Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und eigentlich wollte ich heute erst über ein
anderes Spiel schreiben, jedoch bin ich damit noch nicht durch und daher habe
ich mich dazu entschlossen den Titel auf nächsten Sonntag zu legen.
Stattdessen habe ich einen Titel aus einer Reihe gewählt, über die ich
hier im Blog bisher nur indirekt immer geschrieben habe. Die Rede ist von der
„Castlevania“-Reihe und der Teil, welchen ich heute thematisieren will, ist
„Castlevania – Portrait of Ruin“.
Ähnlich wie die beiden zusammenhängenden Vorgängertitel „Castlevania –
Aria of Sorrow“ und „Castlevania – Dawn of Sorrow“, hatte man hier versucht
einige Dinge zu ändern und neue Weg zu gehen. Am deutlichsten merkt man dies am
völlig neuen Konzept des Draculaschlosses.
So ist das Schloss immer noch recht groß, vergrößert sich jedoch noch
durch die zusätzlichen Areale, die wir besuchen und erforschen können in Form
von Portraitbildern. Das ist sogar eine ziemlich clevere Idee, da somit ein
wenig Abwechslung gebracht wird in die typischen Schlossabschnitte, welche wir
normalerweise so durchlaufen: Bibliothek, Glockenturm, Gärten, etc.
Dies ist jedoch nicht die einzige ziemlich offensichtliche
Spielerneuerung, die „Castlevania – Portrait of Ruin“ mit sich bringt. Denn
auch in Bezug auf unseren Protagonisten erwartet uns mal wieder etwas
Besonderes. Denn auch hier legten bereits „Castlevania – Aria of Sorrow“ und
„Castlevania – Dawn of Sorrow“ mit Soma Cruz gewissermaßen ja vor.
Wobei gerade „Castlevania – Dawn of Sorrow“ sogar Quell der Idee von „Castlevania
– Portrait of Ruin“ ist. Denn gerade der „Julius-Mode“ des Vorgängers bietet
hier die Vorlage. Doch wovon rede ich hier nur so kryptisch?!
Ganz einfach: In „Castlevania – Portrait of Ruin“ spielt ihr mehr oder
weniger gleich zwei Protagonisten. Und erneut ist keiner davon ein Belmont!
Ist der Clan ausgestorben oder warum müssen sich neuerdings ständig
andere darum kümmern, dass Draculs mal wieder ein Weilchen „tot“ bleibt?!
Nun gut, wie funktioniert das aber nun eigentlich mit den zwei Helden?
Steuern tut man stets nur Jonathan Morris oder Charlotte Aulin. Ersterer ist
seines Zeichens der Vampirjäger dieses Spiels und Letztere seine tatkräftige
Unterstützerin aka Zauberin. Tja, wenn man keinen Belmont zur Hand hat braucht
man eben zwei Helden, um dem Vampirfürsten gehörig die Leviten zu lesen.
Per Tastendruck switcht man also zwischen den Beiden hin und her. Aber
auch wenn man die Kontrolle über nur einen der beiden Helden hat, kann man den
anderen immerhin zur Hilfe rufen oder mächtige Komboangriffe auslösen. Manchmal
braucht man seinen Partner auch, um Rätsel zu lösen und Hindernisse aus dem Weg
zu räumen. Plötzlich wirken die Belmont ein wenig wie Übermenschen, oder?
Was anfangs vielleicht nocht recht ungewohnt ist und gefühlt die dümmste
Idee seitens Konami in einem „Castlevania“-Spile zu sein scheint, entpuppt sich
schon bald als taktisches Element, welches sich angenehm in die neue
Schlossatmosphäre einbindet. Außerdem gewöhnt man sich so schnell daran mit den
beiden zu agieren, dass man das Gefühl hat es nie anders gemacht zu haben.
Die Handlung ist diesmal im Übrigen in einen historischen Rahmen
eingebunden worden. Nun gut, ist jetzt auch nicht sonderlich verwunderlich,
bedenkt man dass das Spiel im Grunde die Fortsetzung des 1994 erschienen „Castlevania
– The New Generation“ darstellt, welcher zu Zeiten des ersten Weltkriegs
spielt.
Am Rande erwähnt: Warum sind die europäischen Titel der älteren „Castlevania“-Titel
im Vergleich zu den englischen – in diesem Fall also „Castlevania – Bloodlines“
– oftmals so unglaublich… scheiße?!
