Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und es ist schon erstaunlich wie lange ich
gebraucht habe, um mal einen Titel der „Harvest Moon“-Reihe endlich in meinem
Blog zu erwähnen. Viel zu lange, mag man ja vermuten. Doch dafür krame ich
direkt den Teil der Spielereihe aus meinem Schuppen (einer meiner Wortwitze…
ich gebe ja die Hoffnung nicht auf, dass vielleicht irgendwann irgendwer
darüber schmunzeln könnte…) aus, den ich von allen mir bekannten am meisten
liebe!
Wir beschäftigen uns heute also daher mit „Harvest Moon: Friends of
Mineral Town“ für den GameBoy Advance. Ja, dafür dass ich keinen GBA selbst
besaß, habe ich doch einige Spiele mir rund um diese Handheldgeneration
angesammelt. Na ja, letztendlich hatte ich das Glück jemanden gehabt zu haben,
dessen GameBoy Advance ich mir immer ausleihen konnte. Was für eine
kackendreiste Dreckssau ich doch war…
Äh… ach ja, das Spiel!
Ich spiele „Harvest Moon“ ganz gerne. Nicht weil ich so ein Landmann bin
oder Bauer sucht Frau nachspielen will, sondern weil es unterm Strich eine
Simulation ist – mit mehr oder weniger Rollenspielelementen – und ich Simulationen
extrem liebe. Na gut, ich liebe sie nicht generell und auch nicht alle, aber
das soll ja auch jetzt nicht Thema sein.
In wirklich starker Versimplung übernehmen wir in jedem Teil einen
Bauernhof, den es zu bewirtschaften und aufzubauen gilt. So eben auch in „Harvest
Moon: Friends of Mineral Town“. Dabei wird uns das runtergekommene Land nicht
einfach an die Backe geklatscht, nach dem Motto: „Hier, das ist deins und nu
mach was draus!“, sondern wir erfahren warum unser Protagonist sich nun um den
Hof kümmern darf.
Vor Jahren während eines Familienausflugs gefiel es ihm scheinbar so
sehr auf dem Bauernhof, dass er mit dem Besitzer eine Brieffreundschaft
aufbaute. Als nun über einige Zeit hinweg die Briefe ausblieben, machen wir uns
auf dem Weg herauszufinden was los ist. Besorgt erreichen wir also den Hof und
erfahren, dass unser in die Jahre gekommener Brieffreund schon vor einem halben
Jahr das zeitliche gesegnet hat. Doch da er keine Nachkommen hatte und wir so
eine Begeisterung für das Stück Land schon als Kind hatten, hat er uns den
Bauernhof vermacht. Es liegt jedoch nun an uns ihn wieder in alter Blüte erstrahlen
lassen!
Und so beginnt das Bauernleben unseres digitalen Ichs. Das Feld von
Unkraut befreien, umgraben, Pflanzen sähen und ernten. Ställe und Tiere kaufen,
die gepflegt und gehegt werden wollen. Immerhin steigt die Qualität und damit
der Verkaufspreis der tierischen Produkte, je mehr sie uns mögen. Daher fleißig
füttern, striegen und auch reden.
Mit unserem Hund – der im Laufe des Spiels uns an die Seite gestellt
wird – ein wenig spielen und sich mit den Bewohnern des nahegelegenen Dorfes
austauschen. Ja, das Spiel bietet reichlich womit man sich beschäftigen kann.
Und abseits von dem bereits aufgezählten gibt es noch viel, viel mehr!
Die „Harvest Moon“-Reihe besticht natürlich dadurch, dass die Vorgänge
zwar versimpliziert sind – für eine echtere Bauernlebensimulation muss man dann
wohl doch eher zum Landwirtschaftssimulator greifen –, aber dafür bieten uns
die Titel stets ein umfangreiches Angebot an Möglichkeiten und Tätigkeiten, mit
denen sich die digitalen Tage füllen lassen. Daneben sind es aber auch die Interaktionen
mit den NPCs in Form von Dörflern, die dem Spiel eine Storykomponente geben,
welche einen Großteil des Spielspaßes mit ausmacht.
„Harvest Moon: Friends of Mineral Town“ bietet um die fünfzig Figuren
mit denen hier ein Interagieren möglich ist, welches bei bestimmten Damen sogar
so weit geht, dass es möglich ist sie zu heiraten! Dabei muss mit Geschenken
über Zeit hinweg ihre Gunst erworben werden und es müssen sogenannte Herzevents
ausgelöst werden, um eine engere Beziehung zu den Damen aufzubauen. Aber
vorsicht, bis auf eine Ausnahme, erwarten den Spieler zu den möglichen
Traumfrauen auch Rivalen. Diese buhlen ebenfalls um die Gunst der holden Maiden
und deren Voranschreiten hierbei ist durch die sogenannten Rivalenevents zu
erkennen.
