Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und unglaublich, aber wahr… ich habe über ein
Jahr gebraucht, um mal die Fortsetzung von „Kingdom Hearts“ zum Beitragsthema
zu erklären?! Welch eine Schande…
Aber ist nun passiert und nur bedingt schlimm, denn so kann ich
behaupten, dass es diesen Beitrag angesichts des Releases der HD Remix Version
für die PlayStation 3 gibt. Sprechen wir demnach heute über „Kingdom Hearts 2“!
Dabei muss man aber auch erwähnen, dass dies nicht die einzige „Fortsetzung“
ist, denn zuvor gab es schon auf dem GameBoy Advance „Kingdom Hearts: Chain of
Memories“. Dieses stellt storytechnisch ein Bindeglied zwischen den beiden
Teilen der Hauptserie dar. Ergo finden sich einige Bezüge in „Kingdom Hearts 2“
auf den GBA-Teil, jedoch muss man den nicht gespielt haben, um die Fortsetzung
zu verstehen.
Seit nun fast zehn Jahren warten wir auf den dritten Teil, dessen
Entwicklung immerhin inzwischen bekannt gegeben wurde. Genauso lange frage ich
mich, wohin sich die Story noch entwickeln soll. Denn das Problem ist, dass „Kingdom
Hearts“ eine simple, aber richtig gute Story hatte. „Kingdom Hearts: Chain of
Memories“ – auf das wir noch ein ander Mal eingehen werden – hat damit begonnen
diese Story mit neuen Elementen vielschichtiger, komplizierter und
plottwistreicher zu machen. „Kingdom Hearts 2“ ist dann auf diesen Zug
aufgesprungen.
Meine Sorge ist einfach nur, nach den drei weiteren Ablegern die es
inzwischen gibt – „Kingdom Hearts 358/2 Days“, „Kingdom Hearts: Birth by Sleep“
und „Kingdom Hearts 3D: Dream Drop Distance“ –, dass die Story zu komplex
aufgebauscht wird, wodurch der dritte Teil keinen vernünftigen Schluss mehr
bieten kann. Dabei soll er genau das werden. Das Ende der Geschichte rund um
Soras Abenteuer. Wobei es gleichzeitig kein Ende der Crossover-Idee von Disney
und Square bedeuten soll.
Doch bleiben wir erst einmal beim zweiten Teil. Worum geht es da
eigentlich?
Das Spiel setzt mehr oder weniger da an, wo „Kingdom Hearts: Chain of
Memories“ endete. Und zwar erwachen Sora, Donald und Goofy aus einer längeren
Tiefschlafphase, die dazu nötig war um ihre beschädigten Erinnerungen aus dem
GBA-Teil wieder herzustellen. Doch bevor wir uns mit dem altbekannten Trio
wieder auf Reisen begeben, lernen wir zuvor Roxas kennen, der offenbar eine
besondere Verbindung zu unserem Helden zu haben scheint…
Nachdem wir endlich dann wieder das tolle Trio spielen dürfen, erfahren
wir dass es neben den altbekannten Herzlosen eine weitere Bedrohung gibt: Die
Niemande!
Diese werden augenscheinlich von einer ominösen Organisation
kontrolliert – die sogenannte Organisation XIII –, deren Mitglieder wir
teilweise schon während unseres Abenteuers im Schloss des Entfallens
(Handlungsort des GBA-Titels) kennenlernen durften.
Aber neben diesen sind auch andere Feinde früherer Zeiten mit von der
Partie. So verbündet sich Malefiz, die wiederauferstanden ist, mit Kater Karlo
und auch die Herzlosen dürfen nicht fehlen.
Der Weg von Sora, Donald und Goofy führt sie erneut über diverse Welten,
teilweise schon bekannt aus dem ersten Spiel, wo es gilt diverse Schurken zu
bezwingen. Doch auch die Suche nach Riku treibt sie weiter voran. Dabei
offenbaren wir dann das Geheimnis rund um die Niemande, erfahren etwas wahrlich
überraschendes in Bezug auf Ansem – unseren Feind in „Kingdom Hearts“ – und die
Frage was das namensgebende Kingdom Hearts eigentlich ist, wird mal wieder neu
interpretiert.
Zwar ist die Handlung wie gesagt vielschichtiger, mit Überraschungen
gespickt und erneut richtig gut erzählt, verliert dadurch aber den Chamre eines
Spiels, das vor allem von seiner Idee lebte. „Kingdom Hearts 2“ will vor allem
durch sein storytelling ernst genommen werden. Als Spiel, welches eine Handlung
zu erzählen weiß. Man möchte nicht mehr als Spiel für Kinder wahrgenommen
werden, sondern für alle Altersgruppen. Das ist gelungen, auch wenn ich den
kindlichen Charme mochte und dessen Verlust bedauere.
