Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und
worum sollte es bei der Überschrift gehen, wenn nicht um das langerwartete
Add-On von „Diablo 3“, „Reaper of Souls“. Doch eigentlich soll es nicht um das
Add-On alleine drehen, nein ich will generell meine Gedanken und Eindrücke vom
dritten Teil dieser großartigen Spielreihe niederschreiben.
Es tut mir auch Leid, dass
dieser Beitrag verspätet online geht, aber ich wollte mich gründlich mit den
Spielen beschäftigen. Aus diesem Grund habe ich mich auch eingehend mit der
Entwicklung befasst, von den ersten Demos aus 2008, bis hin zu dem was es heute
ist.
Um euch aber vorweg zu warnen:
Ich werde mich inhaltlich nicht zurück halten! Oder anders ausgedrückt, ich
werde meine Meinung nicht spoilerfrei verfassen. Damit ihr euch entscheiden
könnt, ob ihr weiterlesen wollt, daher gebe ich euch im Vorfeld Bescheid!
AB HIER ALSO MIT SPOILERN!!!
So, auch wenn ich über
Basisspiel und Add-On schreiben will, werde ich mich anfangs erst einmal auf „Diablo
3“ konzentrieren, bevor wir Malthaels Treiben auf Sanktuario betrachten. Wie
lange mussten wir auf dieses Spiel warten? Über ein Jahrzehnt lies sich der
Herr des Schreckens Zeit, um seine Wiederaufstehung zu planen.
Ein Jahrzehnt, bei dem die
Erwartungen größer und größer wurden und die Frage der man sich stellen musste
war: Ist „Diablo 3“ diesen Erwartungen überhaupt gewachsen? Und könnte es
jemals den Erwartungen gewachsen sein, beziehungsweise gerecht werden?
Vermutlich nicht, denn
allgemeinhin waren die Begeisterungsstürme der Fans über das fertige Spiel eher
verhalten. Und das obwohl es im Vorfeld doch so vielversprechend und toll
wirkte!
Ob man nun unbedingt eine
Minimap, zusätzliche Taschen im Inventar oder Schriftrollen braucht, sei
dahingestellt. Dass man die Runen aber aus dem Spielkonzept wieder rausgenommen
hat ist dagegen eher verwunderlich und auch die Edelsteine wurden um zwei – im Vergleich
zu „Diablo 2“ – Exemplare reduziert. Ist das Spiel also nur grafisch besser,
aber vom Gameplay her eher eine Reduzierung des früheren Erfolgsrezepts?
Am Ende definiert sich das
Spiel aber meiner Meinung nach durch andere Aspekte, wie etwa die Charaktere.
Wie schon im Vorgänger startet „Diablo 3“ mit fünf Charakterklassen, wobei nur
mit dem Barbar und Zauberer alte Klassen ihr Comeback feiern und auch nicht
mehr geschlechtsgebunden sind.
Zwei der alten Klassen
erhalten ein gewisses Äquivalent im neuen Spiel, so löst der Hexendoktor den
Totenbeschwörer ab und der Dämonenjäger die Amazone. Als Ersatz für den
Paladin, kann man als Mönch mit den Dämonen den Boden aufwischen. Und wer
möchte keinen Charakter spielen, der den Chuck-Norris-Roundhouse-Kick
beherrscht?!
Wer sich nun aber bereits die
Hände reibt, um sich in ein interessantes Skill-Tree-Konzept stürzen zu dürfen
und den perfekten Build zu suchen, wurde schnell von Blizzard enttäuscht. Weder
an den Stats, noch an den Skills durfte man großartig schrauben. Stattdessen
wurde einem das Prinzip „dein Equip definiert deine Stats“ aufs Auge gedrückt…
Danke WoW, die dieses Prinzip
mit als die Ersten groß machten und ebenfalls von Blizzard stammte.
Und wo wir schon bei Dingen
sind, die versprochen waren und dann doch nicht kamen: Was ist aus der Mystikerin
geworden, die schon für „Diablo 3“ angekündigt war und in Berichten rund um
2010 auftauchte? Was war aus dem PvP-Modus geworden, der versprochen war?
Weitere Enttäuschungen die den Spaß an einer Legende schmälerten.
Gut, gut, wir merken also die
Charaktere bieten zwar jeder eine tolle Hintergrundgeschichte, haben aber
keinen spielerischen Tiefgang mehr und somit auch keinen Grund sich besonders
lange mit ihnen zu beschäftigen… Thema Langzeitmotivation…
Zudem wurden wir mit
Versprechungen gelockt und angefixt, die sich am Ende als heiße Luft
herausstellten. Super gemacht Blizzard. Bietet das Spiel denn wenigstens eine
vernünftige Herausforderung oder entwickelt es sich zu einem Spiel für
jedermann, ohne Herausforderung?
Um diese Frage anzugehen,
sollte man sich die Heiltränke tatsächlich anschauen. Denn diese bekamen
tatsächlich einen Cool Down und stattdessen wurde das Heilkonzept mit dem
Droppen von Healing Orbs erweitert. Damit sollte das Tränke-Spammen aus „Diablo
2“ unterbunden werden, was einen höheren Schwierigkeitsgrad mit sich bringen
sollte.
Dies ist zwar wieder nur meine
Meinung, aber das ist doch eher ein Witz als ein gutes Spielkonzept? Gut, meine
Meinung kann ich jedoch auch nur in dem von mir gespielten Rahmen aussprechen.
Ich persönlich bin nämlich damals in den Schwierigkeitsmodi Normal und Alptraum
mit meinem Mönch nicht einmal gestorben oder war auch nur dem Tode nahe. Danach
verlor sich so langsam die Lust am Spiel (die Lanzeitmotivation, wie schon
angedeutet ebenfalls ein Manko an „Diablo 3“) und ich versuchte mich nicht mehr
an Hölle oder Inferno.
