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Sonntag, 21. Dezember 2014

Zu Land und auch zu Wasser unterwegs

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und endlich ist es soweit, das letzte Spiel der „Pokémon“-Reihe wird nun endlich von mir abgehandelt, nachdem nun auch die Remakes der dritten Generation draußen sind. Endlich kann ich mich darüber auslassen, wie schlecht es doch auf Hoenn zuging…

„Pokémon Rubin“ und „Pokémon Saphir“ hießen die Spiele des GameBoy Advanve Zeitalters, mitsamt dem Sonderteil „Pokémon Smaragd“. Für mich die schlechtesten Titel aller Zeiten, auch wenn es einige interessante und coole Neuerungen gab. Doch gleichzeitig auch einen Entscheid, der für mich vieles kaputt machte!

Ich merke jedoch, dass ich wieder zu viel auf einmal will, weshalb ich nun erst einmal die Story etwas betrachten will, bevor wir auf die Veränderungen eingehen. Dabei muss aber gerade hier eine sehr wichtige Veränderung angesprochen werden: Wir können erstmal in einem Hauptteil der Serie unser Geschlecht wählen!

Natürlich war diese Wahl schon in „Pokémon Kristall“ vorhanden, doch da dies eben eine Sonderedition war, ist diese Funktionsübernahme in die dritte Generation durchaus besonders. Als Brix oder Maike können wir unser Abenteuer beginnen und je nachdem wen wir wählen, wird die andere Figur zum Kind des Professors der Region – Professor Birk – und unser Rivale / unsere Rivalin.
Nur bleibt es nicht bei einem Rivalen, sondern mit dem kränklichen und an geringem Selbstbewusstsein leidenden Jungen Heiko wird uns noch ein zweiter Kontrahent auf unserer Reise spendiert. Eine halbwegs ähnliche Situation bekommen wir auch erst zwei Generationen weiter serviert.

Abgesehen davon ist die Story wie so oft dieselbe. Wir sind ein aufstrebendes Kind, welches Champ der Region werden will und müssen uns dabei mal wieder mit einer Verbrecherorganisation herumschlagen. In diesem Punkt ist die dritte Edition auch wieder ein klein wenig besonders. Denn mit Team Aqua und Team Magma werden nicht einfach nur zwei Gruppierungen dem Spieler geboten, sondern zwei Gruppen die sich gegenseitig bekämpfen, da ihre Ansichten so ähnlich und doch so grundverschieden sind.

Während Team Aqua die Weltmeere vergrößern wollen, um mehr Lebensraum für Wasser-Pokémon zu schaffen (außerdem stamme ja alles Leben aus dem Wasser, weshalb die Idee sowieso für alle gut sei… ähm… wie bitte?!), versucht Team Magma die Landmassen der Inselregion zu vergrößern. Na ja… um ebenfalls mehr Lebensraum für Mensch und Pokémon zu erschaffen…
Wieso kann man sich nicht einfach mit dem Lebensraum den man hat vergnügen?! Denn die Vergrößerung eines Lebensraums bringt immerhin die Verkleinerung eines anderen mit sich! Am Ende kommt es, wie es kommen muss und die Teams stehen vor selbstausgelösten Klimakatastophen, die sie nicht mehr kontrollieren können. Den Legendären Groudon und Kyogre zum Dank… na toll auch…!

Ich weiß noch, wie ich den Editionen fünf und sechs explizitie Gesellschaftskritik unterstellte, doch das erste Mal kann man dies in der dritten Generation behaupten, da hier Thematiken wie „Umgang mit der Natur und Lebensräumen“ aufgegriffen wurden. Für meinen Geschmack hätte man da noch ein bisschen mehr draus machen können, dennoch war es eine bessere Umsetzung als Team Flare!