Und auch wenn aus heutiger Sicht und angesichts von Konkurrenz wie „The
Last of Us“, „The Walking Dead“ oder „Dust – An Elysian Tail“ die Story doch
nicht mehr so grandios wirkt, war sie es zum damaligen Zeitpunkt. Sie packte
mich, zog mich emotional mit sich und ich konnte mich darin verlieren. Hut ab
vor dieser Leistung! Eine Leistung, die aber nicht in jedem der Ableger abseits
der Hauptreihe gelang…
Was das Gameplay angeht – vor allem die Kämpfe, die ich ja im Text des
ersten Teils noch etwas kritisierte – hat sich reichlich was getan. Zwar sind
die Aufrufe noch sinnfreier und nutzloser geworden (was extrem schade ist, denn
wie in den „Final Fantasy“-Spielen, mochte ich die immer sehr und hätte mir
hier einen größeren Nutzfaktor gewünscht), doch dafür wurden die Kämpfe positiv
überarbeitet.
Ich fand, dass der Ablauf besser von statten ging, man mit mehr Manövern
arbeiten konnte, die Kameraführung übernahm ebenfalls nun der Spieler – was immerhin
etwas mehr Übersicht gewährte, als zuvor – und durch die neue Drive-Form Soras
auch ein besonderes Element hinzugefügt wurde. Dieses bedurfte durchaus eine
gewisse taktische Überlegung, denn bei der Drive-Form verbinden wir uns mit
einem oder auch beiden Partnern, was bedeutet dass sie uns während dieser Zeit
nicht unterstützen können. Außerdem muss man sich auch immer überlegen, welche
Form man zu welchem Zeitpunkt einsetzen will. Goofy für die Helden-Form, welche
den Angriff verbessert? Donald für die Weisen-Form, wodurch unsere Zauber
stärker werden?
Die Kämpfe haben somit deutlich mehr Spaß gemacht, als noch im
Vorgänger!
Musikalisch ist das Spiel ebenfalls wieder eine Wucht und das Opening,
so wie Ending (erneut von der berühmten japanischen Sängerin Utada Hikaru
gesungen – ich hoffe wirklich, dass sie bei Teil 3 ebenfalls wieder ran darf!)
haben mich einfach umgehauen. Ich konnte sie mir stundenlang anhören…
Einfach göttlich!
Grafisch muss man nicht viel sagen. Beide Spiele erschienen auf der
PlayStation 2, weshalb keine extremen Grafiksprünge möglich waren, weshalb sich
die Entwicklung eher auf optische Polierung begrenzt. Eher sieht man einen
Unterschied zwischen den HD Remixes beider Teile. Oder wenn man sich den ersten
Trailer zum angekündigten Teil 3 anschaut mit der angeblichen Ingame-Grafik. Da
wird man doch bisschen vorfreudig, auf das Spiel.
Ebenfalls eine wirklich geile Veränderung und Verbesserung war die neue
Art mit dem Gummi-Jet zu reisen. Ich bin kein großer Fan von Rail-Shootern, vor
allem da ich meist die richtig extremen und womöglich wirklich spaßmachenden
einfach nicht gebacken kriege. Doch hier wurde das Ganze in eine durchaus
fordernde, aber nicht überfordernde Form gepackt, die das Reisen zwischen den
Welten wirklich interessant gestaltet. Zudem gibt es die Möglichkeit das
Fluggefährt selbst zu gestalten, indem man mit Gumi-Blöcken zusätzliche
Fähigkeiten und Funktionen mit reinbaut. Hier haben sich die Macher wirklich
die Reaktionen der Fans zu Herzen genommen (mieses Wortspiel, sorry…).
Wenn man die Story irgendwann
durch hat, gibt es dennoch noch reichliche Kleinigkeiten links und rechts des
Handlungspfades zu erledigen. Ein Skateboard Mini-Spiel (Tony Hawk lässt
grüßen), die Arena des Olymps in der Unterwelt von Hades erwartet den Spieler
oder sogar ganze Welten, die als reine Mini-Spiele ausgelegt sind. So etwa der
Hundertmorgenwald!
Das Spiel bietet also reichlich
Stoff und ist in meinen Augen nicht einfach nur eine würdige Fortsetzung, sogar
eine Steigerung der Spielreihe. Oftmals sind Nachfolger enttäuschend und können
nicht an die Qualität des Erstwerks heranreichen. Diess Problem haben Square
Enix mit „Kingdom Hearts 2“ nicht, hoffentlich also auch nicht mit „Kingdom
Hearts 3“. Wer das Spiel noch nicht hat, sollte also durchaus sich überlegen
zum HD Remix zu greifen. Immerhin liegen dem, soweit ich weiß, auch „Kingdom
Hearts: Birth by Sleep Final Mix“ (HD Version des PSP Spiels auf der PlayStation
3) bei, so wie eine Videozusammenfassung von „Kingdom Hearts Re:coded“ (ein
Handyspiel, welches ursprünglich nur in Japan erschien, aber auch eine Nintendo
DS Umsetzung erhielt, welche wiederum auch außerhalb Japans erhältlich war).
Euch jetzt noch ‘nen schönen Tag und hoffentlich einen angenehmen
Rutschs ins neue Jahr. Ich freue mich euch schon mit den ersten Texten im neuen
Jahr begrüßen zu dürfen, doch jetzt erst einmal cheerio!
Euer King Sirus
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