Hat „Diablo 3“ denn aber auch
irgendetwas an sich, was mich begeisterte? Nun, trotz all seiner Mängel war es
ein gewohnter Süchtigmacher. Ich habe unzählige Stunden in „Diablo 2“
investiert, um meinen Totenbeschwörer zu perfektionieren, doch in „Diablo 3“
hielt mich die tolle Story an der Stange. Und das für ganze zwei Durchläufe!
Denn wenn eines absolut
grandios ist, dann eben der Handlungsablauf. Die Plottwists sind überraschend,
es gibt so viele Dinge die der Welt Leben einhauchen zum nebenbei erforschen
(Bücher in den Dungeons, Gespräche mit NPCs oder Zufallsdungeons mit
Hintergrund und Nebenquests) und die Dialoge gerade mit den Gefährten sind
wirklich toll gelungen.
Alles in Allem wollte das
Spiel zu viel und hat sich daran verstemmt. Doch zum Glück kann man Probleme ja
mit Add-Ons angehen und hier wären wir auch schon bei „Diablo 3: Reaper of
Souls“.
Dieses reicht Wunschaspekte
und Versprechungen nachträglich ein, wie etwa die Mystikerin als dritte „Handwerkerin“
und das Loot 2.0 System, welches das Misslungene Item-System fixen sollte.
Gleichzeitig wurde Blizzards Versuch die Hand aufzuhalten beim Itemhandel der
Spieler endgültig abgeschaltet – R.I.P. Auktionshaus, aber bitte RUHE FÜR IMMER!!!
Daneben erfreuen wir uns an neuen
Dingen wie dem Abenteuermodus samt Nephalemportalen, dem fünften Akt und das
Paragonsystem 2.0. Zudem hat sich das System der Schwierigkeitsgrade von
Normal, Alptraum, Hölle, Inferno in Normal, Schwer, Profi, Meister, Qual
abgewandelt.
Doch kann man das Nachreichen
langversprochener Dinge dem Add-On als positiven Aspekt anrechnen und was
bedeutet das alles nun überhaupt für den Spieler? Soviel sei zu Anfang schon
verraten: „Diablo 3: Reaper of Souls“ verbessert das Gameplay ungemein, auf
Kosten der Kreativität…
Was das nun wieder heißen
soll? Der Abenteuermodus, die hochgelobte Alternative zum langweiligen Leveln im
Storymodus, hat mich eher enttäuscht. Im Grunde dürft ihr euch auf der Karte
nur einen Abschnitt aus dem Storymodus aussuchen und diesen gezielt nochmals spielen.
Dabei variiert die Vielfalt an Aufgaben nicht sonderlich. Einen bestimmten
Gegner suchen und nebenbei 100 Monster töten, eine bestimmte Dungeonetage
säubern oder nochmals einen Endgegner killen. An und für sich eine nett
gemeinte Idee, doch wirkt es eher so, als hätte man nicht die Zeit gehabt sich
wirklich neue Abenteuer für den Abenteuermodus auszudenken.
Interessanter sind da schon
die Nephalemportale, die wirklich Abwechslung in zufallsgenerierten Dungeons
bieten, wo euch irgendwann ein besonders starker Portalwächter auf den Zahn
fühlt. Doof nur, dass man im Abenteuermodus sich die Items zusammensuchen muss,
um diese Portale genießen zu dürfen.
Dann wäre da noch das
Paragonsystem 2.0, welches doch wieder ein wenig Characterbuilding ermöglichen
soll. Für mich ein guter und richtiger Schritt, denn gerade dieser Aspekt hatte
mir in „Diablo 2“ so gefallen und in „Diablo 3“ schmerzhaft gefehlt. Wenn ich
mit Freunden spielte, merkte ich dass immer wieder gleiche Charaktere mit
gleichen Attackensets gespielt wurden. Doch wollen wir nicht alle ein wenig
Individuell sein mit unserem Helden? Hier könnte Paragon also wirklich zu einem
Segen für das Spiel werden, je nachdem was vielleicht auch noch kommt. Denn das
weitere Erweiterungen kommen, zeigen viele Indizien in „Diablo 3: Reaper of
Souls“. Die offenen Enden der Gefährtenstories, das maximal Level von 70
aktuell und das generelle offene Spieleende.
Und hier wären wir nun an dem
Punkt, wo man über die Story des Add-Ons reden könnte. Wenn man wollte und
eigentlich will ich das nicht. Denn ich maßlos enttäuscht davon. Der einstige
Erzengel der Weisheit sieht sich nun als „der Tod höchstpersönlich“, bietet
Stoff für eine viel interessantere Story, als uns geboten wurde.
Gerade den Todesaspekt hätte
man durch ein „Totenreich“ oder das Comeback Verstorbener (wie hatte ich auf
ein Wiedersehen mit Leah oder Deckard Cain gehofft – vor allem nach dem der
Figur nicht gerecht werdenden Ableben…) viel stärker einbinden können.
Vergeudete Chancen, weshalb ich zuvor sagte, dass die Verbesserungen auf Kosten
der Kreativität gehen.
Ich denke aber, wir dürfen uns auf die Zukunft freuen, denn
endlich hat Blizzard die Kurve gekriegt und die Fans dürfen sich über eine
würdige Fortsetzung freuen.
Die Sucht hat mich im Griff
und so bin ich zwar heute nicht so ganz mit dem Beitrag zufrieden, doch meine
Gedanken scheinen schon längst wieder beim Zocken zu sein.
Euch also noch reichlich
Legendaries und cheerio!
Euer King Sirus
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