Back to topic…
Jonathan und Charlotte stellen sich somit während des Höhepunkts des
zweiten Weltkriegs – oder anders ausgedrückt 1944 – Dracula in den Weg. Ähm…
also… sollte man zumindest meinen…
Denn so ganz stimmt das wiederum auch wieder nicht. Denn der ist noch
gar nicht wieder richtig aktiv, auch wenn das Schloss aufgetaucht und sein
Helferchen Gevater längst davon überzeugt ist, dass sein Chef bereits wieder
auf den Beinen wäre…
Diese Annahme kommt jedoch auch nicht ganz ohne Grund, denn jemand ist
im Schloss unterwegs und nutzt dessen Macht! Dieser Jemand ist der
Vampirkünstler Brauner – dessen Äußeres mich stark an Vampirfilmklassiker wie „Nosferatu“
erinnert und wohl auch soll –, welcher somit das Schloss belagert hat. Außerdem
manipuliert er mit seinen, zuvor bereits erwähnten, Portraitbildern die Macht von
Draculas Heim. Klingt komisch, ist aber so. Und zwei Töchter die sich euch in
den Weg stellen – Helferchen Tod Ersatz? – hat er auch noch zu bieten!
Der Vampirkünstler will sogar nicht einmal gezielt Draculas
wiedererwecken, sondern quasi nur dessen Macht für sich nutzen. Fast schon
sympathisch dieser „Bösewicht“, oder? Am Ende müssen wir ihn aber doch aus dem
Weg räumen, was leider einen unschönen Nebeneffekt hat…
Unterstützung erhalten wir diesmal aber nicht nur von unserem zweiten
Helden der uns – je nachdem ob man Jonathan oder Charlotte lieber spielt –
tatkräftig unter die Arme greift, sondern auch von dem ominösen Geist Wind und
dem Priester Vincent.
Ach ja, einen Plottwist gibt es auch noch, wobei den Meisten davon wohl
nicht die Kinnlade bis zum Boden krachen dürfte.
Bei all den guten und kreativen Aspekten muss ich sagen, dass mir das
Spiel schon fast zu… bunt… ist. Auch das klingt komisch, ist aber leider so.
Außerdem empfinde ich den Trend zu einem immer mangahafteren Stil des Spiels
und der Charakterdarstellung, dies begann bereits bei „Castlevania – Dawn of
Sorrow“, als nicht sonderlich passend zur Serie.
Gerade dieser westlichere und „altmodischere“ Optikstil, wie er
beispielsweise noch in „Castlevania – Aria of Sorrow“ oder davor auch in „Castlevania
– Harmony of Dissonance“ und hinterher auch wieder in „Castlevania – Order of
Ecclesia“ zur Anwendung kam, fügt sich wesentlich besser in das Dracula- /
Vampirsetting ein.
Das Jonathan und Charlotte auch ohne Mangaoptik gut aussehen können,
beweist Konami übrigens auch im 2010 erstmals erschienen „Castlevania – Harmony
of Despair“, wo diverse Helden vergangener Teile zusammenfinden. Darunter eben
auch diese Beiden und das in einer wieder eher westlich angehauchten Optik in der
sie mir deutlich besser gefallen!
Abgesehen von den Stilgeschmäckern ist die Grafik aber natürlich ganz
ordentlich. Und wer sich davon nicht trösten kann, dem kann man vielleicht den
Soundtrack ans Herz legen. Denn dieser ist ein wahrer Ohrenschmaus und macht
ordentlich was her. So sind die Stücke an die Orte angepasst, beispielsweise
wenn man in den Wüstenbildern unterwegs ist klingt die Musik leicht nach
ägyptischem Flair.
Einen Wiederspielwert bekommt das Spiel natürlich durch verschiedene
freischaltbare Modis auch noch. Mal abgesehen von Klassikern wie dem „Boss Rush
Mode“ oder höheren Schwierigkeitsgraden können auch noch Modi wie der „Sisters
Mode“, „Richter Mode“ und sogar „Old Axe Armor Mode“.
Zu den Wi-Fi Möglichkeiten des Spiels kann ich kein Urteil geben, da ich
sie ehrlich gesagt nie genutzt habe. Sorry dafür. Abschließend lässt sich aber
sagen, dass dies vielleicht nicht eines der besseren „Castlevania“-Spiele ist,
aber eben auch nicht eines der Schlechteren, sondern sich so im Mittelfeld
bewegt. Es macht Spaß, hat seine Stärken, kreative neue Gameplayansätze und eine
interessante Storyidee, mit jedoch für meinen Geschmack zu wenig Substanz. Da
hätte man mehr rausholen können.
Nächste Woche dann aber das Spiel, welches bereits heute kommen sollte
und bis dahin schöne Tag noch. Oh und natürlich cheerio!
Euer King Sirus
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