Wo also ist das Problem? Warum empfinde ich die dritte Generation so schwach?
Nun, das lag daran, dass Nintendo aufgrund der spielerischen Neuerungen eine Abkapslung dieser Editionen entschied. Fast möchte ich von einem „Reboot“ sprechen…
Denn ein Tausch oder sonstiges Interagieren mit den Vorgängerversionen war einfach nicht mehr möglich. Das hat mich damals schon irgendwie angepisst, vor allem da es mir somit unnötig erschwert wurde alle Pokémon zusammen zu tragen. Was auch gar nicht vorgesehen war! Kein Wunder, dass Nintendo schnell mit Hilfe der Remakes der ersten Generation in diesem Kurs zurückgerudert sind…

So viel zum grandiosen Übergang von „Spielhandlung“ zu „Gameplayänderungen“. Eine wirklich gravierende Erneuerung, die auch das Kämpfen durchaus beeinflusste und in Zukunft ein kompetitives Spielen ermöglichte, waren die Einführung von Wesen, Fähigkeiten und Fleiß-Punkte (lange Zeit unter dem Begriff EV bekannt). An dieser Stelle fällt mir auf, dass ich beim Text zur fünften Edition die Einführung der versteckten Fähigkeiten zu erwähnen vergaß… mist!

Ich persöhnlich bin kein Freund des kompetitiven Spielens, wodurch für mich das Kämpfen mit Freunden und in internetverbunderen Editionen auch das Kämpfen mit völlig Fremden stark an Reiz verlor, da ich ständig und immerzu verlor…
Hier bin ich vielleicht ein wenig „romantisch“ in meiner Ansicht, aber ich stelle mir meine Kämpfe immer wie in der Serie vor. Wo man nicht durch Zahlenjonglieren und Perfektionismus gewinnen kann…

Deutlich mehr konnte ich daher mit den damals neu eingeführten Doppelkämpfen anfangen.
Auch das neue PokéNav war eine ganz witzige, neue Funktion, deren Sinn und Nutzen sicherlich fraglich waren. Nach dem Motto: „Sieht schön aus, brauch man aber auch nicht unbedingt!“
Ähnlich erging es mir übrigens auch mit den Geheimbasen. Zwar machte das Einrichten dieser Spaß, jedoch war es eine kurzlebige Freude, die schnell an Reiz verlor.

Praktischer sind dagegen die neuen Pokéball-Versionen, die in dieser Edition dazu kamen. Ich mochte in der zweiten Generation schon die Idee mit den Aprikokos, wobei mir das Einsammeln dieser doch sehr umständlich war. Der einfache Kauf spezieller Pokébälle war hier dann schon die deutlich komfortablere Methode, die somit sich auch in der Nützlichkeit durchsetzte. Für mich faulen Sack jedenfalls.

Dennoch wurde ich von der Suche nicht gänzlich befreit, denn anstelle der Aprikokos wuchsen nun Beeren überall in Hoenn, die unterschiedliche Heilwirkungen haben konnten oder zu Pokériegeln verarbeitet wurden, womit wettbewerbsrelevante Werte gesteigert wurden. An dieser Stelle muss ich sagen, dass mir die Wettbewerbe tatsächlich eine Menge Spaß machten und ich sogar extra Pokémon nur für die Wettbewerbe fit machte, um auf Bänderjagd zu gehen. Eine Wiederspielwertsteigerung per excellence.

Und auch wenn ich mich davor drücke, muss die Grafik natürlich wieder erwähnt werden. Ich sprach es damals im Beitrag zur vierten Edition ja bereits an, aber der Sprung vom GameBoy / Game Boy Color zum GameBoy Advance war schon gigantisch. Alles sah schöner aus, Spuren wurden hinterlassen, Wasserspiegelungen eingeführt, Wetterveränderungen vorgestellt…
Die Welt von Pokémon und den „Pokémon“-Spielen wurde realistischer, lebhafter, glaubhafter und damit das Eintauchen in dieselbige einfacher.

Leider, leider besaß ich nur das Spiel und keinen eigenen GameBoy Advance – welchen ich mir daher bei einem Freund auslieh, um das Spiel spielen zu können –, so dass meine Zeit auf Hoenn begrenzt war. War aber auch nicht soooo schlimm, denn nach vollenden der Story und trotz einiger Möglichkeiten länger am Ball zu bleiben, fesselte mich das Spiel einfach nicht mehr so stark. Zwar kann man sich darüber wundern, vor allem da ich die Generation zu Beginn so schlecht geredet habe und hier nun so wenig wirkliche Kritik anbringe, wie das ganze eigentlich zusammenpasst.

