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Sonntag, 13. April 2014

Hier liegt zwar nicht der größte Schatz der Welt, aber immerhin ein Abenteuer

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und oftmals hat man als deutscher Fan das Gefühl benachteiligt zu werden. Während sich die Japaner über haufenweise Filme, Spiele und Specials zu ihren Lieblingsmanga / -anime freuen dürfen, müssen wir uns mit lediglich einem Bruchteil des Vergnügens zufrieden geben.

So gehört Eiichiro Oda’s „One Piece“ neben „Dragonball“ und „Naruto“ zu den Manga- / Animevertretern mit den meisten Spieleadaptionen auf dem deutschen Markt, schaut man sich aber die Fülle an Spielen die es dazu in good old Japan gibt, ist selbst das nur ein Bruchteil des Möglichen.

Heute möchte ich mir aus der Auswahl an deutschen „One Piece“-Spielen gerne das für die Wii erschienene „One Piece Unlimited Cruise 1“ rauspicken.

Natürlich hätte ich sehr gerne die Originalstory nachgespielt, doch bei dem Umfang den sie inzwischen umfasst ist das mehr als reines Wunschdenken. Dennoch muss sich die Handlung des Spiels nicht verstecken, denn sie wurde vom Meister persönlich kreiert.

Dies merkt man auch an vielen Spielen. So ist beispielsweise in praktisch jeder Rendersequenz der typische Humor vorzufinden. Ironischerweise – um an diesem Punkt noch kurz zu bleiben – haben mir die Gags im Spiel jedoch besser gefallen, als sie es inzwischen im Manga tun. Während ich hier so manches Mal wirklich laut loslachen musste, empfinde ich es im Manga inzwischen sehr überzogen und eher lächerlich als noch witzig.

Die Story folgt dem typischen „Ruffy entdeckt etwas, dass ihn neugierig macht und zu einem großen Abenteuer wird“-Aufbau, den man bereits aus diversen Movies und Vorgängerspielen kennt. Auch vom Ablauf her ist sie leider etwas zu linear geraten und so gibt es eigentlich nichts, was ich in diesem Punkt besonders hervorheben kann und möchte, auch wenn sie an und für sich solide ist und sich gut in die „One Piece“-Welt einfügt.

Gerade wenn es um das Untersuchen der Inseln geht, hätte man dem Spieler ruhig ein wenig mehr Freiheit lassen können. Dies wird aber mit den diversen Spielzusätzen ausgeglichen. So gibt es einige Tätigkeiten mit denen man einige Stunden Spielspaß verbringen kann, ohne der Handlung weiter folgen zu müssen.

Sei es das Angeln und somit Sammeln aller Wasserlebewesen (immer wieder herrlich, wenn man einen Seekönig an Land zieht und wie die unterschiedlichen Strohhüter auf den Fang dann reagieren) oder wenn man an Land auf Insektenjagd geht. Bei diesen beiden Alternativtätigkeiten bleibt es aber natürlich nicht.

Wir hätten da noch die Vervollständigung aller Rezepte an der Seite von Meistersmutje Sanji, die Umsetzung aller Kreationen in Choppers Chemieküche oder das Basteln aller Erfindungen unter dem wachsamen Auge von Lysop. Oh, halt! Und natürlich noch das Finden von zehn geheimen (plus einer extra geheimen) Schatzkisten, um Namis unstillbare Berrygier zu stillen!

Wer lieber auf Kämpfe steht, kann sich auch noch an den mehr oder weniger schwierigen geheimen Endbossen versuchen. Insgesamt gesehen gibt es also reichlich zu entdecken. Für Fans würde ich daher schon fast von einem Pflichtkauf samt Hochgenussempfinden sprechen, aber auch Nicht-Fans können mit dem Werk reichlich Spaß haben. Wie schon zuvor erwähnt: Der Humor allein ist wirklich grandios!

