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Donnerstag, 21. November 2013

Brainstorming – Im wahrsten Sinne des Wortes!

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und heute wollen wir unsere grauen Zellen mal so richtig zum Qualmen bringen. Denn wenn Spiele wie „Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging“ immer mehr auf dem Vormarsch sind und selbst Wissenssendungen wie Quarks und Co. sich bereits vor Jahren ausgiebig mit dem Thema Feinjustierung des Hirns durch Rätselspielchen beschäftigt haben, kommt man schonmal ins Grübeln wie gut nun die eigenen Hirnwindungen eigentlich sind.

Das Problem – oder doch vielleicht eher der Trick bei der Sache – ist nur, dass man sich bei Spielen wie „Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging“ sofort genötigt fühlt das eigene Gehirn schleunigst wieder auf Trab zu bringen, wenn man da plötzlich eine Altersbezeichnung von 90 Jahren stehen hat. Wobei man das vermutlich auch immer in Relation sehen sollte und nicht für bare Münze. Aber der Druck ist dann plötzlich da, mit Spielspaß oder spielerischer Verbesserung hat das für mich jedenfalls weniger zu tun.

Außerdem ist gerade dieses Spiel natürlich auch sehr simpel strukturiert. Es gibt nur irgendwelche Aufgaben ohne Story, die das Spiel etwas aufpeppeln oder auch auflockern. Vielleicht gerade einmal noch attraktiv genug für Gelegenheitszocker, aber genau da endet es auch und weiter will dieses Spiel höchstwahrscheinlich auch nicht.

Doch offenbar hatten die Leute von Level-5 ähnliche Gedanken wie ich, denn sie beglückten uns mit einem äußerst interessanten Rätselspiel, welches unser Gehirn zum Rauchen bringt und in eine liebevolle Rahmenhandlung eingebettet ist. So schnell kann man eine wirkliche Kawashima-Alternative anbieten!

Im allerersten Abenteuer des guten Professors lernen wir ihn und seinen treuen Gehilfen Luke kennen, die auf dem Weg zu einem Auftrag sind. Der verstorbene Baron Augustus Reinhold aus Saint Mystère hat ein seltsames Rätsel hinterlassen. Darin heißt es, dass derjenige das Erbe bekommen soll, der den goldenen Apfel ausfindig machen kann. Und ehe wir uns versehen, stehen wir als Spieler mit unseren beiden Protagonisten auch schon mitten drin in diesem etwas anderen Rätselspiel.

Das Dorf, welches man dabei erkunden kann, ist nicht direkt von Anfang an komplett erforschbar. Vielmehr ist es so, dass man gewisse Bereiche durch das Vorankommen in der Story quasi erst freischalten muss, ehe man auch dort feuchtfröhlich auf Rätseljagd gehen kann.

Beim Durchspielen der Story selbst gibt es – wenn ich das richtig in Erinnerung und recherchiert (;P) habe – 120 Rätsel zu lösen. Zum Glück sind nicht alle relevant für das Vorankommen in der selbigen. Dennoch ist es ein gutes Gefühl, wenn man auch die versteckten zusätzlichen Rätsel findet und lösen kann.

Nach dem beendigen der Story stehen einem in fünf „Räumen“ je drei zusätzliche Rätsel bereit. Insgesamt also nochmals 15 und damit umfasst das Spiel stolze 135 Rätsel verschiedenster Art. Von Denksportaufgaben, bis Schieberätsel und mathematischen Aufgaben ist alles vertreten. Sogar das einst in „Lufia 2 – Rise of the Sinistrals“  als schwerste Rätsel der Welt bezeichnete Schieberätsel findet seinen Weg als Rätsel Nr. 135 zurück (und anders als in „Lufia 2 – Rise of the Sinistrals“  , habe ich es hier endlich lösen können. FUCK YEAH!!!).

Zwar sahnt „Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf“ im direkten Vergleich zur schon erwähnten Kawashima-Konkurrenz den Storypunkt ab, doch diese ist leider nicht die komplexeste, sondern gezielt sehr einfach gestrickt. Dadurch kommt man meistens schon recht früh darauf, in welchen Verbindungen die Spielereignisse zueinander stehen. Manchmal jedoch, aber dennoch zu selten, wird man damit auch aufs Glatteis geführt.

Wenn man dem Spiel etwas ankreiden muss, so ist dies eine Sache die eigentlich als Hilfe für den Spieler gedacht war. Damit meine ich natürlich die Tipp- Münzen, welche genauso wie einige Rätsel überall im Spiel versteckt sind. Der Spieler kann sie nutzen, um innerhalb eines Rätsels sich Hilfestellungen freizuschalten – auf diese Weise kann man sich bis zu drei Tipps geben lassen –, die zur erleichterten Lösung des Rätsel dienlich sein sollen. Das bedeutet zwar auch immer ein Minus bei den erreichbaren Punkten des Rätsels, doch dies ist durchaus noch als eine gute Idee anzusehen. Was wirklich stört und einen wahrhaftig rasend machen kann, ist die Tatsache dass bei manchen der Rätseln aber – und damit mein ich nicht allein die Schieberätsel – diese freigeschalteten Tipps  für die man seine hart gefundenen Münzen eintauscht, genauso hilfreich sind, wie die Fachbegriff unterstützte Erklärung eines Quantensprungs von einem Physiker.

Es ärgert einen dann schon, wenn man umsonst eine (oder mehr) Münze(n) rausgeworfen hat und dann auch noch einen Abzug in den Punkten, als Gegenleistung jedoch nur einen feuchten Händedruck bekommt.
Dieses Manko wiegt schwer, da es stellenweise wirklich den Spielspaß, als auch den Mut das Rätsel doch noch zu knacken rauben kann.

Insgesamt ist es wirklich ein schönes Spiel. Damit beziehe ich mich nicht nur auf die handgezeichneten Figuren und Hintergründe im charmanten Mangalook. Nein, auch auf den Fakt, dass ich mich trotz des fiesen Tippmängels letzten Endes dennoch ungeheuerlich auf die Fortsetzung gefreut hatte um weiter rätseln zu dürfen.

Eine Sorge begleitete mich nach dem Spiel leider weiterhin. Denn wenn ein doch irgendwie so unscheinbares Spiel einen solchen Zauber offenbart, sind die Erwartungshaltungen an weitere Titel automatisch hoch. Und so fürchte ich, dass die Nachfolger diesen nicht gerecht werden könnten oder gar schlimmer, den schönen Anfang dieser Serie kaputt machen könnten.

Vor allem, wenn man sich jetzt auch noch in Erinnerung ruft, dass die Professor Layton Serie eigentlich als Trilogie gedacht war und auch abgeschlossen wurde, dann aber aufgrund des immensen Erfolgs nun eine neue Trilogie umgesetzt wurde. Diese soll sozusagen die maßgebliche Vorgeschichte zur ersten Trilogie erzählen. Star Wars lässt grüßen.

Na ja… Abwarten und Tee trinken war die damalige Devise. Inzwischen ist ja nun der Abschluss der zweiten Trilogie erschienen und ich muss mal schauen, dass ich alles nachhole, damit ich alle sechs Teile beurteilen kann. Sobald ich soweit bin, werde ich die anderen Titel natürlich auch noch hier kurz abhandeln.

Also habt ‘nen schönen Tag und cheerio!
Euer King Sirus

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