Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und das nächste Spiel, worüber
wir reden wollen ist dermaßen wirr und verwoben, aber genau darin geil und
genial. Denn es ist zudem ein Puzzle- und Logikspiel.
Wenn
man das Spiel startet, wird man direkt mit einem sehr offensichtlichen Faktor
des Spiels konfrontiert: Die Grafik.
Das
komplette Spiel wirkt nämlich wie eine Bleistiftzeichnung. So wird
beispielsweise die Figur bei Start des Rätsellevels erst einmal rohskizziert –
samt Hilfslinien – und dann noch fix gezeichnet, bevor der Spieler dann
loslegen kann. Ich persönlich fand das alles sehr atmosphärisch und geil
gemacht. Auch passt dieser generelle, simple Look sehr gut zum Spiel und hat
seinen eigenen, schönen Charme.
Außerdem
passt es auch noch aus einem anderen Grund zum Spiel, denn ich war so stets an
das Bild „Relativität“ vom niederländischen Maler M. C. Escher erinnert,
welches ein unmögliches Konstrukt zeigt, dass in sich aber eine gewisse Logik
verfolgt. So sind auch die Rätsel dieses Spieles.
Auf
den ersten Blick mögen sie unmöglich wirken, doch da wir die Konstrukte drehen
können und uns dadurch in den Ebenen derselbigen bewegen können, verfolgt jedes
Level eine gewisse Logik.
Gerade
in den ersten drei Kapiteln ist diese Logik auch noch leicht nach zu
vollziehen. Mit ein wenig rumprobieren, etwas Gehirnschmalz und notfalls der
Try-and-Error-Methode kommt man relativ fix durch. So habe ich pro Kapitel mit,
ich glaub, jeweils sieben Leveln jedes Mal nur ca. eine Stunde gebraucht.
Auch
in Kapitel 4 kommt man so noch relativ gut durch, doch dann dreht sich der
Schwierigkeitsgrad mit einem Schlag um 180°, so wie wir manches Gebilde gedreht
haben. Das Level „Dreiklang“ fand ich persönlich jedenfalls irrsinnig schwer,
was vor allem auch daran lag, dass ich das neue Rätselelement des Kapitels
nicht so richtig verstand.
Die
Level danach werden ebenfalls noch wirrer und diffuser – soweit dies bei einem
Spiel wie „The Bridge“ überhaupt noch möglich ist – und ich kann mir gut
vorstellen, dass für Leute mit Problemen bei räumlichem Denken hier der Spaß
endet.
Ab
der Spiegelwelt wird das Ganze sogar noch einmal auf die Spitze getrieben, so
dass ich es hier als pervers schweren Schwierigkeitsgrad bezeichnen möchte.
Einige Level sind nicht einmal mehr richtige Puzzle- und Logikrätsel, sondern
es hält auch vermehrt der Faktor Geschicklichkeit in das Spiel Einzug.
Das
Spiel erinnerte mich auch ein wenig an „Braid“, da es ebenfalls zwischen den
Kapiteln oder generell hin und wieder mit mysteriösen Aussagen dem Spieler die
Story näher bringt. Aber dies ist nicht der einzige Punkt, bei dem ich
Ähnlichkeiten sehe. Beide Spiele sind zudem großartige Indie-Hits (man war ich
baff, als ich erfuhr dass „The Bridge“ von nur zwei Leuten gemacht wurde!!!)
und was „The Bridge“ für mich noch zusätzlich herausstechen lässt ist der
künstlerische Touché.
Das
Spiel erinnert nicht nur an ein berühmtes Kunstwerk, es ist ein wunderbares
Beispiel dafür, dass Computerspiele immer mehr selbst ein Medium für Kunst
sind. In derselben Sparte sehe ich zum Beispiel auch Titel wie „flOw“, „Journey“
oder eben auch „Shadow of the Colossus“!
„The
Bridge“ ist also ein wunderbares Spiel, welches man günstig erwerben kann,
einen aber lange packt, bei der Stange hält und wenn man es zulässt auch auf
geistiger Ebene erreichen kann.
Einen schönen Tag noch und cheerio!
Euer King Sirus
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