Schnell findet auch jeder seinen Lieblingscharakter, mit dem er am Besten zu Recht kommt, obwohl eigentlich jeder seine persönlichen Stärken aufweist und damit spieleswert ist. So dürften viele vermutlich Nami, Lysop, Robin, Chopper, Franky und Brook völlig unterschätzen und kaum nutzen – außer vielleicht wenn es Lieblingsfiguren sind – und sich auf das Machttrio Ruffy, Zorro und Sanji stürzen.

Habe ich ehrlich gesagt anfangs auch so gehandhabt. Sobald man aber die vermeintlich schwächeren Crewmitglieder etwas trainiert hat, weiß so mancher mit tollen Attacken und damit verbundenen Strategien zu überzeugen

Die Grafik fand ich ganz in Ordnung, dafür dass die Wii wegen ihrer Leistung in diesem Bereich ja gerne immer etwas verteufelt wird. Doch zeigt dieses Spiel eben auch, dass solche Faktoren zweitrangig werden können, wenn der Rest stimmt.

Leider stimmt dieser Rest nicht zu 100% und so gibt es auch etwas zu beanstanden. Etwas was so gravierend ist, dass es viel von diesem tollen Werk kaputt macht. Es handelt sich um die Steuerung, die mit dem Wii-Nunchuk und natürlich dann auch mit der Wiimote arbeitet.

Eben diese Steuerung empfand ich oftmals als sehr ungenau, schwammig und manche Attacken in ihrer Angriffsrichtung kaum bis gar nicht kontrollierbar. Es ärgert einen somit schon immens, wenn man statt einer Sprintattacke einen Special Angriff macht und damit wertvolle SP vergeudet. Gerade auch zu Anfang, wenn man wenig SP hat und keine Heilsachen, ist das gelinde gesagt extrem ärgerlich und nervig.

Doch das hat sich ja nun eigentlich alles hauptsächlich auf den Story-Mode bezogen, gibt es denn keine weiteren Modi oder versteckte Extras? Doch, es gibt noch einen VS.-Mode, wo man in klassischer Beat’em Up Manier sich gegenseitig die Schädel einmatscht und auch viele Kämpfer erst freispielen muss. Oh und es gibt den Survival-Mode noch, dessen Name wohl relativ selbsterklärend ist.

Wenn man die Story einmal durchgespielt hat, werden natürlich auch neue Schwierigkeitsgrade freigespielt. So etwa der Hard Mode oder danach sogar noch der Very Hard Mode. Und wer vielleicht seinen Errungenschaften hinterher trauert bevor er „One Piece Unlimited Cruise 2“ einlegen will, sei getröstet. Die Fortsetzung setzt nicht nur storytechnisch da an, wo Teil 1 aufhörte, nein ihr könnt auch eure Speicherdaten übernehmen!

Und wer ohnehin beide Spiele spielen will, kann sich ja das „One Piece Unlimited Cruise Double Pack“ besorgen, denn da sind beide Teile in einem schicken Schuber verpackt. Eher stutzig machte mich dagegen „One Piece Unlimited Cruise SP“ und „One Piece Unlimited Cruise SP 2“.

Während nämlich in Japan und Amerika „One Piece Unlimited Cruise SP“ die Nintendo 3DS Variante beider „One Piece Unlimited Cruise“-Teile in einem ist – samt spielbaren Marine Ford Arc als neuer Bonusinhalt – wird uns europäern das Geld in der Tasche gezogen, indem man die Nintendo 3DS Version genauso wie die ursprünglichen Wii-Spiele splittet.

Und so werden wir hier in Europa doch mal wieder gegeiselt und gepeinigt, aber sind wir ja irgendwie schon fast gewohnt. Insgesamt bleibt die Aussage von oben aber stehen, das Spiel ist gut und nun habe ich sogar wieder Lust bekommen, mal wieder nach Seekönigen zu angeln!

In diesem Sinne euch einen schönen Tag und cheerio!
Euer King Sirus

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