Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und nachdem wir beim letzten Mal einen Blick
zurück auf die Anfänge von „Mario Kart“ geworfen haben, wollen wir nun
natürlich einen Blick auf den neusten und damit aktuellsten Teil der Reihe
werfen: „Mario Kart 8“.
Seit etwa zwei Monaten – Ende Mai um genau zu sein – heulen die Motoren
auf der Wii U auf und Nintendo bescherrt uns damit einen der langersehten
Kracher für ihre neue Konsole. Dabei wird uns ein Fahrerkader von stolzen
dreißig Charakteren aus dem Marioverse zu Verfügung gestellt. Darunter auch
tolle Frischlinge wie etwa Baby Rosalina oder die acht Koopalinge.
Wobei man auch sagen muss, dass die hohe Zahl schöner klingt, als sie
ist. Denn so toll die Koopalinge sind, nehmen sie acht Slots weg und ob man
wirklich zu jedem Mario Star unbedingt eine Babyversion reinpacken muss,
empfinde ich auch als etwas fraglich. Da findere ich kreative Fahrerideen aus
früheren Teilen wie Birdo, Parakoopa / Knochentrocken, Mutant-Tyranha, König
Buu Huu, R.O.B., Funky Kong, Honigbienenkönigin oder dem Wiggler tausendmal
besser.
Aber neben neuen Fahrern werden natürlich auch andere Neuerungen
geboten. Einen besonderen Blick wirft man da gerne Mal auf die neuen
„Waffenobjekte“ mit denen man seinen Freunden den Streckensieg streitig machen
möchte!
Mit insgesamt siebzehn Objekten bekriegt man sich, darunter sind auch
vier Neue dazu gekommen. Dies sind die Bumerang-Blume, die
Topf-Piranha-Pflanze, die Wunderacht und die Superhupe (welche übrigens
erstmals auch eine Kontermöglichkeit zum fiesen Stachi-Panzer bietet!). Jedes
dieser Objekte finde ich grandios gelungen, da sie tolle Möglichkeiten bieten
und sich wunderbar in das Spielkonzept einfügen.
Die neuen Strecken braucht man vermutlich nicht zu erwähnen, denn
inzwischen finden sich ja schon fast „traditionell“ vier Cups mit lauter neuen
Karten und vier Cups mit alten, überarbeiteten Karten. Diese wurden in „Mario
Kart 8“ aber nicht einfach nur grafisch auf den neusten Stand gebracht.
Nein, auch in Bezug auf das besondere Spielprinzip des neusten Ablegers
hin, hat man den alten Karten einen frischen Anstrich verpasst! Denn inzwischen
ist der Klempner mitsamt der restlichen Fahrertruppe nicht mehr allein an Land,
im Wasser und in der Luft unterwegs. Wie schon von der Beitragsüberschrift
verraten, machen die Fahrer nun auch die Wände und Decken unsicher.
Mit dem besonderen Merkmal dieses Spiels – der Anti-Gravitation –
erleben wir die Strecken somit auf eine völlig andere, kreative Weise.
Natürlich kann es aber auch passieren, dass der eine oder andere dabei durch
das räumliche in alle Richtungen bewegen Probleme bekommt bezüglich der
Orientierung. Und rempeln lohnt sich in diesem Moment übrigens auch wieder
mehr, da man durch den Anti-Gravitationsmodus beider Fahrzeuge sogar einen
Schub abstauben kann!
Musikalisch bietet das Spiel auch einen besonderen Ohrenschmaus, denn
bis auf ein paar wenige Ausnahmen, hat jede Strecke ein eigenes von einem
Live-Orchester eingespieltes Musikstück von Nintendo serviert bekommen. Gut,
wer konzentriert sich schon auf die Musik, wenn er versucht von ganz Hinten das
Feld aufzumischen und wieder an der Spitze zu landen? Schön ist es aber
trotzdem.
Jedoch ist kein Spiel perfekt und so stören mich auch einige Aspekte
dieses eigentlich wirklich tollen Spiels. Bevor ich dazu aber komme, will ich
kurz auf Punkte wie Steuerung, Fahrzeugfunktionen, Spielmodi und Grafik
eingehen. Wobei ich in diesen Punkten aber höchstwahrscheinlich eh auch auf die
negativen Aspekte des Spiels zu sprechen komme…
Hey, zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen! YAY!
Der Einzel- und Mehrspielermodus sind relativ gleich. Grand Prix ist
das, was wir als klassisches Spiel vermutlich empfinden. Alleine oder mit Freunden
stellt man sich dem Rennen gegen zusätzliche Computergegner um Platz 1. Wenn
man aber ein wenig die Bedingungen des Rennens selbst bestimmen will, kann man
den Versus-Modus auswählen. Denn hier lassen sich Dinge wie Computergegner ja
oder nein selbst bestimmen.
