Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und endlich ist es soweit, das letzte Spiel der „Pokémon“-Reihe
wird nun endlich von mir abgehandelt, nachdem nun auch die Remakes der dritten
Generation draußen sind. Endlich kann ich mich darüber auslassen, wie schlecht
es doch auf Hoenn zuging…
„Pokémon Rubin“ und „Pokémon Saphir“ hießen die Spiele des GameBoy
Advanve Zeitalters, mitsamt dem Sonderteil „Pokémon Smaragd“. Für mich die
schlechtesten Titel aller Zeiten, auch wenn es einige interessante und coole
Neuerungen gab. Doch gleichzeitig auch einen Entscheid, der für mich vieles
kaputt machte!
Ich merke jedoch, dass ich wieder zu viel auf einmal will, weshalb ich
nun erst einmal die Story etwas betrachten will, bevor wir auf die
Veränderungen eingehen. Dabei muss aber gerade hier eine sehr wichtige
Veränderung angesprochen werden: Wir können erstmal in einem Hauptteil der
Serie unser Geschlecht wählen!
Natürlich war diese Wahl schon in „Pokémon Kristall“ vorhanden, doch da
dies eben eine Sonderedition war, ist diese Funktionsübernahme in die dritte
Generation durchaus besonders. Als Brix oder Maike können wir unser Abenteuer
beginnen und je nachdem wen wir wählen, wird die andere Figur zum Kind des
Professors der Region – Professor Birk – und unser Rivale / unsere Rivalin.
Nur bleibt es nicht bei einem Rivalen, sondern mit dem kränklichen und
an geringem Selbstbewusstsein leidenden Jungen Heiko wird uns noch ein zweiter Kontrahent
auf unserer Reise spendiert. Eine halbwegs ähnliche Situation bekommen wir auch
erst zwei Generationen weiter serviert.
Abgesehen davon ist die Story wie so oft dieselbe. Wir sind ein aufstrebendes
Kind, welches Champ der Region werden will und müssen uns dabei mal wieder mit
einer Verbrecherorganisation herumschlagen. In diesem Punkt ist die dritte
Edition auch wieder ein klein wenig besonders. Denn mit Team Aqua und Team
Magma werden nicht einfach nur zwei Gruppierungen dem Spieler geboten, sondern zwei
Gruppen die sich gegenseitig bekämpfen, da ihre Ansichten so ähnlich und doch
so grundverschieden sind.
Während Team Aqua die Weltmeere vergrößern wollen, um mehr Lebensraum
für Wasser-Pokémon zu schaffen (außerdem stamme ja alles Leben aus dem Wasser,
weshalb die Idee sowieso für alle gut sei… ähm… wie bitte?!), versucht Team
Magma die Landmassen der Inselregion zu vergrößern. Na ja… um ebenfalls mehr
Lebensraum für Mensch und Pokémon zu erschaffen…
Wieso kann man sich nicht einfach mit dem Lebensraum den man hat
vergnügen?! Denn die Vergrößerung eines Lebensraums bringt immerhin die
Verkleinerung eines anderen mit sich! Am Ende kommt es, wie es kommen muss und
die Teams stehen vor selbstausgelösten Klimakatastophen, die sie nicht mehr
kontrollieren können. Den Legendären Groudon und Kyogre zum Dank… na toll auch…!
Ich weiß noch, wie ich den Editionen fünf und sechs explizitie
Gesellschaftskritik unterstellte, doch das erste Mal kann man dies in der
dritten Generation behaupten, da hier Thematiken wie „Umgang mit der Natur und
Lebensräumen“ aufgegriffen wurden. Für meinen Geschmack hätte man da noch ein
bisschen mehr draus machen können, dennoch war es eine bessere Umsetzung als
Team Flare!
Wo also ist das Problem? Warum empfinde ich die dritte Generation so
schwach?
Nun, das lag daran, dass Nintendo aufgrund der spielerischen Neuerungen
eine Abkapslung dieser Editionen entschied. Fast möchte ich von einem „Reboot“
sprechen…
Denn ein Tausch oder sonstiges Interagieren mit den Vorgängerversionen
war einfach nicht mehr möglich. Das hat mich damals schon irgendwie angepisst,
vor allem da es mir somit unnötig erschwert wurde alle Pokémon zusammen zu
tragen. Was auch gar nicht vorgesehen war! Kein Wunder, dass Nintendo schnell
mit Hilfe der Remakes der ersten Generation in diesem Kurs zurückgerudert sind…
So viel zum grandiosen Übergang von „Spielhandlung“ zu „Gameplayänderungen“.
