Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und heute muss ich wirklich
aufpassen nicht permanent mit Spoilerwarnung rum zu latschen, denn es wird
schwer über „The World ends with you“ zu reden ohne eben Gefahr zu laufen zu
viel zu verraten.
Obwohl ich das Spiel bereits hatte als es erschien, legte
ich es tatsächlich erst einmal wieder zur Seite und verbuchte es als Fehlentscheid,
da mir das Kampfsystem einfach nicht zugesagt hatte.
Zum Glück aber bin ich ‘ne Sammelsau und entsorge nicht
immer gleich alles, auch wenn ich enttäuscht wurde. Letztendlich will ich die
Spiele auch immer halt noch Besitzen!
Das war ein Glück wie sich später herausstellte und zwar
fast auf den Tag genau zwei Jahre später.
Ich wurde nämlich von Bekannten dazu genötigt, dass ich
es endlich zu Ende spielen solle, da man mich dazu bringen wollte Beat zu
cosplayen :D
Daraus wurde zwar nichts, aber ich hatte das Spiel wieder
ausgegraben und diesmal packte es mich voll und ganz. Es ist eben ein Spiel,
welches keine klare Meinung zulässt.
Wir sind Neku und erwachen mitten auf der tokyoer Straße,
mit nichts als einem seltsamen Pin in der Hand und der plötzlichen Fähigkeit
die Gedanken der Menschen um uns herum hören zu können…
Doch bevor wir unsere Gedanken ordnen können, werden wir
bereits von seltsamen Wesen angegriffen (die übrigens alle eine optische
Gemeinsamkeit haben und zwar die Vermixung ihrer Gestalt mit künstlerischen
Tribalelementen). Als wir mit einem Mädchen namens Shiki aneinander geraten,
erfahren wir ein wenig mehr über unsere seltsame Lage.
Die angreifenden Wesen werden Noise genannt, wir befinden
uns in einer Art Parallelwelt die Underground
genannt wird und wo das sogenannte Reapers‘
Game stattfindet, bei dem wir seltsamerweise Mitspieler sind. Jedes Spiel
dauert genau sieben Tage und wir müssen mit einem anderen Spieler einen Pakt
schließen, um uns behaupten zu können. Das Ziel des Spieles ist simpel, denn es
gilt lediglich den Game Master zu finden und zu besiegen.
Zu unserem eigenen Schutze, verheimlicht die gute Shiki
uns aber einen wichtigen Fakt: Wir sind tot…
Man erkennt schon zwischen diesem Spiel und „Kingdom Hearts:
Chain of Memories“ Ähnlichkeiten, was aber auch nicht verwunderlich ist. Waren
doch an beiden Spielen die Herren von Square Enix mit denen von Jupiter am Werkeln.
Doch bei diesem Spiel durften sich die Leute mal so richtig austoben und das
haben sie nach Strich und Faden!
„The World ends with you“ frisst sich durch jeden Bereich
japanischer Jugend- und Subkultur, die die Entwickler auftreiben konnten.
Aber auch storytechnisch greift das Spiel auf eine große
Bandbreite von Themen zurück und verwickelt sich in tollen Plottwists, einem
vielschichtigen Handlungsablauf und einen schönen Einblick auf die asiatische
Welt, die der westlichen Welt halt immer noch fremd und anders erscheint.
Leider habe ich jedoch auch das Gefühl, dass genauso viele technische
Mängel sich in das Spiel geschlichen haben. Es beginnt schon beim wichtigsten
Punkt von dem das gesamte Spiel letztendlich lebt, dem Kampfsystem.
Durch das Pinsystem ist den Machern ein absolut genialer Meisterstreich
gelungen, etwas erfrischend Neues und Innovatives. Vor allem versucht es damit
die Touchscreenfunktion des Nintendo DS voll auszureizen. Etwas was nicht genug
Spiele versucht haben und von denen die es taten, gelang es zu wenigen. Auch
Square ist über diesen Stein gestolpert.
Die Steuerung ist letztendlich zu schwammig und oftmals wird einem damit
der letzte Nerv geraubt…
Bei einigen Pins schafft man partout nicht den gewünschten Effekt
auszulösen.
Hinzu kommt die Herausforderung auf beiden Bildschirmen gleichzeitig zu
kämpfen. Nach nur wenigen Versuchen habe ich aber eben dies verteufelt. Schon
auf dem Schwierigkeitsgrad Normal und ohne extreme Statsverbesserung wirkten
manche Kämpfe absolut unmöglich auf mich. Direkt die Finger davon lassen und
sich lieber allein auf den Helden am unteren Bildschirm konzentrieren sag ich
da mal! Oder hab ich mich nur zu dumm angestellt?
Die Idee die Gedanken der Mitmenschen quasi abzuscannen wusste mich
eigentlich auch zu überzeugen, als tolle Implementierung. Leider kam sie für
meinen Geschmack zu wenig effektiv zum Einsatz. Ich bin auch der Meinung aus
einem Interview die Info zu haben, dass laut den Machern dieser Punkt an
mangelnder Zeit zu leiden hatte.
Meine Meinung dazu: Serviert uns eine Fortsetzung und holt das dann nach,
bitte!
Genug Potential hätte das Spiel und inzwischen auf einem 3DS wäre es
interessant zu sehen, was die Macher optisch hier hinzaubern würden.
Wenn wir schon beim Punkt der Optik sind, können wir auch darauf weiter
eingehen. Denn die interessante Grafik und das tolle Artwork – die einen ganz
eigenen, erstaunlichen Stil vorweisen – harmonieren optimal mit der HipHop und
Elektronic Music. Beide Punkte als Gesamtpaket zusammengefasst passen ohnehin
wie die Faust aufs Auge zusammen und erst Recht zu diesem Spiel. Mein
persönlicher Geschmack war dieser Musikstil letztendlich trotzdem nicht. Zum
Glück darf man auch ein wenig Rock genießen, andernfalls wäre ich doch manchmal
sehr aggressiv geworden :D
Und so gibt es die Lieder, die ich mir noch heute gerne reinziehe, so zum
Beispiel das eher einfach gestrickte „Amnesia“ oder ich rocke zu „Hybrid“
beziehungsweise zu „Transformation“ ab.
Zum Schluss wäre auch noch das Bonuskapitel zu erwähnen, welches man nach
Beendigung der Hauptstory freispielen kann und man wird auch noch lange ans
Spiel gefesselt durch die Zeit die man damit verbringt alle Pins zu sammeln, so
wie aufzuleveln und sich alle Kleidungsstücke zu ergattern.
So weiß das Spiel halt insgesamt zu überzeugen und den Rest beim (hoffentlich)
nächsten Mal bitte einfach ausbessern ;D
Also habt ‘nen schönen Tag und cheerio!
Euer King Sirus
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