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Sonntag, 6. April 2014

Niemand legt sich mit dem Tod an… außer MIR!

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und worum sollte es bei der Überschrift gehen, wenn nicht um das langerwartete Add-On von „Diablo 3“, „Reaper of Souls“. Doch eigentlich soll es nicht um das Add-On alleine drehen, nein ich will generell meine Gedanken und Eindrücke vom dritten Teil dieser großartigen Spielreihe niederschreiben.

Es tut mir auch Leid, dass dieser Beitrag verspätet online geht, aber ich wollte mich gründlich mit den Spielen beschäftigen. Aus diesem Grund habe ich mich auch eingehend mit der Entwicklung befasst, von den ersten Demos aus 2008, bis hin zu dem was es heute ist.

Um euch aber vorweg zu warnen: Ich werde mich inhaltlich nicht zurück halten! Oder anders ausgedrückt, ich werde meine Meinung nicht spoilerfrei verfassen. Damit ihr euch entscheiden könnt, ob ihr weiterlesen wollt, daher gebe ich euch im Vorfeld Bescheid!

AB HIER ALSO MIT SPOILERN!!!

So, auch wenn ich über Basisspiel und Add-On schreiben will, werde ich mich anfangs erst einmal auf „Diablo 3“ konzentrieren, bevor wir Malthaels Treiben auf Sanktuario betrachten. Wie lange mussten wir auf dieses Spiel warten? Über ein Jahrzehnt lies sich der Herr des Schreckens Zeit, um seine Wiederaufstehung zu planen.

Ein Jahrzehnt, bei dem die Erwartungen größer und größer wurden und die Frage der man sich stellen musste war: Ist „Diablo 3“ diesen Erwartungen überhaupt gewachsen? Und könnte es jemals den Erwartungen gewachsen sein, beziehungsweise gerecht werden?

Vermutlich nicht, denn allgemeinhin waren die Begeisterungsstürme der Fans über das fertige Spiel eher verhalten. Und das obwohl es im Vorfeld doch so vielversprechend und toll wirkte!

Ob man nun unbedingt eine Minimap, zusätzliche Taschen im Inventar oder Schriftrollen braucht, sei dahingestellt. Dass man die Runen aber aus dem Spielkonzept wieder rausgenommen hat ist dagegen eher verwunderlich und auch die Edelsteine wurden um zwei – im Vergleich zu „Diablo 2“ – Exemplare reduziert. Ist das Spiel also nur grafisch besser, aber vom Gameplay her eher eine Reduzierung des früheren Erfolgsrezepts?

Am Ende definiert sich das Spiel aber meiner Meinung nach durch andere Aspekte, wie etwa die Charaktere. Wie schon im Vorgänger startet „Diablo 3“ mit fünf Charakterklassen, wobei nur mit dem Barbar und Zauberer alte Klassen ihr Comeback feiern und auch nicht mehr geschlechtsgebunden sind.

Zwei der alten Klassen erhalten ein gewisses Äquivalent im neuen Spiel, so löst der Hexendoktor den Totenbeschwörer ab und der Dämonenjäger die Amazone. Als Ersatz für den Paladin, kann man als Mönch mit den Dämonen den Boden aufwischen. Und wer möchte keinen Charakter spielen, der den Chuck-Norris-Roundhouse-Kick beherrscht?!

Wer sich nun aber bereits die Hände reibt, um sich in ein interessantes Skill-Tree-Konzept stürzen zu dürfen und den perfekten Build zu suchen, wurde schnell von Blizzard enttäuscht. Weder an den Stats, noch an den Skills durfte man großartig schrauben. Stattdessen wurde einem das Prinzip „dein Equip definiert deine Stats“ aufs Auge gedrückt…

Danke WoW, die dieses Prinzip mit als die Ersten groß machten und ebenfalls von Blizzard stammte.

Und wo wir schon bei Dingen sind, die versprochen waren und dann doch nicht kamen: Was ist aus der Mystikerin geworden, die schon für „Diablo 3“ angekündigt war und in Berichten rund um 2010 auftauchte? Was war aus dem PvP-Modus geworden, der versprochen war? Weitere Enttäuschungen die den Spaß an einer Legende schmälerten.

Gut, gut, wir merken also die Charaktere bieten zwar jeder eine tolle Hintergrundgeschichte, haben aber keinen spielerischen Tiefgang mehr und somit auch keinen Grund sich besonders lange mit ihnen zu beschäftigen… Thema Langzeitmotivation…

Zudem wurden wir mit Versprechungen gelockt und angefixt, die sich am Ende als heiße Luft herausstellten. Super gemacht Blizzard. Bietet das Spiel denn wenigstens eine vernünftige Herausforderung oder entwickelt es sich zu einem Spiel für jedermann, ohne Herausforderung?

Um diese Frage anzugehen, sollte man sich die Heiltränke tatsächlich anschauen. Denn diese bekamen tatsächlich einen Cool Down und stattdessen wurde das Heilkonzept mit dem Droppen von Healing Orbs erweitert. Damit sollte das Tränke-Spammen aus „Diablo 2“ unterbunden werden, was einen höheren Schwierigkeitsgrad mit sich bringen sollte.

Dies ist zwar wieder nur meine Meinung, aber das ist doch eher ein Witz als ein gutes Spielkonzept? Gut, meine Meinung kann ich jedoch auch nur in dem von mir gespielten Rahmen aussprechen. Ich persönlich bin nämlich damals in den Schwierigkeitsmodi Normal und Alptraum mit meinem Mönch nicht einmal gestorben oder war auch nur dem Tode nahe. Danach verlor sich so langsam die Lust am Spiel (die Lanzeitmotivation, wie schon angedeutet ebenfalls ein Manko an „Diablo 3“) und ich versuchte mich nicht mehr an Hölle oder Inferno.

