. Aber auch das „MAD Kartenspiel“ von dem ich hier bereits berichtete, ist ein gutes Beispiel hierfür.
Mensch ärgere Dich nicht
Wo wir schon von
Kommerzialisierung bekannter Spiele sind, kann ich ja rückwirkend nach meinem
Beitrag zu „Dog“ nun auch über „Mensch ärgere Dich nicht“ sprechen. Ich habe als Kind dieses Spiel
oft bei meiner Tante gespielt, wenn sie auf mich aufgepasst hatte weil meine
Eltern arbeiten mussten. Es war und ist eines der wenigen Glücksspiele die ich
durchaus mag. Vermutlich das ich es als Kind kennenlernte, wo mich der
Glücksfaktor noch nicht so nervte wie heutzutage.
Es basiert auf den Werten die
die Spieler erwürfeln und mit denen sie unter Umständen Figuren aus dem Startbereich
herausholen können oder über das Spielfeld bewegen. Und natürlich auch auf der
Schadenfreude, wenn man es schaffte eine Spielfigur eines anderen Spielers
wieder in dessen Startbereich zu befördern. Dafür musste man es nur schaffen
auf demselben Feld zu landen, wie der Gegner.
Ziel ist es die eigenen
Figuren einmal das Feld umrunden zu lassen, damit sie anschließend den
Zielbereich betreten dürfen – mir als „Haus“ bekannt –, wo sie dann auch vor
den Mitspielern sicher sind.
Leider ist es aber auch ein
Spiel, das zwar durch seine Einfachheit besticht, dies zugleich auch ein Manko
sein kann, da es irgendwann schnell den Reiz verliert und langweilig wird. Hier
können frische Ideen wie bei „Dog“ Abhilfe schaffen oder man greift zu
Varianten, wie etwa dem „Kommunistisches Mensch ärgere Dich nicht“.
Als ich mich kurz zu dem
Brettspielklassiker informierte und diese Version dabei fand, war ich
überrascht. Die Idee ist so simpel wie das Spiel „Mensch ärgere Dich nicht“ an
sich, aber auch so grandios das damit reichlich neuer Pfiff in das
Spielgeschehen einkehren dürfte.
Dame / Schach
Ich habe „Dame“ und „Schach“
aufgrund ihrer Ähnlichkeit einmal zusammengefasst und will über diese Spiele
gemeinsam schreiben. Während ich „Dame“ durch meine Familie näher kennenlernte,
wurde mir „Schach“ durch einen älteren Herren und sehr netten Nachbarn mir in
meiner Kindheit schmackhaft gemacht.
Von ihm bekam ich sogar ein
altes Buch geschenkt, worin nicht nur das Spiel erklärt wurden, sondern viele
Partien großer „Schach“-Meister und Turnierspiele detailiert aufgeführt wurden,
um diese nachzuempfinden und daraus, beziehungsweise dadurch, das Spiel besser
kennenzulernen. Und vielleicht auch dadurch besser zu spielen.
Meine Familie war dagegen
nicht so an „Schach“ interessiert – obwohl dieses Spiel im russischen Raum ja
sich hoher Beliebtheit erfreute, so kamen über die Hälfte aller
Schachweltmeister aus Russland und / oder der UdSSR! –, dafür wurde aber gerne „Dame“
gespielt. Ebenfalls ein im russischen Raum sehr beliebtes Spiel. Womöglich
aufgrund der Ähnlichkeit?
Ich persönlich hatte immer den
Eindruck „Dame“ sie einfacher zu erlernen und zu beherrschen, als „Schach“,
welches nicht umsonst auch den Titel „Spiel der Könige“ trug. Nun gut, dieser
Name kommt vermutlich nicht allein davon, dass dieses Spiel ein so schwer zu
meisterndes Spiel ist, dass es nur Könige konnten. Viel mehr gleicht es dem
Kampf zweier Könige, die anstatt ihrer Soldaten die Schachfiguren in den Krieg
ziehen lassen. Woher der Titel kommt, will ich hier aber nicht erörtern.
Worauf ich hinaus wollte ist,
dass beide Spiele viel strategisches Können und zukunftsorientiertes Spiel
brauchen. Die Besten der Besten planen mehrere Züge im Voraus und kalkulieren
auch die möglichen Züge ihrer Gegner ein. Insofern wohl auch nicht
verwunderlich, dass ich mich davon abschrecken ließ und süchtig wurde nach dem
letzten unserer fünf Klassiker.
Backgammon
„Backgammon“ ist wie „Schach“ oder „Dame“ ein sehr altes
Brettspiel, welches bis heute seinen Reiz nicht verloren hat. Ich kann nicht
einmal sagen, warum mich dieses Spiel so faszinierte und fesselte. Es hat sowohl strategische Elemente, wie auch
den Glücksfaktor Würfel und dennoch hatte ich immer den Eindruck, dass die
Strategie überwog.
Mein Problem war nur, dass ich das Gefühl hatte der Einzige
in meinem Umfeld zu sein, der so einen immensen Spaß daran hatte und fand
selten Leute die mit mir eine Partie spielten. So verlor sich mein Interesse im
Sand der Zeit, brennt aber innerlich noch immer lichterloh.
Vielleicht sollte ich das Bedürfnis im Internet stillen,
doch passt dieser Gedanke für mich nicht zu „Backgammon“. Dabei habe ich
eigentlich kein Problem damit digitale Versionen von Brettspielen zu spielen. „Monopoly“,
„Siedler von Catan“ oder auch das bereits einmal erwähnte „Dog“ habe ich so
schon genossen.
Dennoch ist „Backgammon“ irgendwie anders und vielleicht
fällt es mir daher so schwer etwas darüber zu schreiben. Die richtigen Worte zu
finden, um mein Empfinden zum Ausdruck zu bringen. Eines weiß ich aber, wenn
ich für mich den Titel „Spiel der Könige“ vergeben müsste, ginge der eher an „Backgammon“,
als an „Schach“.
Ein wenig verspätet wünsche
ich euch somit noch einen schönen Tag und cheerio!
Euer King Sirus
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