Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und
oftmals hat man als deutscher Fan das Gefühl benachteiligt zu werden. Während
sich die Japaner über haufenweise Filme, Spiele und Specials zu ihren
Lieblingsmanga / -anime freuen dürfen, müssen wir uns mit lediglich einem
Bruchteil des Vergnügens zufrieden geben.
So gehört Eiichiro Oda’s „One
Piece“ neben „Dragonball“ und „Naruto“ zu den Manga- / Animevertretern mit den
meisten Spieleadaptionen auf dem deutschen Markt, schaut man sich aber die
Fülle an Spielen die es dazu in good old Japan gibt, ist selbst das nur ein
Bruchteil des Möglichen.
Heute möchte ich mir aus der
Auswahl an deutschen „One Piece“-Spielen gerne das für die Wii erschienene „One
Piece Unlimited Cruise 1“ rauspicken.
Natürlich hätte ich
sehr gerne die Originalstory nachgespielt, doch bei dem Umfang den sie
inzwischen umfasst ist das mehr als reines Wunschdenken. Dennoch muss sich die
Handlung des Spiels nicht verstecken, denn sie wurde vom Meister persönlich
kreiert.
Dies merkt man auch
an vielen Spielen. So ist beispielsweise in praktisch jeder Rendersequenz der
typische Humor vorzufinden. Ironischerweise – um an diesem Punkt noch kurz zu
bleiben – haben mir die Gags im Spiel jedoch besser gefallen, als sie es
inzwischen im Manga tun. Während ich hier so manches Mal wirklich laut
loslachen musste, empfinde ich es im Manga inzwischen sehr überzogen und eher
lächerlich als noch witzig.
Die Story folgt dem
typischen „Ruffy entdeckt etwas, dass ihn neugierig macht und zu einem großen
Abenteuer wird“-Aufbau, den man bereits aus diversen Movies und
Vorgängerspielen kennt. Auch vom Ablauf her ist sie leider etwas zu linear
geraten und so gibt es eigentlich nichts, was ich in diesem Punkt besonders
hervorheben kann und möchte, auch wenn sie an und für sich solide ist und sich
gut in die „One Piece“-Welt einfügt.
Gerade wenn es um
das Untersuchen der Inseln geht, hätte man dem Spieler ruhig ein wenig mehr
Freiheit lassen können. Dies wird aber mit den diversen Spielzusätzen
ausgeglichen. So gibt es einige Tätigkeiten mit denen man einige Stunden
Spielspaß verbringen kann, ohne der Handlung weiter folgen zu müssen.
Sei es das Angeln
und somit Sammeln aller Wasserlebewesen (immer wieder herrlich, wenn man einen
Seekönig an Land zieht und wie die unterschiedlichen Strohhüter auf den Fang
dann reagieren) oder wenn man an Land auf Insektenjagd geht. Bei diesen beiden
Alternativtätigkeiten bleibt es aber natürlich nicht.
Wir hätten da noch die
Vervollständigung aller Rezepte an der Seite von Meistersmutje Sanji, die
Umsetzung aller Kreationen in Choppers Chemieküche oder das Basteln aller
Erfindungen unter dem wachsamen Auge von Lysop. Oh, halt! Und natürlich noch
das Finden von zehn geheimen (plus einer extra geheimen) Schatzkisten, um Namis
unstillbare Berrygier zu stillen!
Wer lieber auf Kämpfe steht, kann sich auch noch an den mehr oder weniger
schwierigen geheimen Endbossen versuchen. Insgesamt gesehen gibt es also
reichlich zu entdecken. Für Fans würde ich daher schon fast von einem
Pflichtkauf samt Hochgenussempfinden sprechen, aber auch Nicht-Fans können mit
dem Werk reichlich Spaß haben. Wie schon zuvor erwähnt: Der Humor allein ist
wirklich grandios!