Hat „Diablo 3“ denn aber auch irgendetwas an sich, was mich begeisterte? Nun, trotz all seiner Mängel war es ein gewohnter Süchtigmacher. Ich habe unzählige Stunden in „Diablo 2“ investiert, um meinen Totenbeschwörer zu perfektionieren, doch in „Diablo 3“ hielt mich die tolle Story an der Stange. Und das für ganze zwei Durchläufe!

Denn wenn eines absolut grandios ist, dann eben der Handlungsablauf. Die Plottwists sind überraschend, es gibt so viele Dinge die der Welt Leben einhauchen zum nebenbei erforschen (Bücher in den Dungeons, Gespräche mit NPCs oder Zufallsdungeons mit Hintergrund und Nebenquests) und die Dialoge gerade mit den Gefährten sind wirklich toll gelungen.

Alles in Allem wollte das Spiel zu viel und hat sich daran verstemmt. Doch zum Glück kann man Probleme ja mit Add-Ons angehen und hier wären wir auch schon bei „Diablo 3: Reaper of Souls“.

Dieses reicht Wunschaspekte und Versprechungen nachträglich ein, wie etwa die Mystikerin als dritte „Handwerkerin“ und das Loot 2.0 System, welches das Misslungene Item-System fixen sollte. Gleichzeitig wurde Blizzards Versuch die Hand aufzuhalten beim Itemhandel der Spieler endgültig abgeschaltet – R.I.P. Auktionshaus, aber bitte RUHE FÜR IMMER!!!

Daneben erfreuen wir uns an neuen Dingen wie dem Abenteuermodus samt Nephalemportalen, dem fünften Akt und das Paragonsystem 2.0. Zudem hat sich das System der Schwierigkeitsgrade von Normal, Alptraum, Hölle, Inferno in Normal, Schwer, Profi, Meister, Qual abgewandelt.

Doch kann man das Nachreichen langversprochener Dinge dem Add-On als positiven Aspekt anrechnen und was bedeutet das alles nun überhaupt für den Spieler? Soviel sei zu Anfang schon verraten: „Diablo 3: Reaper of Souls“ verbessert das Gameplay ungemein, auf Kosten der Kreativität…

Was das nun wieder heißen soll? Der Abenteuermodus, die hochgelobte Alternative zum langweiligen Leveln im Storymodus, hat mich eher enttäuscht. Im Grunde dürft ihr euch auf der Karte nur einen Abschnitt aus dem Storymodus aussuchen und diesen gezielt nochmals spielen. Dabei variiert die Vielfalt an Aufgaben nicht sonderlich. Einen bestimmten Gegner suchen und nebenbei 100 Monster töten, eine bestimmte Dungeonetage säubern oder nochmals einen Endgegner killen. An und für sich eine nett gemeinte Idee, doch wirkt es eher so, als hätte man nicht die Zeit gehabt sich wirklich neue Abenteuer für den Abenteuermodus auszudenken.

Interessanter sind da schon die Nephalemportale, die wirklich Abwechslung in zufallsgenerierten Dungeons bieten, wo euch irgendwann ein besonders starker Portalwächter auf den Zahn fühlt. Doof nur, dass man im Abenteuermodus sich die Items zusammensuchen muss, um diese Portale genießen zu dürfen.

Dann wäre da noch das Paragonsystem 2.0, welches doch wieder ein wenig Characterbuilding ermöglichen soll. Für mich ein guter und richtiger Schritt, denn gerade dieser Aspekt hatte mir in „Diablo 2“ so gefallen und in „Diablo 3“ schmerzhaft gefehlt. Wenn ich mit Freunden spielte, merkte ich dass immer wieder gleiche Charaktere mit gleichen Attackensets gespielt wurden. Doch wollen wir nicht alle ein wenig Individuell sein mit unserem Helden? Hier könnte Paragon also wirklich zu einem Segen für das Spiel werden, je nachdem was vielleicht auch noch kommt. Denn das weitere Erweiterungen kommen, zeigen viele Indizien in „Diablo 3: Reaper of Souls“. Die offenen Enden der Gefährtenstories, das maximal Level von 70 aktuell und das generelle offene Spieleende.

Und hier wären wir nun an dem Punkt, wo man über die Story des Add-Ons reden könnte. Wenn man wollte und eigentlich will ich das nicht. Denn ich maßlos enttäuscht davon. Der einstige Erzengel der Weisheit sieht sich nun als „der Tod höchstpersönlich“, bietet Stoff für eine viel interessantere Story, als uns geboten wurde.

Gerade den Todesaspekt hätte man durch ein „Totenreich“ oder das Comeback Verstorbener (wie hatte ich auf ein Wiedersehen mit Leah oder Deckard Cain gehofft – vor allem nach dem der Figur nicht gerecht werdenden Ableben…) viel stärker einbinden können. Vergeudete Chancen, weshalb ich zuvor sagte, dass die Verbesserungen auf Kosten der Kreativität gehen.

Ich denke aber, wir dürfen uns auf die Zukunft freuen, denn endlich hat Blizzard die Kurve gekriegt und die Fans dürfen sich über eine würdige Fortsetzung freuen.

Die Sucht hat mich im Griff und so bin ich zwar heute nicht so ganz mit dem Beitrag zufrieden, doch meine Gedanken scheinen schon längst wieder beim Zocken zu sein.

Euch also noch reichlich Legendaries und cheerio!
Euer King Sirus

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