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Sonntag, 11. Januar 2015

Es gibt massig zu tun in der Stadt der Mineralien!

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und es ist schon erstaunlich wie lange ich gebraucht habe, um mal einen Titel der „Harvest Moon“-Reihe endlich in meinem Blog zu erwähnen. Viel zu lange, mag man ja vermuten. Doch dafür krame ich direkt den Teil der Spielereihe aus meinem Schuppen (einer meiner Wortwitze… ich gebe ja die Hoffnung nicht auf, dass vielleicht irgendwann irgendwer darüber schmunzeln könnte…) aus, den ich von allen mir bekannten am meisten liebe!

Wir beschäftigen uns heute also daher mit „Harvest Moon: Friends of Mineral Town“ für den GameBoy Advance. Ja, dafür dass ich keinen GBA selbst besaß, habe ich doch einige Spiele mir rund um diese Handheldgeneration angesammelt. Na ja, letztendlich hatte ich das Glück jemanden gehabt zu haben, dessen GameBoy Advance ich mir immer ausleihen konnte. Was für eine kackendreiste Dreckssau ich doch war…
Äh… ach ja, das Spiel!

Ich spiele „Harvest Moon“ ganz gerne. Nicht weil ich so ein Landmann bin oder Bauer sucht Frau nachspielen will, sondern weil es unterm Strich eine Simulation ist – mit mehr oder weniger Rollenspielelementen – und ich Simulationen extrem liebe. Na gut, ich liebe sie nicht generell und auch nicht alle, aber das soll ja auch jetzt nicht Thema sein.

In wirklich starker Versimplung übernehmen wir in jedem Teil einen Bauernhof, den es zu bewirtschaften und aufzubauen gilt. So eben auch in „Harvest Moon: Friends of Mineral Town“. Dabei wird uns das runtergekommene Land nicht einfach an die Backe geklatscht, nach dem Motto: „Hier, das ist deins und nu mach was draus!“, sondern wir erfahren warum unser Protagonist sich nun um den Hof kümmern darf.

Vor Jahren während eines Familienausflugs gefiel es ihm scheinbar so sehr auf dem Bauernhof, dass er mit dem Besitzer eine Brieffreundschaft aufbaute. Als nun über einige Zeit hinweg die Briefe ausblieben, machen wir uns auf dem Weg herauszufinden was los ist. Besorgt erreichen wir also den Hof und erfahren, dass unser in die Jahre gekommener Brieffreund schon vor einem halben Jahr das zeitliche gesegnet hat. Doch da er keine Nachkommen hatte und wir so eine Begeisterung für das Stück Land schon als Kind hatten, hat er uns den Bauernhof vermacht. Es liegt jedoch nun an uns ihn wieder in alter Blüte erstrahlen lassen!

Und so beginnt das Bauernleben unseres digitalen Ichs. Das Feld von Unkraut befreien, umgraben, Pflanzen sähen und ernten. Ställe und Tiere kaufen, die gepflegt und gehegt werden wollen. Immerhin steigt die Qualität und damit der Verkaufspreis der tierischen Produkte, je mehr sie uns mögen. Daher fleißig füttern, striegen und auch reden.
Mit unserem Hund – der im Laufe des Spiels uns an die Seite gestellt wird – ein wenig spielen und sich mit den Bewohnern des nahegelegenen Dorfes austauschen. Ja, das Spiel bietet reichlich womit man sich beschäftigen kann. Und abseits von dem bereits aufgezählten gibt es noch viel, viel mehr!

Die „Harvest Moon“-Reihe besticht natürlich dadurch, dass die Vorgänge zwar versimpliziert sind – für eine echtere Bauernlebensimulation muss man dann wohl doch eher zum Landwirtschaftssimulator greifen –, aber dafür bieten uns die Titel stets ein umfangreiches Angebot an Möglichkeiten und Tätigkeiten, mit denen sich die digitalen Tage füllen lassen. Daneben sind es aber auch die Interaktionen mit den NPCs in Form von Dörflern, die dem Spiel eine Storykomponente geben, welche einen Großteil des Spielspaßes mit ausmacht.

„Harvest Moon: Friends of Mineral Town“ bietet um die fünfzig Figuren mit denen hier ein Interagieren möglich ist, welches bei bestimmten Damen sogar so weit geht, dass es möglich ist sie zu heiraten! Dabei muss mit Geschenken über Zeit hinweg ihre Gunst erworben werden und es müssen sogenannte Herzevents ausgelöst werden, um eine engere Beziehung zu den Damen aufzubauen. Aber vorsicht, bis auf eine Ausnahme, erwarten den Spieler zu den möglichen Traumfrauen auch Rivalen. Diese buhlen ebenfalls um die Gunst der holden Maiden und deren Voranschreiten hierbei ist durch die sogenannten Rivalenevents zu erkennen.

