Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und
heute reden wir über einen Bereich in Videospielen, der meiner Ansicht nach
immer wichtiger wird: Emotionen!
Natürlich tun wir dies
verpackt in einer Spieleansicht zu einem Spiel, welches mich emotional gepackt
hat, wie kaum ein Anderes. Die Rede ist von „Heavy Rain“.
Die Jungs von „Quantic Dreams“
haben mit ihrem neusten Werk „Beyond two souls“ die Spielerschaft wie mit dem
Beil in zwei Lager gespalten. Denn es geht noch einen Schritt weiter als „Heavy
Rain“ und ist gefühlt eher ein Film, bei dem der Spieler hin und wieder
rangelassen wird. Doch zu „Beyond two souls“ wird noch ein eigener Beitrag
folgen.
Jetzt geht es wie bereits
gesagt erst einmal um den Vorgänger, der seinerzeit ebenfalls neue Maßstäbe im
Bereich Storytelling setzte, dank der Entscheidungsfreiheit die dem Spieler
gegeben wird.
Erwähnte Story dreht sich um
den sogenannten Origami-Killer und unsere vier Protagonisten deren Schicksale
sich mit dem Pfad des ominösen Killers verknüpfen.
Da hätten wir zum einen Ethan
Mars dessen tiefen Fall wir zu Beginn des Spieles miterleben. So verliert er
seinen älteren Sohn bei einem Autounfall – der Junge wurde überfahren –,
nachdem er ihn in einem Kaufhaus aus den Augen verloren hatte. Sich selbst die
Schuld gebend, zerbrechen sein Leben, seine Karriere und seine Ehe daran. Er
distanziert sich sogar von seinem jüngeren Sohn Shaun, doch als dieser vom
Origami-Killer entführt wird, ist er bereit alles zu tun um seinen Sohn zu
retten.
Daneben hätten wir die
Journalistin Madison Page, die an Alpträumen und dadurch auch Schlaflosigkeit
leidet. Daher übernachtet sie immer wieder in Hotels, da sie nur dort zur Ruhe
kommt. In eben so einem begegnet sie zufällig Ethan und wird so in den Fall des
Origami-Killers gezogen, in dem sie auch auf eigene Faust Ermittlungen
anstellt.
Auf der Seite des Gesetzes steht
der FBI-Profiler Norman Jayden, der mit modernsten Hightechuntensilien versucht
den Fall aufzurollen, dabei aber an die Seite des örtlichen Detectives Carter
Blake gestellt wird, mit dessen Methoden er so gar nicht konform ist. Nebenbei
wäre da noch ein Drogenproblem mit der fiktiven Droge Triptokain…
Und zuletzt natürlich der Privatdetektiv
und ehemalige Polizist Scott Shelby, der im Auftrag der Familien der bisherigen
Opfer ebenfalls Ermittlungen anstellt und dabei ungewohnte Hilfe erhält.
Vier rote Fäden, die sich zu
einem starken Handlungsstrang verweben und dem Spiel unglaubliche Tiefe und
Spannung geben. Das Spiel lebt von diesen Charakteren. Doof nur, dass jeder der
vier Charaktere die Chance hat zu sterben…
Doch was macht diese vier
Gestalten so anders und auch besonders? Außer der Tatsache, dass sie nicht die
heldenhaften Saubermänner sind, Ecken und Kanten haben, wir sie sympathisch
finden und somit nicht nur Spieler sind, sondern wirklich in ihre Haut
schlüpfen…
Moment einmal!
Ja, genau das ist das
Besondere an ihnen. Der Spieler wird ein Teil des Spiels und bleibt eben nicht
nur stummer Zeuge von außen.
Erleichtert wird uns dieses
Hineinfinden in die Figuren nicht nur durch die absolut geniale Grafik. Nein, die
Leute von „Quantic Dreams“ haben sich die Mühe gemacht modernste
Filmanimationstechnik (zumindest kenne ich die Technik primär aus diesem Segment)
für ihre Zwecke zu nutzen.
Die Mimik und ihre
Bewegungsabläufe stammten von echten Menschen. Ein Konzept, welches auch in „Beyond
two souls“ nochmals zum Einsatz kam.
Eine ebenfalls geniale Idee
war das Entscheidungssystem in „Heavy Rain“, welches so gut war, dass es heute
tolle Nachahmer findet, wie etwa bei „Telltale Games“. Auch hier wieder: Das
ist die Situation, wie ich sie damals empfand, denn „Heavy Rain“ war damals das
Spiel welches Maßstäbe setzte!
Diese Idee jedenfalls ließ die
Grenze zwischen Spiel, Spielhandlung und Spieler noch mehr verschwimmen…
Eine Szene blieb mir hier
besonders stark im Gedächtnis hängen. Es ging darum, dass die beiden Gesetzeshüter
diverse Verbrecher, als Verdächtige der Origami-Killer sein zu können, aufsuchten.
Darunter war auch ein Glaubensfanatiker, der Carter Blake als Geisel nahm. Ich
musste mich entscheiden, wie ich handeln wollte.
Doof war nur, dass aufgrund
der Aufregung von Norman Jayden die Handlungsbegriffe verschwommen, zittrig und
extrem schnell umher kreisten. Ich traf zusätzlich unter Zeitdruck eine
Entscheidung, drückte die Taste des Controllers und… ein Schuss ertönte…
Der Fanatiker war tot und ich
entsetzt!
Das hatte ich nicht gewollt!
Ich hatte mich verdrückt. Oder verguckt! Ich wollte ihn eigentlich beruhigen
und nicht erschießen!
Und plötzlich machte es Klick
bei mir. Waren das nicht dieselben Aussagen von Personen, nach echten
Schusswechseln? Ich hatte geschossen. Die Gründe waren erst einmal zweitrangig.
Meine Erklärungsversuche und Entschuldigungen irrelevant.
Ich hatte ein Leben auf dem
Gewissen. Zwar nur ein virtuelles, doch in diesem Moment damals, hatte ich mich
genau so mies gefühlt, als wäre es ein echtes Menschenleben gewesen.
Dieses Spiel hatte mich von
der ersten Minute an gepackt und nicht mehr los gelassen. Es hatte mit meinen
Gefühlen Achterbahn gespielt. So etwas war mir in dieser Intensität seltenst
untergekommen.
Egal ob man die Story von „Heavy
Rain“ mag oder nicht, das dieses Spiel ein Meisterwerk ist, kann niemand
anzweifeln.
Also habt ‘nen schönen, Origami-Killer
freien Tag und cheerio!
Euer King Sirus
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