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Sonntag, 14. September 2014

Glaubst du an das digitale Herz der Karten?

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und vor über zwölf Jahren erschien ein Sammelkartenspiel, welches mir viel Spaß bereitete und einen Beitrag in der momentan pausierenden Donnerstagskategorie bekommen sollte. Durch die Pause ist der Beitrag aber natürlich auch nur aufgeschoben und nicht aufgehoben. Nun gibt es zu diesem Sammelkartenspiel auch diverse digitale Ableger, die nun auch Beiträge in der virtuellen Sektion erhalten sollen.

Die Rede ist natürlich von „Yu-Gi-Oh!“, doch welches Spiel aus der langen Reihe besprechen wir als Erstes? Ich muss sagen, ab einem gewissen Punkt habe ich weder das Sammelkartenspiel, noch die Videospiele dazu gespielt, da mir das ganze System zu abstrakt und vollgestopft mit neuen Elementen war, die teilweise viel zu viele Sonderregeln mit sich brachten. Etwas was mit den Jahren natürlich ein klassischer Prozess ist, man siehe sich „Magic: The Gathering“ an, welches wir schon als Thema hatten.

Jedoch gibt es schon noch für mich einen großen Unterschied zwischen der Weiterentwicklung des „Magic: The Gathering“-Sammelkartenspiel und dem „Yu-Gi-Oh!“-Sammelkartenspiels, dazu komme ich dann aber bei den Donnerstagsspielen, wenn sie zurück sind.

Für heute habe ich mir „Yu-Gi-Oh! World Championship Tournament 2004“ herausgepickt. Wie der Name schon andeutet erschien es 2004, damals noch für den GameBoy Advance. Dementsprechend dürfte aus heutiger Sicht die Grafik ziemlich altbacken wirken. Damals war sie schon ziemlich gut, vor allem wenn man sich die Karten anschaute, um die Wirkungen nochmals nachzulesen. Doch eben nur da wurde man von guter Grafik verwöhnt, denn der Duellablauf war dagegen grafisch eine Simpelheit sondergleichen.

Nun ja… vielleicht trifft es minimalistisch eher…

Auch die Musik ist natürlich nicht messbar mit heutiger Leistung und für damalige Verhältnisse… auch ganz in Ordnung, würd ich mal sagen. Es hat zumindest für die richtige Stimmung beim Duell gereicht, aber gemutet verpasst man auch nichts.

Das Spiel hat leider ein ganz anderes Problem. „Yu-Gi-Oh!“ kann durchaus ein strategisches Sammelkartenspiel sein, auch wenn es in den Anfangszeiten noch nicht so weit entwickelt war, dass genug Karten existierten um Decks rund um spezielle Strategien herum aufzuziehen. Wobei es durchaus die ersten Anläufe dazu schon gab.

Solche ausgeklügelten Decks kamen erst mit der Zeit nach und nach. Das Fehlen solcher richtigen Strategien merkt man also auch an den Gegnern. Zwar versuchen Leute wie Weevil Underwood mit seiner Riesenmotte halbwegs so etwas wie eine Strategie aufzubauen, meistens hatte man aber eher Gegner wie Rex Raptor oder Mako Tsunami deren Decks eher thematisch sind. Also nur voller Wasser- oder Dinosaurierkarten.

Natürlich gibt es im Laufe des Spiels Duellanten die durchaus eine Herausforderung sein können – ganz klar Seto Kaiba –, aber auch hier erreicht man irgendwann den Punkt (wenn man häufig genug das Duellopfer Tristan Taylor überwalzt und sich mit Boosterpacks als Siegesbelohnung vollgepumpt hat), wo man eine solche Ansammlung an Karten angehäuft hat, dass ein fast schon 100%-Siegerdeck problemlos erstellbar wird.

Ab diesem Punkt verliert das Spiel jeglichen Reiz, denn neben dem herausfordern von Duellanten, um neue Duellanten freizuschalten in der Hoffnung auf neue Herausforderungen (sprich „stärkere“ Gegner), bietet das Spiel nichts. Es existiert keine Handlung, die das Spiel einrahmt und etwas Spannung oder Interesse abseits der Kartenkämpfe bietet.

Sicherlich, wer Spaß am ewigen duellieren hat, wird viel Zeit mit dem Spiel verbringen können. Andernfalls erreicht das Spiel früher oder später ein zwangsläufiges Verfallsdatum… leider!

Nächste Woche widmen wir uns nochmals dem Herz der Karten, doch für heute soll es das gewesen sein, drum ‘nen schönen Tag euch noch und cheerio!
Euer King Sirus

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