Am Ende ist der Negativeindruck wirklich komplett auf die Abkapslung geschuldet. Ich hatte damals nur „Pokémon Rubin“, keine Erstgeneration-Remakes für mehr Pokémon dank Nationaldex und die mageren 202 Viecher des Hoenn-Dex reduzierten hier meine Spielzeit doch merklich. Das Fehlen von gut 180 weiteren Pokémon – worunter einiger meiner größten Lieblinge waren – pisste mich (um es mal in schönem Deutsch zu sagen) ungemein an. Und eine solche Ansicht ist dann schwer umzustimmen, selbst wenn man sich selbst in einem Rezensionsbeitrag vor Augen führt, wie wenig schlechtes es tatsächlich in dem Spiel gab. Vor allem im Angesicht späterer Generationen!

Bevor ich nun zu den Remakes übergehe, will ich noch kurz die Sonderedition „Pokémon Smaragd“ ansprechen. Zwar sind die Unterschiede zu den Hauptteilen wie so oft eher geringerer Natur – wobei man sagen muss, dass in Smaragd erstmals auch inhaltliche Änderungen der Welt vorgenommen wurden –, in diesem Fall aber ausreichend um eine besondere Nennung zu erfahren.

So sind die Storyänderungen, welche ich eben schon andeutete, ziemlich auffällig. Wir dürfen uns diesmal nicht nur mit Team Aqua oder Team Magma herumschlagen, sondern mit Beiden und am Ende der Top Vier erwartet uns nicht mehr Troy als Champion der Hoenn-Region.

Daneben wird uns mit der Kampfzone zusätzliches Spielspaßpotential angeboten und eine Überarbeitung der Safari-Zone sticht ebenfalls ins Auge.

Wesentlich stärker fallen die Unterschiede zwischen den originalen Teilen und den neusten Remakes aus. Seit nun auf den Tag genau ein Monat lang sind diese erhältlich und für mich… unsäglich langweilig?!

„Pokémon Omega Rubin“  und „Pokémon Alpha Saphir“ hat zwar eine extreme grafische Aufarbeitung vorzuweisen, doch wie ich schon zur Demo erwähnte, ist der Optik-Bonus damit dennoch nicht gegeben. Im Gegenteil traten bei mir sogar während der Kämpfe öfters mal ruckler in Form von Bildverlangsamungen auf, was ich beispielsweise bei „Pokémon X“ und „Pokémon Y“ gar nicht hatte. Ergo ist hier sogar von einer schlechteren Qualität zu sprechen!

Dazu kommt noch, dass ich aufgrund der neuen Optik, aber alten Ortschaftsaufbauten sogar Orientierungsschwierigkeiten hatte, die ich mir nicht erklären konnte. Ich hatte kein Gefühl mehr für die Welt, für die Wege dazwischen, was wo lag und wie ich dahin kam. Alles wirkte so fremd, wenn auch so vertraut…
Vielleicht war ich auch einfach nur überfordert? Wer weiß das schon…

Aber am stärksten fiel mir dies in Malvenfroh City auf, wo nicht nur eine grafische Aufbesserung vorgenommen wurde, sondern die ganze Stadt völlig neu aufgebaut wurde (warum wurden die Spielhallen in Pokémon eigentlich verboten?! Das ist doch wirklich kindisch…).

Ansonsten kann ich tatsächlich nicht viel zu den Remakes sagen. Denn ich bin aktuell auf dem Weg nach Bad Lavastadt und bisher ist der Funke zu mir einfach nicht durchgedrungen. Ich suchte das Spiel nicht, sondern kleckere so vor mich hier. Obwohl durchaus viele reizbare Neuerungen auf mich warten, kann ich mich nicht aufraffen weiter zu spielen.

Ich weiß, dass dies daher durchaus etwas enttäuschend ist, vor allem da ich ja extra meine Meinung wegen den Remakes damals aufgespart habe, aber selbst das stellt irgendwie eine Ansicht dar. Die Remakes packen mich einfach nicht, da vor allem zu Beginn einfach zu wenig Erneuerung außer graphische Politur geboten werden.
Sobald ich aber innerhalb der nächsten Jahre weiter voran bin, werde ich noch einmal einen Nachtrag hierzu rausbringen. Entweder in diesen Beitrag reineditiert oder als eigenständigen Beitrag. Mal schauen.

Ich hoffe ihr seid nicht allzu enttäuscht vom heutigen Text und könnt dennoch ‘nen schönen Tag genießen. Cheerio!
Euer King Sirus

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