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Sonntag, 22. Dezember 2013

In den wirren Windungen deines Hirnes unterwegs

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und das nächste Spiel, worüber wir reden wollen ist dermaßen wirr und verwoben, aber genau darin geil und genial. Denn es ist zudem ein Puzzle- und Logikspiel.

Wenn man das Spiel startet, wird man direkt mit einem sehr offensichtlichen Faktor des Spiels konfrontiert: Die Grafik.
Das komplette Spiel wirkt nämlich wie eine Bleistiftzeichnung. So wird beispielsweise die Figur bei Start des Rätsellevels erst einmal rohskizziert – samt Hilfslinien – und dann noch fix gezeichnet, bevor der Spieler dann loslegen kann. Ich persönlich fand das alles sehr atmosphärisch und geil gemacht. Auch passt dieser generelle, simple Look sehr gut zum Spiel und hat seinen eigenen, schönen Charme.

Außerdem passt es auch noch aus einem anderen Grund zum Spiel, denn ich war so stets an das Bild „Relativität“ vom niederländischen Maler M. C. Escher erinnert, welches ein unmögliches Konstrukt zeigt, dass in sich aber eine gewisse Logik verfolgt. So sind auch die Rätsel dieses Spieles.

Auf den ersten Blick mögen sie unmöglich wirken, doch da wir die Konstrukte drehen können und uns dadurch in den Ebenen derselbigen bewegen können, verfolgt jedes Level eine gewisse Logik.

Gerade in den ersten drei Kapiteln ist diese Logik auch noch leicht nach zu vollziehen. Mit ein wenig rumprobieren, etwas Gehirnschmalz und notfalls der Try-and-Error-Methode kommt man relativ fix durch. So habe ich pro Kapitel mit, ich glaub, jeweils sieben Leveln jedes Mal nur ca. eine Stunde gebraucht.

Auch in Kapitel 4 kommt man so noch relativ gut durch, doch dann dreht sich der Schwierigkeitsgrad mit einem Schlag um 180°, so wie wir manches Gebilde gedreht haben. Das Level „Dreiklang“ fand ich persönlich jedenfalls irrsinnig schwer, was vor allem auch daran lag, dass ich das neue Rätselelement des Kapitels nicht so richtig verstand.

Die Level danach werden ebenfalls noch wirrer und diffuser – soweit dies bei einem Spiel wie „The Bridge“ überhaupt noch möglich ist – und ich kann mir gut vorstellen, dass für Leute mit Problemen bei räumlichem Denken hier der Spaß endet.

Ab der Spiegelwelt wird das Ganze sogar noch einmal auf die Spitze getrieben, so dass ich es hier als pervers schweren Schwierigkeitsgrad bezeichnen möchte. Einige Level sind nicht einmal mehr richtige Puzzle- und Logikrätsel, sondern es hält auch vermehrt der Faktor Geschicklichkeit in das Spiel Einzug.

Das Spiel erinnerte mich auch ein wenig an „Braid“, da es ebenfalls zwischen den Kapiteln oder generell hin und wieder mit mysteriösen Aussagen dem Spieler die Story näher bringt. Aber dies ist nicht der einzige Punkt, bei dem ich Ähnlichkeiten sehe. Beide Spiele sind zudem großartige Indie-Hits (man war ich baff, als ich erfuhr dass „The Bridge“ von nur zwei Leuten gemacht wurde!!!) und was „The Bridge“ für mich noch zusätzlich herausstechen lässt ist der künstlerische Touché.

Das Spiel erinnert nicht nur an ein berühmtes Kunstwerk, es ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass Computerspiele immer mehr selbst ein Medium für Kunst sind. In derselben Sparte sehe ich zum Beispiel auch Titel wie „flOw“, „Journey“ oder eben auch „Shadow of the Colossus“!

„The Bridge“ ist also ein wunderbares Spiel, welches man günstig erwerben kann, einen aber lange packt, bei der Stange hält und wenn man es zulässt auch auf geistiger Ebene erreichen kann.

Einen schönen Tag noch und cheerio!
Euer King Sirus

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