Ein wenig unkreativ sind hierbei höchstens die etwas klischeehaften
Darstellungen der Frauen. Mit Ann haben wir das süße Mädchen von nebenan, Elli
ist die immer Freundliche und Offenherzige, Karen die leicht arrogante Schönheit,
Mary die schüchterne und schlaue Leseratte und mit Popuri dann noch die etwas
kindlich Naive. Nun gut, wenn das aber das einzig Negative daran ist, wird man
sich wohl damit auch noch arrangieren können.
Wenn man aber sich lieber in der Natur aufhalten will, so bietet das
Spiel in der Richtung auch reichlich Möglichkeiten, da auch die zu erforschende
Umgebung von „Harvest Moon: Friends of Mineral Town“ wunderbar groß ist. Zwei
Minen warten beispielsweise darauf untersucht zu werden und dienen für fleißige
Höhlenforscher als profitable Ersatzgeldquelle. Oder einfach denjenigen, denen
das Pflanzengezücht zu anstrengend ist.
Oder man verbessert durch, in den Minen gefundene, Erze seine Werkzeuge,
um sich eben effektiver um das Pflanzengezücht kümmern zu können. Zwischendurch
gibt es dann neben den Events zum Thema Liebe, auch diverse Events – die Bezeichnung
„Dorfereignisse“ träfe es eher – rund und um das Dorf herum. Aber auch Feste
wollen gefeiert werden und die Dörfler sagen auch nichts gegen Geschenke an
ihren Geburtstagen.
An mehreren Stellen kann man auch angelnd zur Entspannung gelangen oder
nach dem Kauf einer Küche (und einigen Küchengeräten), seine Kochkünste
austesten. Wenn es schon nicht im echten Leben klappen will, kann man
wenigstens hier damit brillieren!
Powerbeeren (Beeren, welche den Maximalwert der unsichtbaren
Energieleiste – jede körperlich anstrengende Aktion kostet eben Energie bis zur
Erschöpfung – der Spielfigur dauerhaft anheben) wollen gefunden und das Haus
ausgebaut werden. Ach ja und wer so richtig den Bonzen raushängen lassen will,
kauft sich noch das Ferienhaus und die Berghütte. Mit einem Bauernhof zu großen
Reichtum gelangen, wenn das nur im echten Leben so einfach wäre…
Es gibt somit wahrlich genug zu tun, um auf eine dreistellige Spielzeit
zu gelangen. Für mich war auch „Harvest Moon: Friends of Mineral Town“ lange
Zeit der beste Teil. Sowohl was die Handheld-Titel, als auch die Konsolenspiele
angingen. Es passt einfach rundum.
Zudem überzeugte der vierte Teil der Handheldableger natürlich mit einer
wunderschönen Grafik, die einen leichten Comictouch hatte – oder den ich
vielleicht auch nur darin sehen will. Bunt, farbenfroh und abwechslungsreich durch
die Jahreszeiten, zeigt sich das Spiel wirklich von einer schönen Seite.
Was die Musik angeht. Nun ich habe es glaube ich schon hin und wieder
gesagt, aber viele Musikstücke der GameBoy Advance Zeit habe ich nie gehört, da
ich eher immer gemutet gespielt habe. Dennoch waren die Lieder ganz nett und
gerade die Jahreszeiten-Themes sind sehr gelungen. Letztendlich war aber eben
die Musik die größte Schwäche dieses Spiels. Sie wollte einfach einem nicht im
Ohr bleiben und so war es völlig egal, ob man mit oder ohne sie spielte.
Mehr sich im Übrigen diskriminiert fühlt, dass er ja nicht als Mädchen
beweisen kann, wie einfach es doch ist so einen Bauernhof auf Vordermann zu
bringen, dem empfehle ich das ein Jahr später erschienene „Harvest Moon: More Friends
of Mineral Town“. Leider nur in Japan und USA herausgekommen, da man offenbar
aufgrund des geringeren Erfolgs in USA von einem Release bei uns absah. Sauerei…
Abgesehen von der Geschlechterrolle – und damit den etwas anderen
Liebschaften – scheint es jedoch ansonsten keinen wirklichen Unterschied zu
geben. Immerhin nichts verpasst, wenn wir es schon nicht zu Spielen kriegen.
Ein minimalistischer Trost.
Nun verabschiede ich mich aber, da ich durch das Schreiben des Beitrags
wieder Lust bekommen habe, nach meinen fast zehn Jahre alten Tieren zu sehen.
Na hoffentlich Leben die noch…
Ich mein, fast zehn Jahre ohne Futter?
Euch einen schönen Tag ob auf dem Bauernhof oder der heimeligen Couch und
cheerio!
Euer King Sirus
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