Eine wirklich gravierende Erneuerung, die auch das Kämpfen durchaus
beeinflusste und in Zukunft ein kompetitives Spielen ermöglichte, waren die
Einführung von Wesen, Fähigkeiten und Fleiß-Punkte (lange Zeit unter dem
Begriff EV bekannt). An dieser Stelle fällt mir auf, dass ich beim Text zur
fünften Edition die Einführung der versteckten Fähigkeiten zu erwähnen vergaß…
mist!
Ich persöhnlich bin kein Freund des kompetitiven Spielens, wodurch für
mich das Kämpfen mit Freunden und in internetverbunderen Editionen auch das
Kämpfen mit völlig Fremden stark an Reiz verlor, da ich ständig und immerzu
verlor…
Hier bin ich vielleicht ein wenig „romantisch“ in meiner Ansicht, aber
ich stelle mir meine Kämpfe immer wie in der Serie vor. Wo man nicht durch
Zahlenjonglieren und Perfektionismus gewinnen kann…
Deutlich mehr konnte ich daher mit den damals neu eingeführten
Doppelkämpfen anfangen.
Auch das neue PokéNav war eine ganz witzige, neue Funktion, deren Sinn
und Nutzen sicherlich fraglich waren. Nach dem Motto: „Sieht schön aus, brauch
man aber auch nicht unbedingt!“
Ähnlich erging es mir übrigens auch mit den Geheimbasen. Zwar machte das
Einrichten dieser Spaß, jedoch war es eine kurzlebige Freude, die schnell an
Reiz verlor.
Praktischer sind dagegen die neuen Pokéball-Versionen, die in dieser
Edition dazu kamen. Ich mochte in der zweiten Generation schon die Idee mit den
Aprikokos, wobei mir das Einsammeln dieser doch sehr umständlich war. Der
einfache Kauf spezieller Pokébälle war hier dann schon die deutlich
komfortablere Methode, die somit sich auch in der Nützlichkeit durchsetzte. Für
mich faulen Sack jedenfalls.
Dennoch wurde ich von der Suche nicht gänzlich befreit, denn anstelle
der Aprikokos wuchsen nun Beeren überall in Hoenn, die unterschiedliche
Heilwirkungen haben konnten oder zu Pokériegeln verarbeitet wurden, womit wettbewerbsrelevante
Werte gesteigert wurden. An dieser Stelle muss ich sagen, dass mir die
Wettbewerbe tatsächlich eine Menge Spaß machten und ich sogar extra Pokémon nur
für die Wettbewerbe fit machte, um auf Bänderjagd zu gehen. Eine
Wiederspielwertsteigerung per excellence.
Und auch wenn ich mich davor drücke, muss die Grafik natürlich wieder
erwähnt werden. Ich sprach es damals im Beitrag zur vierten Edition ja bereits
an, aber der Sprung vom GameBoy / Game Boy Color zum GameBoy Advance war schon
gigantisch. Alles sah schöner aus, Spuren wurden hinterlassen,
Wasserspiegelungen eingeführt, Wetterveränderungen vorgestellt…
Die Welt von Pokémon und den „Pokémon“-Spielen wurde realistischer,
lebhafter, glaubhafter und damit das Eintauchen in dieselbige einfacher.
Leider, leider besaß ich nur das Spiel und keinen eigenen GameBoy
Advance – welchen ich mir daher bei einem Freund auslieh, um das Spiel spielen
zu können –, so dass meine Zeit auf Hoenn begrenzt war. War aber auch nicht
soooo schlimm, denn nach vollenden der Story und trotz einiger Möglichkeiten
länger am Ball zu bleiben, fesselte mich das Spiel einfach nicht mehr so stark.
Zwar kann man sich darüber wundern, vor allem da ich die Generation zu Beginn
so schlecht geredet habe und hier nun so wenig wirkliche Kritik anbringe, wie
das ganze eigentlich zusammenpasst.
