Hidiho meine
Lieben,
ich bin euer
King Sirus und ich beschäftige mich diesmal wieder mit einem Spiel der
SNES-Zeit, welches ich sehr geliebt habe und noch immer liebe. Das kuriose ist
aber, dass es ein spielerisches Paradoxon… wobei so richtig ist das… ach… wisst
ihr was? Hier einfach die Erklärung:
In Deutschland
erschien bei uns „Lufia“, doch das Kuriose war das dies eigentlich bereits der
zweite Teil war. Aus irgendeinem Grund wurde das wahre „Lufia“ bei uns
übersprungen und stattdessen dachte man sich, dass „Lufia 2 – Rise of the
Sinistrals“ auch gut als erster Teil herhalten könne. Was auch gar nicht mal so
abwegig war, denn der zweite Teil spielte vor dem Ersten und erzählte die
Vorgeschichte, bzw. die Geschichte der Vorfahren der Protagonisten, zum ersten
„Lufia“. Was das Ganze aber dann noch komplettiert ist, dass man in „Lufia“ mit
den vier Helden – welche das Team am Ende von „Lufia 2 – Rise of the Sinistrals“
bilden – anfängt und quasi das Spiel mit einem Spoiler zum Ende seines
Nachfolgers beginnt.
Über die
Hintergründe zu diesem komischen Konstrukt wussten vermutlich die Wenigsten.
Ich selbst habe das auch erst sehr spät herausgefunden.
Was mich
erstaunt ist eigentlich noch ein anderer wichtiger Faktor. Und zwar, dass viele
Elemente aus modernen Japano-RPGs zum Großteil bereints in „Lufia“ vertreten
waren. Für mich gehört es ohnehin zu den Urgesteinen dieses Genres neben Größen
wie „Final Fantasy“ oder „Dragon Quest“. Wobei im Punkto Japano-RPG Urgesteine
natürlich auch Titel wie „Chrono Trigger“, „Terranigma“ oder „Secret of Mana“
fallen. Einige davon werden natürlich hier auch abgehandelt, aber eben später.
Bevor ich mich
weiter verrenne, komme ich zum eigentlichen Knackpunkt meiner Aussage: Neben
den genannten Titeln hat mitunter „Lufia“ sicherlich den Erfolg dieses Genres
geprägt.
Das Spiel ist
einfach ein Spiel meiner Kindheit und eben eines von denen die mich am Meisten
geprägt haben. Wie bei vielen Spielen meiner SNES-Zeit im Kindesalter stand ich
also auch hier mit meinem Vater in einem Wettstreit (witzig, dass er auch
damals auf das Ding so abfuhr xD), wer es zuerst durchspielen würde.
Natürlich habe
ich ihm – genauso wie bei „Super Metroid“ – öfters ausgeholfen, wenn er bei den
etwas schwierigeren Passagen nicht so richtig weiterkam. Dafür hatte er immer
die günstigeren Spielzeiten, weshalb er auch hier… wieder einmal, wie so
häufig… vor mir das Spiel beenden konnte.
Scheiß Schule,
die war schuld ;D
Hmmm… irgendwie
bin ich wieder vom Thema gekommen, also was wollte ich für Murks schreiben? Ach
ja!
Worauf ich
eigentlich hinaus wollte ist, dass ich trotz der langen Zeit – die es her ist
seit ich es gespielt hatte – noch immer die Handlung problemlos drauf habe. Das
liegt an der einfachen Tatsache, dass sich dieses tolle Spiel praktisch in mein
Hirn gebrannt hat. So richtig brutal mit Brandeisen!
Man beginnt als
der einfache Monsterjäger Maxim, dessen erste Aufgabe es wird eine nahe
gelegene Höhle von den dort hausenden Monsterhorden zu bereinigen. Kaum ist
diese erste Aufgabe bewältigt, trifft er auf Iris. Eine mysteriöse Frau, die
ihm einiges über sein Schicksal und seine Bestimmung prophezeit. Maxim macht
sich also auf in die weite Welt dieser Bestimmung zu folgen. Der Anfang klingt
nun vielleicht nicht wie der Beginn des nächsten potentiellen Bestsellerromans,
sondern eher wie das typische 08/15-Klischee Rollenspiel. Doch der Clou ist,
dass sich „Lufia 2 – Rise of the Sinistrals“ zu einem unglaublich schönen und
zeitgleich maßlos traurigem Epos entwickelt, dessen Story einen packt,
durchschüttelt und einfach nicht mehr loslassen will.
(Ihr erinnert
euch an das Thema traurige Storys vom letzten Beitrag? ;D)
Ich weiß auch noch sehr gut, wie ich geheult und mich gefreut habe. Wie
ich zum ersten Mal mit voller Leidenschaft das Böse bezwingen wollte. Gefühle
die mich als kleinen Steppke beim Spielen dieses Meisterwerkes vom kleinen Zeh
bis zu Haarspitze erfüllt haben!
Aber nicht nur die Story wusste zu überzeugen, auch auf technischer
Basis glänzte das Spiel mit einigen Qualitäten. So gab es Spezialattacken, die
je nach Ausrüstung variierten und erst genutzt werden konnten, wenn sich der
sogenannte Zornesbalken zu einem gewissen Grad gefüllt hatte. Blöd nur, dass
zum Füllen dieses Balken man so manchen Treffer einstecken musste, was die
ganze Aktion dann immer zu einem Spiel mit dem Tod machte. Und wenn der mal
eintrat, war der Balken auch erst einmal egal (und leer).
