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Donnerstag, 14. November 2013

Jetzt wird's gelb

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und bei einem Spiel zur kultigsten und gelbsten Familie Amerikas – den Simpsons – sind die Erwartungen, würd ich mal behaupten, hoch. Gibt es doch bereits viele Spiele rund um Homer und Co., aber sind auch viele davon eher rausgeschmissenes Geld.

Wenn man sich das Kurzprofil anschaut, staunt man nicht schlecht.
Sesshaft sind sie in Springfield (welches Wahlweise in einem von 35 verschiedenen Bundesstaaten liegen könnte) und strapazieren seit einem viertel Jahrhundert bereits unsere Lachmuskeln, ohne dabei einen Tag gealtert zu sein. Das schaffen wohl wahrlich nicht viele. Sie sind eine Familie die kaum bekloppter und verrückter sein könnten. Dazu kommt, dass sie schon mehr erlebt haben dürften, als unsereins es in zehn Leben könnte!

Eben diese Familie begleiten wir nun in ihrem neusten Spiel, welches wie eingangs bereits erwähnt es durchaus nicht leicht hat mit den Standards der Fünfe mitzuhalten. „the Simpsons Game“ erschien immerhin auf sechs (!!!) verschiedenen Plattformen, mit ebenso vielen verschiedenen Covern. Auf diese Weise dürfte jedenfalls für jeden etwas dabei sein. Momentan bin ich nur im Besitz der PS2-Version, würde mir aber sehr gerne auch noch die DS-Version zulegen wollen, da diese einige Extras besitzen soll die den anderen Spielen vorenthalten sein soll. Außerdem wäre das Handling mit Touchscreen durchaus interessant.

Storytechnisch ist „the Simpsons Game“ ein absolutes, riesiges Chaos- ganz im Sinne und Stil der Serie. Eine Aktion führt zur unsinnigen Nächsten, die irgendwie aber auf bizarr-logische Weise anknüpft. So entsteht von Handlung zu Handlung und Level zu Level ein abstrus wirkendes Gesamtbild. Im Grunde könnte man das Spiel auch gleich storylos bezeichnen, denn der rote Faden wird hier so oft verworfen, dass es beinahe schon wie ein gewollter Running Gag daher kommt.

Das worum es aber letztendlich wirklich geht ist wohl der Humor. Der ist zum Glück auch reichlich vorhanden. Allein schon wenn man Kugelhomer oder Homerblob zu Gesicht bekommt, darf man sich ordentlich wegömmeln.

Hinzu kommen geniale Parodien und Anspielungen zu Filmen (Medal of Homer oder auch Bartman Begins). Natürlich kriegen auch andere Bereiche des täglichen Lebens ihr Fett weg, beispielsweise die Spieleindustrie selbst (Neverquest oder jetzt auch wieder ganz aktuell Grand Theft Scratchy).

Doch leider versteckt sich hinter diesem scheinbar goldenen Schein, auch so manche schwarze Wolke. Beispielsweise ist die Steuerung stellenweise derartig schwammig, dass man Reihenweise den Löffel abgibt ohne etwas dafür zu können oder dagegen tun zu können. Damit sinkt wiederum der gut aufgebaute Spaßfaktor rapide in den Keller.

Freude empfindet man auch, wenn man den weiterführenden Weg im Spiel wieder findet. Denn dieser geht wie der rote Faden der Handlung gern mal abhanden. Dann sucht man sich dumm und dusselig und findet ihn eher zufällig gut versteckt. Außer die Glückspilze, die ihn schnell ausfindig gemacht haben, aber die dürfen diesen Punkt ebenso schnell auch überspringen.

Solche Punkte hätten wahrlich nicht sein müssen, zeigt sich das Spiel doch eher von einer ansprechenden Seite. Dies zeigt sich allein schon in der Arbeit die reingesteckt wurden, denn die Cutscenes werden tatsächlich noch in gezeichneter Fernsehmanier präsentiert, anstatt dass animierter Murks einem die Augen ausbrennt.

Als eingefleischter Simpsonsfan bleibt am Ende also weiterhin ein bitterer Nachgeschmack. Sicherlich ist es besser als so mancher Vorgänger und hat so einige Lacher zu bieten, doch haben die schlechte Steuerung und der zum Teil extrem wirre Levelaufbau dann doch praktisch schon Homergewicht. Somit ziehen sie das Gesamtbild wieder weit nach unten.
Für die nicht ganz so krassen Fans bleibt es aber ein tolles Spiel und hat also eine höhere Daseinsberechtigung, als die ominösen schlechten Vorgängertitel *g*

Habt noch ‘nen schönen Tag und cheerio!
Euer King Sirus

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