Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und will den heutigen Post einem
Spiel widmen, welches ich privat gezockt hatte, während ich alles für meinen
YouTube-Kanal vorbereitete. Und ich muss sagen ich hatte selten ein Spiel,
welches mich so unentschlossen nach Beendigung zurück ließ wie „The Night of
the Rabbit“.
Die Frage ist nur: Wo soll ich nur anfangen?
Wenn man sich die Reviews namhafter Spieleseiten
anschaut, wird dort bereits hin und wieder darauf hingewiesen, dass das Spiel
etwas Märchenhaftes hat. Wie Jerry das Zauberhandwerk erlernen will, um Leute
zu beglücken und ins Staunen zu versetzen, zieht auch dieses Spiel uns in
seinen Bann. Auch hier werden wir von einem Zauber – der nur den Märchen
vorbehalten ist – umworben, der uns unterhalten will. Doch trotz aller Bemühung
und auch einigem Gelingen, können wir nicht in diesem gespielten Märchen
gänzlich versinken. Das Spiel macht so viel richtig und verzaubert uns so oft
(ja, Magie ist hier eben ein Leitthema ;D), dass es umso schmerzt die kleineren
Problemchen hervorzuheben über die es letztendlich stolpert.
Hauptsächlich sind es die Elemente des Gameplays die
einem störend auffallen. So ist der Hilfszauber „Ratersuch“ nicht wirklich als
Hilfe nützlich. Wenn man mal nicht weiterkommt und hier einen kleinen Tipp sich
erhofft, wird man leider nur an seine Hauptaufgabe erinnert. Feststecken tut
man somit immer noch.
Dann sind da noch die Rätsel selbst die einen ja erst
feststecken lassen. An und für sich sind sie alle mehr oder weniger logisch und
wenn man nicht zu ungeduldig wird oder zu blind für einfachste Logik ist – wie
ich gerne mal –, dann kommt man früher oder später mit etwas Gehirnschmalz
weiter.
Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel und so
ist es doch frustrierend, wenn man ewig nach einer Pfanne sucht wie von der
Maus verlangt für etwas Käsefondue. Irgendwann stellt sich dann aber heraus,
dass die Alufolie – die man ewig in seiner Tasche mit sich herumschleppt – zu
einem TOPF gefaltet wird und absolut ausreicht. Gnarf!
Oder man hundertmal versucht den Brief mit Honig zu
verkleben – beziehungsweise den Honig immer einsetzen will, wenn etwas verklebt
werden soll –, aber das Spiel wartet auf den Einsatz von Schneckenschleim und /
oder Rübensirup. Ernsthaft?!
Dann gibt es natürlich noch die Punkte, die nicht
wirklich negativ auffallen, man sich aber als Spieler vermutlich anders
gewünscht hätte. So ist die spärliche Einsatzmöglichkeit einiger Zauber,
angesichts der schönen Ideen, doch sehr bedauerlich. So kann man „Hoffnungsschimmer“
nur ein oder zwei Mal benutzen. Auch hätte ich es schön gefunden, wenn man „Grünwuchs“
hätte benutzen dürfen, auch wenn es keinen spielerischen Nutzen gehabt hätte.
Lasst es wachsen und gedeihen!
Einzige Ausnahme bildet hier „Steinflüstern“, denn man
wirklich fast überall anwenden kann.
Übrigens, die Science-Fiction Lichteffekte beim Erlernen
eines neuen Zaubers waren doch etwas albern und raubte dem Spiel etwas von
seiner Atmosphäre.
Oder Aspekte des Spiels die Potential besaßen, aber
vermutlich aufgrund des Einhalts des Releasedatums nicht umgesetzt werden
konnten, wie sie vielleicht vom Entwicklerteam geplant waren. Ich denke hier
vor allem an das Ende als der Mauswaldmagier einem die Hintergründe vom Marquis
und Zaroff erklärt, die man als Spieler lieber selbst storybedingt
herausgefunden hätte.
Aber natürlich will ich das Spiel nicht komplett
niedermachen und anders als bei so einigen Reviews zu diesem Spiel, wo man mit
einer Lupe bewaffnet die Brotkrumen des Lobs suchen und sammeln muss, habe ich
auch Lob und Preis für dieses Spiel parat.