In den Dungeons selbst wurde eine Idee verfolgt, die so in der Art bis
dato eher seltener vertreten war und auch später wieder eine Seltenheit wurde:
sichtbare Gegner.
Die Idee wurde, wenn ich Recht informiert bin, erstmals zwei Jahre zuvor
in „Final Fantasy Mystic Quest“ (1993) eingeführt und hat in „Final Fantasy XII“
in gewisser Weise eine Renaissance erlebt. Aber nicht nur hier zeigt uns die
Spielgeschichte, dass sich Historie wiederholt.
Dekar, einer der vielen Helden die in „Lufia 2 – Rise of the Sinistrals“
ein und ausgingen, erlebte beispielsweiseeinen heroischen Heldentot, der mir
die Tränen in die Augen trieb. Und das ganze zwei Jahre, bevor Square auch nur
daran dachte Aerith dasselbe tragische Schicksal zu zuweisen.
Ja gut, ich höre schon wieder die Kritikerstimmen. OK, OK, ich gestehe!
Ich nehme es hier nicht ganz so genau grad ;P
Denn eigentlich ist der gute Dekar eher ein Stehaufmännchen, da er im
Abspann doch tatsächlich quicklebendig wieder auftauchte, was etwas ungünstig
war. Dadurch wird einfach viel von der Dramatik seiner Heldentat genommen und
die Gewichtung seiner Aufopferung geschmälert, was einfach schade ist.
Vielleicht könnte man dies als das größte Manko des Spiels betrachten.
Graphisch bewies das Spiel, wie viel noch im 2D der SNES-Spiele so
stecken konnte. Optisch sah es einfach hundertmal besser als, als viele
Kontrahenten zu jener Zeit. Aber das ist einfach typisch für eine sterbende
Konsolengeneration. Dann wird wirklich noch einmal alles rausgekitzelt, was
auch nötig war. Stand doch bereits die PlayStation 1 auf der Türmatte und
leitete das Zeitalter der 3D Spiele ein.
Vor allem die Zauberanimationen gehören in meinen Augen zu den Besten
der damaligen Zeit. Muss sich aber nicht unbedingt vor modernen Animationen verstecken.
„Lufia 2 – Rise of the Sinistrals“ zeigte sogar im Bereich der Aufrufe eigene
Kreativität – die sogenannten Kapselmonster.
Man könnte diese fast für die Urahnen der Pokémon halten, da auch sie
sich auf höheren Stufen entwickeln konnten, um auf diese Weise stärker zu
werden. Dabei war das Levelsystem auch interessant, da man seine ausrangierten
Items den Kapselmonstern zum Fressen vorwarf, damit sie irgendwann ihr LevelUp
haben.
Die Zauberbezeichnungen waren auch lufiaeigen und folgten nicht dem
Schema, welches ein wenig von Final Fantasy geprägt wurde.
Zusammen mit den wirklich einfallsreichen und komplexen Rätseln (dieses
blöde wachsende Pflanzenrätsel kann einen schier zur Weißglut bringen,
ARGH!!!), dem angeblich schwersten Rätsel der Welt (ich habe Schieberätsel
hassen gelernt!), die Suche nach den Dracheneiern (keine Dragon Balls Witze
bitte… nein, wirklich… bitte nicht!!!) – die anschließend immer wieder in allen
Dungeons der Welt vertreut wurden, fast wie die Eiersuche an Ostern… – und dem
berühmtesten Dungeon der Spielegeschichte: Die Ahnenhöhle (ein Ort wo man
wieder mit Level 1 und ohne Equipment anfing, sich versuchte bis zur Etage 100
durchzuprügeln, nur um dort den großen Blob zu bekämpfen, unterwegs Equip
aufsammelte, welches man aus der Ahnenhöhle rausnehmen durfte, und auch noch
die legendären Iris-Items suchte) bietet „Lufia 2 – Rise of the Sinistrals“ auch unheimlich viel Spaß neben der
eigentlichen Hauptstory.
Auf diese Weise müsste purer Spielspaßfaktor auf locker über 150 Stunden
und extreme Suchtgefahr beinahe schon als Garantiehinweis auf der Verpackung
aufgedruckt sein. Ich bin von diesem Spiel dermaßen geschädigt, dass alle
Japano-RPGs die ich spiele einen direkten Vergleich mit diesem Meisterwerk
standhalten müssen. Vor allem was einfach die dichte, verwobene Story angeht.
Denn seien wir mal ehrlich: Kaum ein Spiel der SNES-Zeit schafft es doch
sich im Bereich des Storytelling hiermit zu messen, oder?
Genug Schachtelsätzefolterei
jetzt aber, habt lieber noch ‘nen schönen Tag und cheerio!
Euer King Sirus
PS: Es gibt ein „Remake“, welches sich leider so
schimpfen darf. Leider hat es den Begriff zu wörtlich genommen. So wurde nicht
etwa einfach ein schöner SNES-Klassiker in moderne Zeiten portiert – mit ein
paar schönen neuen Erneuerungen –, sondern es wurde ein gänzlich neues Spiel
erschaffen, welches nur noch ein paar lose Verknüpfungen zu seinem Vorfahr
aufweist. Genau das ist für mich ein Frevel diesem tollen Spiel gegenüber,
daher gehe ich auf diese Abscheulichkeit von Remake nicht weiter ein!!! Sorry,
aber is nich!!!
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