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Donnerstag, 11. September 2014

Final Fantasy endlich für Erwachsene?! [3D]

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und der vorletzte Beitrag bevor es in die Pause geht für diese Kategorie dreht sich um ein Spiel, welches den guten Nino vor fast genau zehn Monaten noch auf High5 zum Schwärmen brachte. Boah, bin ich mal wieder spät dran, aber egal!

Nun gut, aber eigentlich gab es durchaus einen guten Grund, warum ich so spät dran bin. Denn der Adventure Trailer des Spiels hatte mich einfach so gar nicht gepackt. Geschweige denn meine Neugierde für dieses Spiel geweckt. Dennoch wollte ich den Titel als Demo natürlich nicht außen vor lassen, vor allem da ich ein großer Rollenspielfan bin und das Gefühl habe, dass das Genre momentan etwas schwach auf der Spieletitelbrust ist. Vermutlich weil einfach so wenig aus Japan aktuell rüberschwappt… elendige Durststrecke für uns…

Doch das ist ein Thema für ein Let’s Think und nicht für die [3D]-Kategorie. Außerdem habe ich nun so viel geschrieben, ohne überhaupt das Spiel auch nur einmal namentlich erwähnt zu haben. Unfassbar! Ich beschäftige mich heute mit der Demo zu „Bravely Default“!

Wie schon bei den Demoversionen der beiden „Etrian Odyssey“-Spiele, wird auch bei „Bravely Default“ Beginn einiges klar gestellt. So verfügt die Vollversion über mehr Sprachoptionen, für die Demo belies man es beim für alle verständlichen englisch-only. Was in dem Fall in Ordnung ist, immerhin weiß ich so, dass ich nach dem Kauf alles auf deutsch serviert bekomme. Und so nochmal nachlesen kann, was ich in der Demo nicht kapiert habe, ohne gleich im Duden nachschlagen zu müssen. Denn eh keiner mehr im Haus rumliegen hat. Dafür gibt es ja das Internet.

Außerdem bietet uns die Demo keinen einzigen Fetzen aus der Haupthandlung des Vollspiels, beim Laden des Demospeichers werden auch keine Level, Erfahrungspunkte oder Items übertragen und somit… ähm… wofür soll man dann eigentlich die Demo spielen?

Nur um schon einmal etwas zur Steuerung zu erfahren? Wollt ihr uns verar…?!

Neeee, keine Sorge. Alles in Butter! Die Jungs von Square Enix sind keine fiesen Abzocker, wie… ach ne, dank Kickstarter und Steam Early Access gibt es inzwischen schon zu viele Beispiele für fiese „Gibt mir eure Kohle, dann bin ich weg“-Verarscher.

Die Demo beinhält einfach einen komplett eigenen spielerischen Inhalt, wodurch man nicht gespoilert wird auf Hinblick zum Spieleanfang der Vollversion. Außerdem kann man zwar keine Level, Erfahrung oder Items übertragen, dafür aber bis zu sieben Bonis für die Vollversion freispielen, die dann wohl beim Laden des Demospeichers zur Verfügung stehen werden.

Na ja und nebenbei lernt man halt die Steuerung und sämtliche wichtigen spielerischen Elemente, wodurch man die Tutorials sich später sparen kann.

Das Problem des komplett eigenen Inhalts der Demo ist jedoch, dass ich euch nun nichts zur Story des Spiels sagen kann. Außerdem wurde ich doch noch soweit angefixt – deutlich mehr als von dem langweiligen Trailer, der wie nur ein langweiliger „Final Fantasy“-Abklatsch aussah… gut, wären ja eh dieselben Entwickler –, dass ich wirklich Lust hätte das Spiel mir nun zu holen.

Wo wir gerade den Vergleich zu „Final Fantasy“ schon haben, können wir dabei ja auch gleich bleiben. Denn grafisch erinnerte es mich schon irgendwie an die Nintendo DS Remakes der alten „Final Fantasy“-Titel, jedoch in weniger bunt. Die etwas dunklere Farben und das etwas… „ernstere“… Menü wirken schon fast erwachsener, als es beim berühmteren großen Bruder der Fall war.

Leider ist der 3D-Effekt nicht ganz so prope. Eine klassische leichte Verblassung und die altbekannte Verpixelung hat man hier nicht so wirklich rausgekriegt, so dass ich den eher ausgeschaltet gelassen habe.

Ach ja, auch die Musik hat einen leichten „Final Fantasy“-Flair, schafft aber dennoch eine eigene Note (wann gab es das letzte Mal hier einen so schlechten Wortwitz?!) sich zu bewahren und eine stimmige Atmosphäre zu erzeugen.

Ich möchte aber nochmals kurz auf die Optik eingehen. So ist das Spiel zu einem Großteil mit einer schräg oben Ansicht bestückt, die sogar rauszoomt, wenn man eine zeitlang mal nichts tut. Größtenteils bedeutet letztendlich auch, dass es nicht die ganze Zeit so ist. Im Trailer sieht man es auch ehrlich gesagt etwas deutlicher, dass das Spiel mit unterschiedlichen Perspektiven und Ansichten spielt (boah, so lange keine und nun schon zwei miese Wortwitze in küzester Zeit, das wird noch zum Leidensfest für alle Leser).

