Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und ich finde zwar das neue Jahr sollte nicht
negativ beginnen, aber andererseits habe ich mal wieder monatelang nur Spiele
präsentiert dich mich zum Lobpreisen brachten. Da denkt man am Ende noch mir
würde jedes Spiel auf dem Markt gefallen. Dem ist aber nicht so und manchmal
macht sich ein Spiel am Ende auch nur bei mir unbeliebt, aufgrund der
Übersetzungsfaulheit aufgrund von finanziellen Einsparungen bei den Publishern.
Somit dreht es sich heute um „Mega Man Battle Network 4: Red Sun“,
welches für den GameBoy Advance erschien. Es war nicht mein erstes „Mega Man
Battle Network“ – ich bin mir zwar nicht mehr sicher, aber ich habe den ersten
oder zweiten Teil der Reihe ebenfalls zuvor kurz angezockt, werde darauf aber
hier auch noch kurz zu sprechen kommen –, aber es scheiterte letztendlich bei
mir aus den selben Gründen: Die englische Sprache…
Soweit ich weiß sind bis zu „Mega Man Battle Network 4: Red Sun“
ausnahmslos alle Teile in englischer
Sprache auf dem deutschen Markt erschienen! So etwas, finde ich zumindest, ist
aus unternehmerischer Sicht immer
eine extrem dumme Entscheidung!
Natürlich bedeutet es für ein Unternehmen Kosten, das Spiel in andere
europäische Standardsprachen (die typische Auswahl, wer sie noch aus alten
GBA-Spielen heraus kennt, war ja: Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch und
Französisch) zu übersetzen. Aber andererseits bedeutet dies auch seine
potentielle Käuferschicht zu erweitern!
Gerade ein Spiel wie „Mega Man Battle Network 4: Red Sun“ – welches in
Deutschland glaub ich auf der Verpackung eine Altersfreigabe von drei Jahren
hatte –, lockt auch junges Publikum an, die jedoch mit der englischen Sprache
nicht vertraut sind. Ergo obwohl man Kinder unter zehn Jahren als Spieler
gewinnen könnte, verbaut man es sich selbst weil man das Spiel nicht übersetzt.
Ich selbst war damals beim Spiele von „Mega Man Battle Network 4: Red
Sun“ 16 Jahre alt gewesen und merkte, dass mit einfachem Schulenglisch es
bisweilen nicht ausreichte, um die komplexen Texte zu verstehen. Mehrfach habe
ich mir in Onlinedictionarys Übersetzungen zusammenbasteln müssen, was vor
allem dann unpraktisch wird, wenn man keine Übersetzung findet. So steckte ich
irgendwann in dem Spiel fest und wusste nicht wo und wie ich weiterkommen
sollte, weshalb ich es niemals durchgespielt habe.
Vielen Dank Sparmaßnahmen bei der Übersetzung…
Dies war auch schon jahre zuvor bei dem anderen Teil der Reihe, welchen
ich gespielt habe, passiert. Auch da war ich irgendwann nicht mehr
weitergekommen, weil ich aufgrund der Sprachbarriere nicht verstanden hatte,
wohin ich storytechnisch als nächstes hin sollte.
So etwas ist viel, viel, viel frustrierender, als jeder arschfiese
permadeath roguelike Spielehit…!
Aus diesem Grund lasse ich auch den Punkt Story diesmal gezielt weg. Von
der ist eh nichts wirklich haften geblieben, konnte ja auch nicht. Und da ich
eh nie sonderlich weit gekommen bin, ist es noch sogar noch schwieriger etwas Vernünftiges
über die Story zu sagen…
Grafisch sage ich nichts hierzu, denn alle sechs Teile der „Mega Man
Battle Network“-Reihe erschienen innerhalb von sechs Jahren (ja, jedes Jahr
eines) für den GameBoy Advance. Grafische Verbesserung war also in einem
überschaubaren Maß vorhanden. Na gut, eine Besonderheit muss man aber doch noch
erwähnen. Der fünfte Teil der Reihe erschien sowohl für den GBA, als auch den
Nintendo DS. Der sechste Teil hingegen war wieder ein reiner GBA-Ableger… seems
logic, wa?
Aber um die geht es hier nicht, sondern den vierten Teil, von daher
genug der Fun Facts!
Auch musikalisch sticht die Reihe nicht aus der großen Maße hervor.
Dabei muss man aber auch sagen, dass meine GBA-Spielzeit zu über 80% mutet war.
Mir gingen damals viele Lieder aus Computerspielen einfach nur auf den Zeiger,
da sie sehr nervig aufgebaut waren. Zumindest war dies mein Eindruck immer.
Das was die Reihe letztendlich wirklich als einziges interessant machte
und mich dazu brachte es nach dem gescheiterten Erstversuch eines ausgeliehenen
Spiels mit „Mega Man Battle Network 4: Red Sun“ nochmals zu versuchen, war das
Gameplay.
Oder besser gesagt, das Kampfsystem des Spiels. Hierzu muss man aber
erst einmal erklären, inwieweit die kultige Figur Mega Man in dieser
Spieleserie neu erfunden wurde. Anders als in den ersten Spielen ist er kein
Roboter mehr, der die Fähigkeiten seiner Feinde adaptiert, sondern ein
Programm. Dieser bewegt sich für seinen „Besitzer“ durch eine Art Internet,
welches BattleNet heißt und Programme durchaus kämpferisch schon mal aneinander
geraten.
Das Kampfsystem hat dann eine Art strategische Komponente. Auf jeweils
eigenen Feldern von drei mal drei Clustern Größe bewegen sich Mega Man, als
auch seine Feinde. Mit Hilfe von Battle Chips kann Mega Man dann zusätzliche
Attacken einsetzen oder auch Chips zu besonders starken Angriffen verbinden.
Alles in allem ist es ein System mit viel Tricks, Kniffen und Möglichkeiten die
alle zu erklären doch etwas viel wären. Außerdem befürchte ich, aufgrund der
langen Zeit die ich das Spiel nichtmehr angefasst habe, nicht alles korrekt
wiedergeben zu können. Oder verständlich.
Generell war dies ein ziemlich cooles System und brachte Mega Man auch
denen näher, die zu schlecht waren für die teilweise extrem schweren Jump ‘n‘
Run Titel dieser Spielefigur. Ich mein wer ist nicht an den allerersten GameBoy
Teilen zu Mega Man verzweifelt?
Nur ich?
Na toll…
Ich glaube, dass wenn das Spiel auf deutsch gewesen wäre, es mich
durchaus überzeugt hätte. Und zwar wirklich einzig und allein nur mit diesem
tollen Gameplay, welches mir unheimlich viel Spaß gemacht hatte. So aber war es
ein frustrierendes Machwerk von Capcom, dessen Kauf ich als rausgeschmissenes
Geld sehe.
Ihr solltet euch auch mal rausschmeißen in den Schnee – sollte bei euch
noch welcher rumliegen – oder zumindest den hoffentlich angenehmen Tag genießen.
Daher sag ich jetzt auch cheerio!
Euer King Sirus
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