Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und bei einem Spiel zur
kultigsten und gelbsten Familie Amerikas – den Simpsons – sind die Erwartungen,
würd ich mal behaupten, hoch. Gibt es doch bereits viele Spiele rund um Homer
und Co., aber sind auch viele davon eher rausgeschmissenes Geld.
Wenn man sich das Kurzprofil anschaut, staunt man nicht
schlecht.
Sesshaft sind sie in Springfield (welches Wahlweise in einem
von 35 verschiedenen Bundesstaaten liegen könnte) und strapazieren seit einem
viertel Jahrhundert bereits unsere Lachmuskeln, ohne dabei einen Tag gealtert
zu sein. Das schaffen wohl wahrlich nicht viele. Sie sind eine Familie die kaum
bekloppter und verrückter sein könnten. Dazu kommt, dass sie schon mehr erlebt
haben dürften, als unsereins es in zehn Leben könnte!
Eben diese Familie begleiten wir nun in ihrem neusten Spiel,
welches wie eingangs bereits erwähnt es durchaus nicht leicht hat mit den
Standards der Fünfe mitzuhalten. „the Simpsons Game“ erschien immerhin auf
sechs (!!!) verschiedenen Plattformen, mit ebenso vielen verschiedenen Covern.
Auf diese Weise dürfte jedenfalls für jeden etwas dabei sein. Momentan bin ich
nur im Besitz der PS2-Version, würde mir aber sehr gerne auch noch die
DS-Version zulegen wollen, da diese einige Extras besitzen soll die den anderen
Spielen vorenthalten sein soll. Außerdem wäre das Handling mit Touchscreen
durchaus interessant.
Storytechnisch ist „the Simpsons Game“ ein absolutes,
riesiges Chaos- ganz im Sinne und Stil der Serie. Eine Aktion führt zur
unsinnigen Nächsten, die irgendwie aber auf bizarr-logische Weise anknüpft. So
entsteht von Handlung zu Handlung und Level zu Level ein abstrus wirkendes
Gesamtbild. Im Grunde könnte man das Spiel auch gleich storylos bezeichnen,
denn der rote Faden wird hier so oft verworfen, dass es beinahe schon wie ein
gewollter Running Gag daher kommt.
Das worum es aber letztendlich wirklich geht ist wohl der
Humor. Der ist zum Glück auch reichlich vorhanden. Allein schon wenn man
Kugelhomer oder Homerblob zu Gesicht bekommt, darf man sich ordentlich
wegömmeln.
Hinzu kommen geniale Parodien und Anspielungen zu Filmen
(Medal of Homer oder auch Bartman Begins). Natürlich kriegen auch andere
Bereiche des täglichen Lebens ihr Fett weg, beispielsweise die Spieleindustrie
selbst (Neverquest oder jetzt auch wieder ganz aktuell Grand Theft Scratchy).
Doch leider versteckt sich hinter diesem scheinbar goldenen
Schein, auch so manche schwarze Wolke. Beispielsweise ist die Steuerung
stellenweise derartig schwammig, dass man Reihenweise den Löffel abgibt ohne
etwas dafür zu können oder dagegen tun zu können. Damit sinkt wiederum der gut
aufgebaute Spaßfaktor rapide in den Keller.
Freude empfindet man auch, wenn man den weiterführenden Weg
im Spiel wieder findet. Denn dieser geht wie der rote Faden der Handlung gern
mal abhanden. Dann sucht man sich dumm und dusselig und findet ihn eher
zufällig gut versteckt. Außer die Glückspilze, die ihn schnell ausfindig
gemacht haben, aber die dürfen diesen Punkt ebenso schnell auch überspringen.
Solche Punkte hätten wahrlich nicht sein müssen, zeigt sich
das Spiel doch eher von einer ansprechenden Seite. Dies zeigt sich allein schon
in der Arbeit die reingesteckt wurden, denn die Cutscenes werden tatsächlich
noch in gezeichneter Fernsehmanier präsentiert, anstatt dass animierter Murks
einem die Augen ausbrennt.
Als eingefleischter Simpsonsfan bleibt am Ende also
weiterhin ein bitterer Nachgeschmack. Sicherlich ist es besser als so mancher
Vorgänger und hat so einige Lacher zu bieten, doch haben die schlechte
Steuerung und der zum Teil extrem wirre Levelaufbau dann doch praktisch schon
Homergewicht. Somit ziehen sie das Gesamtbild wieder weit nach unten.
Für die nicht ganz so krassen Fans bleibt es aber ein tolles
Spiel und hat also eine höhere Daseinsberechtigung, als die ominösen schlechten
Vorgängertitel *g*
Habt noch ‘nen schönen Tag und cheerio!
Euer
King Sirus
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