In der Demo kriegt man es nur in der einzigen Stadt Ancheim zu sehen. Denn hier wechselt das Spiel auf eine komplette 2D-Perspektive, in der wir unseren Heldentrupp durch das kleine Örtchen jagen dürfen. Ich sehe dies mal als Hommage an die „alten Zeiten“ an, so oder so eine durchaus witzige Idee.

Hier spielt sich ohnehin – wenn man mal vom Kämpfen in den Dungeons absieht – der Hauptteil des Demospiels ab. Denn wenn wir schon keine Story bekommen, muss es ja dennoch etwas geben was uns beschäftigt. Daher hat man die Bewohner Ancheims mit reichlich Questanfragen an uns ausgestattet. Anfangs fallen die noch so leicht aus wie „Besorg mir 3 Dinge hiervon“ oder „5 davon“. Easy!

Später geht das dann aber über zu „Töte den Eindringling des Lagers“ oder „Beseitige die superstarke, gefährliche und komische Steinkröte“. Nicht mehr ganz so easy…

Immerhin gibt es neben der kleinen „Weltkarte“ auch einige Dungeoneingänge darauf, wo wir mit steigendem Level sinnvoller kämpfen können, um Geld anzuhäufen und unsere Charaktere zu verbessern. Denn gerade besagte superstarke, gefährliche und komische Steinkröte kann einen schon ziemlich das Leben schwer machen…

Vor allem auch noch, wenn man so ein Depp ist wie ich zu Beginn. So habe ich das Jobsystem erst einmal nicht verstanden, nicht kapiert das Zauber nicht automatisch durch das aufleveln erlernt werden, sondern gekauft werden müssen und die Sinnhaftigkeit des Abilitysystems nicht verstanden. Alles Aspekte, die bekannt sind aus den zu Anfang erwähnten alten „Final Fantasy“-Teilen. Die ich gerade als Nintendo 3D Remakes gezockt hatte. Umso beschämender, dass ich hier so auf dem Schlauch stand…

Kaum war das dann aber kapiert, lief der Rest ohne Probleme. Und dann kamen auch plötzlich die Erklärungen des Jobsystems…
Zählt das schon zu Mobbing?

Nun gut, am Ende lernt man also eher nach dem Motto: „Learning by doing“, was völlig in Ordnung ist. So stirbt man vielleicht zwanzig Mal, behält es dann aber hoffentlich auf ewig in der Birne und vermasselt es nicht beim nächsten Abklatschspiel…

Insgesamt bin ich schon über sechs Stunden an der Demo tatsächlich dran – da hat man andere Titel schon längst durchgespielt –, weshalb ich fast dazu neige zu sagen, dass dies die erste Demo ist, wo die 30 Start-Anwendungen zu wenig sein könnten.

Besonders wenn man den Blick auf eine letzte Sache richtet, zu der ich abschließend kommen wollte. Und zwar gibt es eine Art von Minispiel, welches im Hintergrund abläuft, und an schlechte getarnte Pay-to-Win Aufbausimulationen erinnert. So habt ihr die Möglichkeit die Heimat eines eurer vier Helden wieder aufzubauen. Offenbar wurde also Norende zerstört. Die einzige Info, die man der Demo zum Hauptspiel entlocken kann, immerhin etwas.

Also wie gesagt, dürft ihr die Häuser der Stadt wieder aufbauen – Waffenladen, Item-Shop, etc. –, um dadurch wiederum neue Objekte im eigentlichen Spielablauf freizuschalten und zu erhalten – stärkere Waffen, bessere Heiltränke und so weiter.

Das doofe ist nur, dass der Bau der unterschiedlichen Häuser Zeit braucht und man mit einem einzelnen Männchen, somit schon einmal zwei Stunden warten muss. Wie lange man also zum Errichten aller Gebäude ganz alleine braucht, will ich mir erst gar nicht vorstellen…

In der Vollversion ist diese Funktion ebenfalls enthalten und – wenn ich es richtig verstanden habe – stark mit dem StreetPass verknüpft. Je mehr Bekanntschaften man hat, umso mehr Helfer zum Bauen stehen zur Verfügung, wodurch die Gebäude natürlich deutlich schneller fertig gestellt werden.

Wie im echten Leben nutzt man seine Freunde also schön dazu aus, sich eine eigene Traumstadt zu errichten… oder so ähnlich.

Übrigens fiel mir auf, dass die Bauzeit bei Abschaltung der Demo nicht verrechnet wird, im Standby-Modus des Nintendo 3DS jedoch schon. Ich gestehe somit Strom vergeudet zu haben, um einen zehn Stunden Bau über Nacht fertig gestellt zu bekommen, um nicht zehn Stunden die Demo spielen zu müssen damit das Haus irgendwann mal fertig wurde.

Schande über mein Haupt.

Was der Tailer verbockt hat, hat die Demo wieder gerade gebogen und ich freue mich schon darauf mich ich dieses Rollenspiel hineinzustürzen. Da sogar eine Fortsetzung schon angekündigt wurde, sollte ich also zusehen diesen Titel vom Stapel der Schande runterzukriegen, bevor „Bravely Second“ hoffentlich auch bei uns erscheint.

Während ich mich noch frage, ob „Bravely Second“ der entgültige oder nur ein Arbeitstitel ist, sei euch ein schöner Tag gewünscht und cheerio!
Euer King Sirus

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