Hat man alle Grand Prix Pokale freigespielt, kann man aber auch im
Zeitmodus unter Beweis stellen, dass man der beste Fahrer unter Marios
strahlend blauem Himmel ist. Oder im Schlachtmodus seinen Freunden die Luftballons
vom Kart ballern. Leider haben sie auch hier wieder für mich hier mehr Falsch
als Richtig gemacht. Allein schon, dass man auf normalen Rennstrecken die
Schlacht ausführt ist ziemlich für den Poppes.
Ich suche mich dumm und dusselig, bis ich mal einen meiner Gegner finde,
um ihn zu jagen. Auf den kleinen „Duellkarten“ von früher war das Ganze da
schon eher eine Mordsgaudi. Selbst wenn man im Schlachtmodus noch
Computergegner hinzufügt, fährt man teilweise gefühlte Ewigkeiten bis man
jemanden findet!
Vermutlich liegt hier aber auch ein Problemfaktor darin, dass nur noch
der Fahrer mit dem Gamepad eine Karte bekommt…
Kann mir jemand bitte sagen welcher Dummkopf von Nintendo diese
hirnrissige Idee ausgebrütet hat? Ich meine, dass nun alle Anzeigen die früher
auf den Fernseher geklatscht werden mussten, wie etwa Position der Fahrer im
aktuellen Rennen oder ein Abbild der Karte, nun auf das Gamepad verbannen
konnte ist ja schön und gut, aber ist es auch die richtige Entscheidung?
Natürlich sieht der Splittscreen der Fahrer etwas aufgeräumter und
übersichtlicher so aus, aber ein Spieler bekommt auf diese Weise eine
Vorteilsposition, da er Info erhält die seine Mitspieler nicht haben…
Denn auch wenn man „Mario Kart 8“ auf vielfältige Weise spielen kann –
Wii U Gamepad, Wii U Pro Controller, Wii Classic Controller, Wii Remote im
Wheelmodus oder auch mit Nunchuk –, hat am Ende nur einer einen Controller mit
eigenem Bildschirm. Warum sind ohnehin Spiele auf ein Wii U Gamepad limitiert?!
Warum kann man sich keine zusätzlich dazu holen und Spiele mit Multi-Gamepad
spielen?! Gerade hier wäre es ja fast schon prädistiniert, wenn man alle
Anzeigen auf den Minibildschirm rüberschiebt!
Doch zurück zu den Spielmodi, denn hier gäbe es ja noch die Onlinefunktion
alleine oder zu zweit und das… Mario Kart TV. Schön, dass Nintendo nun doch das
hochladen von Videomaterialien ihrer Spiele zu unterstützen scheint, doch ist
dies hier wieder eine vermasselte Methode. Die Rennhighlights sind oftmals für
meinen Geschmack fraglich zusammengestellt, denn oftmals fehlten dabei Szenen
die ich persönlich als Highlight des Rennens gesehen hätte, aber vom Spiel
nicht als solches Empfunden wurde. Also Highlightszenen aus Rennen werde ich
sicherlich nie hochladen und nur ein Video, wie ich eine Strecke fahre
hochzuladen ohne dies kommentieren zu dürfen…
Sagen wir mal folgendes dazu: Kein Kommentar!
Jedenfalls wird diese Funktion meiner bescheidenen Meinung nach wohl eh
nur von den Schwanzvergleichern und Angebern genutzt (bevor sich hier jemand
beleidigt fühlt, ich verallgemeinere dies mit Absicht so, mir ist klar dass
einige die Funktion toll finden dürften und aktiv nutzen werden, nur glaube ich
dass sie in etwas veränderter Form noch mehr Anklang finden könnte). Also
Nintendo, versucht es doch mal auf sinnigere Art und Weise, wenn ihr nicht
hinter Sony und sogar Microsoft in dem Punkt abstinken wollt.
In Punkto Fahrzeugfunktionen lässt man sich hier nicht lumpen und
unterschlägt auch keine tollen Ideen (so wie bei den Fahrern oder den Items)
älterer Teile. Unterwasserschraube, Gleiterfunktion und nun auch
Anti-Gravitation finden teilweise sogar alle gleichzeitig ihren Nutzen, wodurch
die Strecken vielfältig, abwechslungsreich und spannend sind.
Grafisch präsentiert sich das Spiel auch in schöner HD-Grafik und brauch
sich sicherlich nicht zu verstecken, egal wie gerne die schwache Leistung der
Wii U im Vergleich zur Konkurrenz aufgeführt wird.
Im Vergleich zu „Mario Kart Wii“ macht „Mario Kart 8“ somit schon
einiges wieder besser und mir tatsächlich mehr Spaß als sein Konsolenvorgänger,
jedoch gilt weiterhin noch die Aussage die ich damals machte: Man solle sich
mehr auch ein wenig an alte Erfolgskonzepte zurückbesinnen und diese verbessern,
statt das Rad (schlechter Gag-Alarm) ständig neu erfinden zu wollen!
So, bin nun wieder Rennen fahren, doch euch sei noch ein schöner Tag
gewünscht und cheerio!
Euer King Sirus
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