Schnell findet auch jeder seinen Lieblingscharakter, mit dem er am Besten
zu Recht kommt, obwohl eigentlich jeder seine persönlichen Stärken aufweist und
damit spieleswert ist. So dürften viele vermutlich Nami, Lysop, Robin, Chopper,
Franky und Brook völlig unterschätzen und kaum nutzen – außer vielleicht wenn
es Lieblingsfiguren sind – und sich auf das Machttrio Ruffy, Zorro und Sanji
stürzen.
Habe ich ehrlich gesagt anfangs auch so gehandhabt. Sobald man aber die
vermeintlich schwächeren Crewmitglieder etwas trainiert hat, weiß so mancher mit tollen
Attacken und damit verbundenen Strategien zu überzeugen
Die Grafik fand ich ganz in Ordnung, dafür dass die Wii wegen ihrer
Leistung in diesem Bereich ja gerne immer etwas verteufelt wird. Doch zeigt
dieses Spiel eben auch, dass solche Faktoren zweitrangig werden können, wenn
der Rest stimmt.
Leider stimmt dieser Rest nicht zu 100% und so gibt es auch etwas zu
beanstanden. Etwas was so gravierend ist, dass es viel von diesem tollen Werk
kaputt macht. Es handelt sich um die Steuerung, die mit dem Wii-Nunchuk und natürlich
dann auch mit der Wiimote arbeitet.
Eben diese Steuerung empfand ich oftmals als sehr ungenau, schwammig und
manche Attacken in ihrer Angriffsrichtung kaum bis gar nicht kontrollierbar. Es
ärgert einen somit schon immens, wenn man statt einer Sprintattacke einen
Special Angriff macht und damit wertvolle SP vergeudet. Gerade auch zu Anfang,
wenn man wenig SP hat und keine Heilsachen, ist das gelinde gesagt extrem
ärgerlich und nervig.
Doch das hat sich ja nun eigentlich alles hauptsächlich auf den Story-Mode
bezogen, gibt es denn keine weiteren Modi oder versteckte Extras? Doch, es gibt
noch einen VS.-Mode, wo man in klassischer Beat’em Up Manier sich gegenseitig
die Schädel einmatscht und auch viele Kämpfer erst freispielen muss. Oh und es
gibt den Survival-Mode noch, dessen Name wohl relativ selbsterklärend ist.
Wenn man die Story einmal durchgespielt hat, werden natürlich auch neue
Schwierigkeitsgrade freigespielt. So etwa der Hard Mode oder danach sogar noch
der Very Hard Mode. Und wer vielleicht seinen Errungenschaften hinterher
trauert bevor er „One Piece Unlimited Cruise 2“ einlegen will, sei getröstet.
Die Fortsetzung setzt nicht nur storytechnisch da an, wo Teil 1 aufhörte, nein
ihr könnt auch eure Speicherdaten übernehmen!
Und wer ohnehin beide Spiele spielen will, kann sich ja das „One Piece
Unlimited Cruise Double Pack“ besorgen, denn da sind beide Teile in einem
schicken Schuber verpackt. Eher stutzig machte mich dagegen „One Piece
Unlimited Cruise SP“ und „One Piece Unlimited Cruise SP 2“.
Während nämlich in Japan und Amerika „One Piece Unlimited Cruise SP“ die
Nintendo 3DS Variante beider „One Piece Unlimited Cruise“-Teile in einem ist –
samt spielbaren Marine Ford Arc als neuer Bonusinhalt – wird uns europäern das
Geld in der Tasche gezogen, indem man die Nintendo 3DS Version genauso wie die
ursprünglichen Wii-Spiele splittet.
Und so werden wir hier in Europa doch mal wieder gegeiselt und gepeinigt,
aber sind wir ja irgendwie schon fast gewohnt. Insgesamt bleibt die Aussage von
oben aber stehen, das Spiel ist gut und nun habe ich sogar wieder Lust
bekommen, mal wieder nach Seekönigen zu angeln!
In diesem Sinne euch einen schönen Tag und cheerio!
Euer King Sirus
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