Denn so empfinde ich Jerry sehr schön aufgemacht. Zwar
kann seine Permanent-Gute-Laune einem schnell mal befremdlich vorkommen – und
ich vermute auch hier eher das Problem vieler mit dieser Hauptfigur –, doch
sind einige Kinder eben genauso. Lebhaft, gut gelaunt, fröhlich.
Sie sehen die Magie, der wir Erwachsenen uns
verschließen. Sie sehen Wunder, wo wir Alltag und Normalität erkennen. Sich
dies einzugestehen und die so lang verschlossenen Augen öffnen kann ein
schwieriges Unterfangen sein. Erst Recht wenn man sich dabei bewusst wird wie schön
es doch war die Welt mit den Augen eines Kindes zu sehen. Genau dies tut „The
Night of the Rabbit“ aber.
So ist es nicht verwunderlich, dass man trotz
gelegentlicher Frustration übers nicht vorankommen doch am Ball bleibt. Man
will einfach das Spiel zu Ende bringen. Man möchte wissen was da noch kommt.
Man möchte noch das Kapitel zu Ende lesen, bevor die Mutter erneut mahnend ins
Zimmer kommt und einem das Märchenbuch wegnimmt.
Auch lassen die wunderschönen handgezeichneten
Hintergründe und Charaktere einen Blind für die Mängel des Spiels werden, die
mit dem wunderbaren Soundtrack harmonieren. Meine Lieblingslieder „Das Land der
grünen Inseln“ und „Plato und Kitsune, Duett“ könnte ich den ganzen Tag rauf
und runterhören. Ganz zu schweigen vom Hauptthema: „The Night of the Rabbit –
Titelmelodie“.
Ich verweise hier gerne auf die Collector’s Edition, wo
man eben diesen Soundtrack noch als Beilage dazu erhält.
Ach ja, nicht zu vergessen wäre da noch die tolle Arbeit
der Synchronsprecher!
Dann wären da noch die zu erreichenden Erfolge, die den
Spielspaß noch zusätzlich pushen. Sei es das Sammeln von 32 Tautropfen oder das
Finden von 8 Geschichten des Waldschrats, die man sich dann auch in Form von
Hörbüchern noch zu Gemüte führen kann. Leider hat mich Quartett nicht gepackt,
da ich es doch mehr als Glücksspiel empfinde, als das wirklich einem ein gutes
Gedächtnis und Strategie zum Sieg verhelfen.
Ein grandioser Schluss, mit tollem Plottwist. Witzige
Verweise zum Ende hin auf andere Daedalicspiele. Alles kleine Juwelen die es
hervorzuheben gilt.
Ihr merkt schon ich bin letztendlich hin- und
hergerissen. Einerseits bin ich persönlich enttäuscht, dass man zu viel Zeit
mit den Mauswäldern verplempert und so die eigentliche Story zu spät in die
Pötte kommt. Andererseits verzaubern eben diese einen auch ungewollt. Man wird
nicht mit Bauchkrämpfen lachend am Boden liegen, kann sich aber auch nicht ein
Schmunzeln verkneifen bei den Ruhestandsplänen von Kirchenmaus und Junior.
Was mag wohl auch noch kommen? Dem aufmerksamen Spieler
dürften nämlich auch noch die offenen Fragen am Ende des Spiels aufgefallen
sein:
Was hat es mit den Krähen und ihrem Verhaltens auf sich?
Wo ist der alte Uli? Was ist mit dem Marquis im Glas und kann man ihn retten?
Wer ist der Waldschrat wirklich? Was ist der Schattenspiegel? Gibt es noch mehr
Echsen?
Huch, da will man nur kurz seine Gedanken niederschreiben
und schon entsteht ein Roman. Ich denke jeder sollte sich seine eigene Meinung
zum Spiel machen, indem er es antestet. Ich habe es genossen und möchte mit ein
paar Worten abschließen die ich auf YouTube bezüglich „The Night oft he Rabbit“
fand:
„Wie kann man ein Spiel bewerten, dass
eigentlich Kunst ist?“ (Minuskind Katze)
Also habt ‘nen schönen Tag und cheerio!
Euer King Sirus
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