Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und heute wollen wir unsere
grauen Zellen mal so richtig zum Qualmen bringen. Denn wenn Spiele wie „Dr.
Kawashimas Gehirn-Jogging“ immer mehr auf dem Vormarsch sind und selbst
Wissenssendungen wie Quarks und Co. sich bereits vor Jahren ausgiebig mit dem
Thema Feinjustierung des Hirns durch Rätselspielchen beschäftigt haben, kommt
man schonmal ins Grübeln wie gut nun die eigenen Hirnwindungen eigentlich sind.
Das Problem – oder doch vielleicht eher der Trick bei der
Sache – ist nur, dass man sich bei Spielen wie „Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging“
sofort genötigt fühlt das eigene Gehirn schleunigst wieder auf Trab zu bringen,
wenn man da plötzlich eine Altersbezeichnung von 90 Jahren stehen hat. Wobei
man das vermutlich auch immer in Relation sehen sollte und nicht für bare
Münze. Aber der Druck ist dann plötzlich da, mit Spielspaß oder spielerischer
Verbesserung hat das für mich jedenfalls weniger zu tun.
Außerdem ist gerade dieses Spiel natürlich auch sehr
simpel strukturiert. Es gibt nur irgendwelche Aufgaben ohne Story, die das
Spiel etwas aufpeppeln oder auch auflockern. Vielleicht gerade einmal noch
attraktiv genug für Gelegenheitszocker, aber genau da endet es auch und weiter
will dieses Spiel höchstwahrscheinlich auch nicht.
Doch offenbar hatten die Leute von Level-5 ähnliche
Gedanken wie ich, denn sie beglückten uns mit einem äußerst interessanten
Rätselspiel, welches unser Gehirn zum Rauchen bringt und in eine liebevolle
Rahmenhandlung eingebettet ist. So schnell kann man eine wirkliche
Kawashima-Alternative anbieten!
Im allerersten Abenteuer des guten Professors lernen wir
ihn und seinen treuen Gehilfen Luke kennen, die auf dem Weg zu einem Auftrag
sind. Der verstorbene Baron Augustus Reinhold aus Saint Mystère hat ein
seltsames Rätsel hinterlassen. Darin heißt es, dass derjenige das Erbe bekommen
soll, der den goldenen Apfel ausfindig machen kann. Und ehe wir uns versehen,
stehen wir als Spieler mit unseren beiden Protagonisten auch schon mitten drin
in diesem etwas anderen Rätselspiel.
Das Dorf, welches man
dabei erkunden kann, ist nicht direkt von Anfang an komplett erforschbar. Vielmehr
ist es so, dass man gewisse Bereiche durch das Vorankommen in der Story quasi
erst freischalten muss, ehe man auch dort feuchtfröhlich auf Rätseljagd gehen
kann.
Beim Durchspielen der
Story selbst gibt es – wenn ich das richtig in Erinnerung und recherchiert (;P)
habe – 120 Rätsel zu lösen. Zum Glück sind nicht alle relevant für das
Vorankommen in der selbigen. Dennoch ist es ein gutes Gefühl, wenn man auch die
versteckten zusätzlichen Rätsel findet und lösen kann.
Nach dem beendigen der
Story stehen einem in fünf „Räumen“ je drei zusätzliche Rätsel bereit.
Insgesamt also nochmals 15 und damit umfasst das Spiel stolze 135 Rätsel
verschiedenster Art. Von Denksportaufgaben, bis Schieberätsel und
mathematischen Aufgaben ist alles vertreten. Sogar das einst in „Lufia 2 – Rise
of the Sinistrals“ als schwerste Rätsel
der Welt bezeichnete Schieberätsel findet seinen Weg als Rätsel Nr. 135 zurück
(und anders als in „Lufia 2 – Rise of the Sinistrals“ , habe ich es hier endlich lösen können. FUCK
YEAH!!!).
Zwar sahnt „Professor
Layton und das geheimnisvolle Dorf“ im direkten Vergleich zur schon erwähnten
Kawashima-Konkurrenz den Storypunkt ab, doch diese ist leider nicht die
komplexeste, sondern gezielt sehr einfach gestrickt. Dadurch kommt man meistens
schon recht früh darauf, in welchen Verbindungen die Spielereignisse zueinander
stehen. Manchmal jedoch, aber dennoch zu selten, wird man damit auch aufs
Glatteis geführt.
Wenn man dem Spiel etwas
ankreiden muss, so ist dies eine Sache die eigentlich als Hilfe für den Spieler
gedacht war. Damit meine ich natürlich die Tipp- Münzen, welche genauso wie
einige Rätsel überall im Spiel versteckt sind. Der Spieler kann sie nutzen, um
innerhalb eines Rätsels sich Hilfestellungen freizuschalten – auf diese Weise
kann man sich bis zu drei Tipps geben lassen –, die zur erleichterten Lösung
des Rätsel dienlich sein sollen. Das bedeutet zwar auch immer ein Minus bei den
erreichbaren Punkten des Rätsels, doch dies ist durchaus noch als eine gute
Idee anzusehen. Was wirklich stört und einen wahrhaftig rasend machen kann, ist
die Tatsache dass bei manchen der Rätseln aber – und damit mein ich nicht
allein die Schieberätsel – diese freigeschalteten Tipps für die man seine hart gefundenen Münzen
eintauscht, genauso hilfreich sind, wie die Fachbegriff unterstützte Erklärung
eines Quantensprungs von einem Physiker.
Es ärgert einen dann
schon, wenn man umsonst eine (oder mehr) Münze(n) rausgeworfen hat und dann
auch noch einen Abzug in den Punkten, als Gegenleistung jedoch nur einen
feuchten Händedruck bekommt.
Dieses Manko wiegt
schwer, da es stellenweise wirklich den Spielspaß, als auch den Mut das Rätsel
doch noch zu knacken rauben kann.
Insgesamt ist es wirklich
ein schönes Spiel. Damit beziehe ich mich nicht nur auf die handgezeichneten
Figuren und Hintergründe im charmanten Mangalook. Nein, auch auf den Fakt, dass
ich mich trotz des fiesen Tippmängels letzten Endes dennoch ungeheuerlich auf
die Fortsetzung gefreut hatte um weiter rätseln zu dürfen.
Eine Sorge begleitete
mich nach dem Spiel leider weiterhin. Denn wenn ein doch irgendwie so
unscheinbares Spiel einen solchen Zauber offenbart, sind die
Erwartungshaltungen an weitere Titel automatisch hoch. Und so fürchte ich, dass
die Nachfolger diesen nicht gerecht werden könnten oder gar schlimmer, den
schönen Anfang dieser Serie kaputt machen könnten.
Vor allem, wenn man sich
jetzt auch noch in Erinnerung ruft, dass die Professor Layton Serie eigentlich
als Trilogie gedacht war und auch abgeschlossen wurde, dann aber aufgrund des
immensen Erfolgs nun eine neue Trilogie umgesetzt wurde. Diese soll sozusagen
die maßgebliche Vorgeschichte zur ersten Trilogie erzählen. Star Wars lässt
grüßen.
Na ja… Abwarten und Tee
trinken war die damalige Devise. Inzwischen ist ja nun der Abschluss der
zweiten Trilogie erschienen und ich muss mal schauen, dass ich alles nachhole,
damit ich alle sechs Teile beurteilen kann. Sobald ich soweit bin, werde ich
die anderen Titel natürlich auch noch hier kurz abhandeln.
Also habt ‘nen schönen Tag und cheerio!
Euer King Sirus
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