Ein wenig unkreativ sind hierbei höchstens die etwas klischeehaften Darstellungen der Frauen. Mit Ann haben wir das süße Mädchen von nebenan, Elli ist die immer Freundliche und Offenherzige, Karen die leicht arrogante Schönheit, Mary die schüchterne und schlaue Leseratte und mit Popuri dann noch die etwas kindlich Naive. Nun gut, wenn das aber das einzig Negative daran ist, wird man sich wohl damit auch noch arrangieren können.

Wenn man aber sich lieber in der Natur aufhalten will, so bietet das Spiel in der Richtung auch reichlich Möglichkeiten, da auch die zu erforschende Umgebung von „Harvest Moon: Friends of Mineral Town“ wunderbar groß ist. Zwei Minen warten beispielsweise darauf untersucht zu werden und dienen für fleißige Höhlenforscher als profitable Ersatzgeldquelle. Oder einfach denjenigen, denen das Pflanzengezücht zu anstrengend ist.

Oder man verbessert durch, in den Minen gefundene, Erze seine Werkzeuge, um sich eben effektiver um das Pflanzengezücht kümmern zu können. Zwischendurch gibt es dann neben den Events zum Thema Liebe, auch diverse Events – die Bezeichnung „Dorfereignisse“ träfe es eher – rund und um das Dorf herum. Aber auch Feste wollen gefeiert werden und die Dörfler sagen auch nichts gegen Geschenke an ihren Geburtstagen.

An mehreren Stellen kann man auch angelnd zur Entspannung gelangen oder nach dem Kauf einer Küche (und einigen Küchengeräten), seine Kochkünste austesten. Wenn es schon nicht im echten Leben klappen will, kann man wenigstens hier damit brillieren!
Powerbeeren (Beeren, welche den Maximalwert der unsichtbaren Energieleiste – jede körperlich anstrengende Aktion kostet eben Energie bis zur Erschöpfung – der Spielfigur dauerhaft anheben) wollen gefunden und das Haus ausgebaut werden. Ach ja und wer so richtig den Bonzen raushängen lassen will, kauft sich noch das Ferienhaus und die Berghütte. Mit einem Bauernhof zu großen Reichtum gelangen, wenn das nur im echten Leben so einfach wäre…

Es gibt somit wahrlich genug zu tun, um auf eine dreistellige Spielzeit zu gelangen. Für mich war auch „Harvest Moon: Friends of Mineral Town“ lange Zeit der beste Teil. Sowohl was die Handheld-Titel, als auch die Konsolenspiele angingen. Es passt einfach rundum.

Zudem überzeugte der vierte Teil der Handheldableger natürlich mit einer wunderschönen Grafik, die einen leichten Comictouch hatte – oder den ich vielleicht auch nur darin sehen will. Bunt, farbenfroh und abwechslungsreich durch die Jahreszeiten, zeigt sich das Spiel wirklich von einer schönen Seite.

Was die Musik angeht. Nun ich habe es glaube ich schon hin und wieder gesagt, aber viele Musikstücke der GameBoy Advance Zeit habe ich nie gehört, da ich eher immer gemutet gespielt habe. Dennoch waren die Lieder ganz nett und gerade die Jahreszeiten-Themes sind sehr gelungen. Letztendlich war aber eben die Musik die größte Schwäche dieses Spiels. Sie wollte einfach einem nicht im Ohr bleiben und so war es völlig egal, ob man mit oder ohne sie spielte.

Mehr sich im Übrigen diskriminiert fühlt, dass er ja nicht als Mädchen beweisen kann, wie einfach es doch ist so einen Bauernhof auf Vordermann zu bringen, dem empfehle ich das ein Jahr später erschienene „Harvest Moon: More Friends of Mineral Town“. Leider nur in Japan und USA herausgekommen, da man offenbar aufgrund des geringeren Erfolgs in USA von einem Release bei uns absah. Sauerei…

Abgesehen von der Geschlechterrolle – und damit den etwas anderen Liebschaften – scheint es jedoch ansonsten keinen wirklichen Unterschied zu geben. Immerhin nichts verpasst, wenn wir es schon nicht zu Spielen kriegen. Ein minimalistischer Trost.

Nun verabschiede ich mich aber, da ich durch das Schreiben des Beitrags wieder Lust bekommen habe, nach meinen fast zehn Jahre alten Tieren zu sehen. Na hoffentlich Leben die noch…
Ich mein, fast zehn Jahre ohne Futter?

Euch einen schönen Tag ob auf dem Bauernhof oder der heimeligen Couch und cheerio!
Euer King Sirus

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