Am Ende ist der Negativeindruck wirklich komplett auf die Abkapslung
geschuldet. Ich hatte damals nur „Pokémon Rubin“, keine Erstgeneration-Remakes
für mehr Pokémon dank Nationaldex und die mageren 202 Viecher des Hoenn-Dex
reduzierten hier meine Spielzeit doch merklich. Das Fehlen von gut 180 weiteren
Pokémon – worunter einiger meiner größten Lieblinge waren – pisste mich (um es
mal in schönem Deutsch zu sagen) ungemein an. Und eine solche Ansicht ist dann
schwer umzustimmen, selbst wenn man sich selbst in einem Rezensionsbeitrag vor
Augen führt, wie wenig schlechtes es tatsächlich in dem Spiel gab. Vor allem im
Angesicht späterer Generationen!
Bevor ich nun zu den Remakes übergehe, will ich noch kurz die
Sonderedition „Pokémon Smaragd“ ansprechen. Zwar sind die Unterschiede zu den
Hauptteilen wie so oft eher geringerer Natur – wobei man sagen muss, dass in
Smaragd erstmals auch inhaltliche Änderungen der Welt vorgenommen wurden –, in
diesem Fall aber ausreichend um eine besondere Nennung zu erfahren.
So sind die Storyänderungen, welche ich eben schon andeutete, ziemlich
auffällig. Wir dürfen uns diesmal nicht nur mit Team Aqua oder Team Magma
herumschlagen, sondern mit Beiden und am Ende der Top Vier erwartet uns nicht
mehr Troy als Champion der Hoenn-Region.
Daneben wird uns mit der Kampfzone zusätzliches Spielspaßpotential
angeboten und eine Überarbeitung der Safari-Zone sticht ebenfalls ins Auge.
Wesentlich stärker fallen die Unterschiede zwischen den originalen
Teilen und den neusten Remakes aus. Seit nun auf den Tag genau ein Monat lang
sind diese erhältlich und für mich… unsäglich langweilig?!
„Pokémon Omega Rubin“ und
„Pokémon Alpha Saphir“ hat zwar eine extreme grafische Aufarbeitung
vorzuweisen, doch wie ich schon zur Demo erwähnte, ist der Optik-Bonus damit
dennoch nicht gegeben. Im Gegenteil traten bei mir sogar während der Kämpfe
öfters mal ruckler in Form von Bildverlangsamungen auf, was ich beispielsweise
bei „Pokémon X“ und „Pokémon Y“ gar nicht hatte. Ergo ist hier sogar von einer
schlechteren Qualität zu sprechen!
Dazu kommt noch, dass ich aufgrund der neuen Optik, aber alten
Ortschaftsaufbauten sogar Orientierungsschwierigkeiten hatte, die ich mir nicht
erklären konnte. Ich hatte kein Gefühl mehr für die Welt, für die Wege
dazwischen, was wo lag und wie ich dahin kam. Alles wirkte so fremd, wenn auch
so vertraut…
Vielleicht war ich auch einfach nur überfordert? Wer weiß das schon…
Aber am stärksten fiel mir dies in Malvenfroh City auf, wo nicht nur
eine grafische Aufbesserung vorgenommen wurde, sondern die ganze Stadt völlig
neu aufgebaut wurde (warum wurden die Spielhallen in Pokémon eigentlich
verboten?! Das ist doch wirklich kindisch…).
Ansonsten kann ich tatsächlich nicht viel zu den Remakes sagen. Denn ich
bin aktuell auf dem Weg nach Bad Lavastadt und bisher ist der Funke zu mir
einfach nicht durchgedrungen. Ich suchte das Spiel nicht, sondern kleckere so
vor mich hier. Obwohl durchaus viele reizbare Neuerungen auf mich warten, kann
ich mich nicht aufraffen weiter zu spielen.
Ich weiß, dass dies daher durchaus etwas enttäuschend ist, vor allem da
ich ja extra meine Meinung wegen den Remakes damals aufgespart habe, aber selbst
das stellt irgendwie eine Ansicht dar. Die Remakes packen mich einfach nicht,
da vor allem zu Beginn einfach zu wenig Erneuerung außer graphische Politur
geboten werden.
Sobald ich aber innerhalb der nächsten Jahre weiter voran bin, werde ich
noch einmal einen Nachtrag hierzu rausbringen. Entweder in diesen Beitrag
reineditiert oder als eigenständigen Beitrag. Mal schauen.
Ich hoffe ihr seid nicht allzu enttäuscht vom heutigen Text und könnt
dennoch ‘nen schönen Tag genießen. Cheerio!
Euer King Sirus
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