Hidiho meine
Lieben,
ich bin euer
King Sirus und wir widmen uns diesmal einem Spiel, dessen Ankündigung in mir schon
ein seltsames, befremdliches Gefühl hervorrief. Disney und Square wollten doch
tatsächlich an einem gemeinsamen Spiel arbeiten.
Ein Spiel mit –
angesichts des amerikanische Partners verständlicherweise – comicähnlicher Grafik,
die allein für viele in der graphikverliebten Zeit immer realistischer
anmutender Spiele ein Grund allein war dieses Werk zu verspotten und davor die
Nase zu rümpfen. Genauso wie es auch schon bei „The Legend of Zelda: Wind Waker“
der Fall war. Die Rede ist natürlich aber von einem anderen, in Wahrheit aber
wunderschönem Spiel: „Kingdom Hearts“!
Erstaunlich aber
wie schnell diese Stimmen verstummten, als das Spiel dann im Dezember 2002 in
Deutschland erschien und die Herzen der Spieler, aber auch Disneyfans eroberte.
Ein Spiel von dem man unter Umständen nicht allzu viel erwartet hatte, aber welches
vielleicht ja auch gerade deswegen so hoch über die Erwartungen hinausschoss.
Ich persönlich
hatte das Gefühl – genauso wie es einige Jahre später bei „Final Fantasy XII“
der Fall war – einer von Wenigen zu sein, die das Spiel von vorn herein schon liebten.
Wie gesagt nur gefühlt, angesichts subjektiver Wahrnehmung in Foren und der
Auffassung meiner Umwelt. Doch es war eben da.
Anders als bei „Final
Fantasy XII“, behielt ich mit meiner positiven Ansicht zu „Kingdom Hearts“
Recht.
Ich war dem Spiel nicht nur wohlgesonnen, weil es zu dem
damaligen Zeitpunkt zwei meiner liebsten Medienfirmen in einem Boot vereinte,
sondern auch weil es etwas komplett Neues bot. Ich bin halt, auch heute noch,
ein großer Freund der handgezeichneten Disneyfilme der alten Schule – so noch
mit Gesang und allem!!! –, so wie bekennender Fan der (meisten) Final
Fantasy-Spiele. Es vereinte damit einfach zwei Welten, die scheinbar nicht
vereinbar waren. So etwas Ähnliches werden wir noch einmal bei Gelegenheit in
einem anderen Beitrag erleben.
Die Welt der Comics und Trickfilme geschaffen von Walt
Disney und bis heute geliebt. Wie auch die Welt der JapanoRPG, welche Millionen
von Spielern auf der ganzen Welt in ihren Bann gezogen hatten. Doch ich glaube,
dass der Erfolg von „Kingdom Hearts“ ohne die sehr bewegende, wie auch genial
gestaltete Story wohl in der Form nicht zu Stande gekommen wäre.
Der sich trennende Weg Rikus und Soras auf der Suche nach
ihrer gemeinsamen Freundin Kairi. Die Rivalität der Freunde getrieben von Licht
und Schatten. Das Schlüsselschwert, welches nicht nur Begehr der Herzlosen war,
sondern auch Rikus und das von Sora geführt wie auch beschützt wurde. Eine
Story die so weitreichend und komplex wurde, wie es damals noch gar nicht
vorhersehbar war. Und vor allem so genial war, wodurch die Kritiker schnell auf
Stumm schalten mussten.
Der graphische Aspekt hatte mich nie sonderlich gestört.
Ehrlich gesagt, fand ich das oftmals kindlich wirkende Aussehen des Spiels viel
passender zu dem Inhalt, als es jedes realistisch aussehende und vor Graphikgeilheit
strotzende Äquivalent es jemals gekonnt hätte.
Natürlich wurde der Spielspaßfaktor noch mit den vielen
Extras, die das Spiel bot, schön in die Höhe getrieben. Da wären zum Beispiel
das „Craften“ (das Ganze 7 Jahre, bevor auch nur die erste Version von
Minecraft überhaupt erschien, dass nenn ich mal Trendsetting) eigener
Gegenstände und Waffen dank der Mogrys. Natürlich wären da auch noch die
verschiedenen Cups des Kolosseums zu erwähnen, samt der darin versteckten
Bossgegner – mit good old Hassgegner Sephiroth!
Aber auch die vielen unterschiedlichen Welten boten etwas
fürs Auge. Am Meisten freute mich natürlich die Welt „Nightmare before
Christmas“, da ich auch noch Tim Burton Fan bin und dies einer seiner besten
Werke ist. Ich bin einfach Fan von zu vielen Dingen…
Wer möchte jedoch nicht an Jacks Seite kämpfen, während im
Hintergrund dazu die berühmte Melodie spielt? Herrlich, einfach nur herrlich!
So hoch ich das Spiel jetzt aber auch loben mag, es ist
leider nicht perfekt und hat so seine von Herzlosen bevölkerten Schattenseiten.
So sind von all den Aufrufen nur ein oder zwei wirklich praktisch – allen voran
Naseweis, ohne die ich jedenfalls Malefiz nicht besiegt hätte. Das finde ich in
Anbetracht der zur Auswahl stehenden Gestalten sehr schade fand. Wenigstens
waren einige noch praktisch, der Nachfolgetitel trieb die Nutzlosigkeit der
Aufrufe ja noch auf die Spitze. Doch das ist ein Thema fürs andere Mal.
Darüber hinaus ist die Steuerung, besonders anfangs wenn man
sich noch nicht daran gewöhnt hat, ziemlich schwammig. Dazu kommt die
Kameraperspektive, welche sehr oft in einem verdammt ungünstigen Winkel sich
festsetzt, so dass man bei schnellen Kämpfen nicht einmal sieht wohin man da
eigentlich prügelt, ausweicht oder rennt…
So etwas macht wahrlich Spaß!
Kämpferisch ist das Spiel für meinen Geschmack auch etwas zu
simpel gehalten. Schlichte Combos, kaum Manöver die nützlich sind – eigentlich
nur die Flugrolle als Ausweichaktion – und ab und an einen Zauber gesprochen.
Auf diese Weise wird jeder Kampf zu einer Nachahmung des Vorherigen, was das –
unter Umständen nötige – aufleveln zur Qual werden lässt.
Zum Glück mildern letzten Endes all diese Schönheitsmakel
den Spielspaß nicht so sehr, wodurch man sich im Handumdrehen am Ende
wiederfindet, um ein wirkliche schönes (und auch sehr trauriges) Spielende
bestaunen zu dürfen.
Um an dieser Stelle auch noch einigen Beiträgen vorgreifen
zu dürfen: Irgendwie haben traurige Endings schon immer Hochkonjunktur gehabt?!
Aber das soll
euren schönen Tag nicht schmälern und cheerio!
Euer King Sirus
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