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Sonntag, 1. Dezember 2013

Die Wahrheit im Nebel des Vergessens

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und heute will ich spontan über ein Spiel reden, welches schon einmal ein spontanes Thema war. Schon einmal?

Ja, jetzt wo der Blog auch schon ein paar Beiträge hat und über ein Monat alt ist, möchte ich es kurz erwähnen. Ich hatte schon einmal einen Blog. Jedoch nicht alleine, sondern mit einer guten Freundin. Was vielleicht ungünstig war, war der Zeitpunkt an dem wir anfingen. Denn obwohl ich damals motiviert war und wirklich Lust hatte, brauchte ich immer länger um mal einen neuen Beitrag zu posten. Was viel durch mein privates verschuldet war. Nun ist die Situation anders und ich fange solo neu an. Der alte Blog existiert gar nicht mehr, aber um die damalige Arbeit von uns zu ehren, überarbeite ich die alten Texte und stelle sie wieder online.

Das hat mir auch den Anfang erleichtert, denn so hatte ich einen größeren Grundstock. Denn brauchte ich auch, da ich ja nebenbei auch an meinem YouTube-Kanal arbeite, im privaten noch ein zukünftiges Projekt vorbereite (welches ich auch hoffentlich bald veröffentlichen kann ;D) und auf Facebook die YouTube-Aktivität zusätzlich präsentiere.

Soviel zum Ausflug in alte Kamellen. Jedenfalls worauf ich hinaus wollte, war der Punkt dass ich damals ein Spiel innerhalb eines Tages durchgespielt hatte und direkt im Blog anpreisen wollte. Das Witzige war, dass ich damals „Another Code: Doppelte Erinnerung“ beinahe gar nicht gespielt hätte.

Dies war der Berichterstattung über das Spiel geschuldet. Denn die Informationen die ich so im Internet fand, klangen einfach nicht interessant und nur wegen toller Grafik alleine habe ich mir eigentlich noch kein Spiel geholt. Irgendetwas in mir hat mich aber dazu gebracht, dass ich dem Spiel doch noch eine Chance gab. Ich bin über diesen komischen inneren Drang froh. Ihm habe ich eine tolle Spielerfahrung zu verdanken.

Ich hätte mir auch kein besseres Spiel aussuchen können, um über Erinnerungen zu reden. Denn genau mit dieser Thematik beschäftigt sich das Spiel „Another Code: Doppelte Erinnerung“. Während nämlich unsere fast vierzehnjährige Protagonistin Ashley mit ihrem geistreichen (das Wortspiel ist nach all der Zeit nicht besser geworden…) Freund D die Blood-Edward-Insel erforscht – mitsamt alter verlassener Villa (die seltsamerweise vollgepackt ist mir allmöglichen Rätseln) –, versuchen beide die fehlenden Erinnerungen ihrer Vergangenheiten zu erforschen.

Auf diese Weise hoffen sie Antworten über längst vergangene Zeiten zu erhalten. Dem Geist D geht es dabei heraus zu finden wer er war und wie er nun eigentlich starb, um endlich in Frieden ruhen zu können. Ashley aber will wissen warum ihr Vater – den sie für Tod hielt, von dem aber die Einladung auf die Insel kam – sie vor elf Jahren bei ihrer Tante zurückließ. Es gibt jedoch noch ein Thema, über das sie sich mehr Aufschluss erhofft: den Tod ihrer Mutter.
Vor allem entsteht ein neuer Gedanke in ihrem Kopf, den es zu klären gilt… ist vielleicht auch sie in Wahrheit noch am Leben?

Und die Suche der Beiden wird dann noch mit den, bereits erwähnten, verschiedenen Rätseln garniert, die man lösen muss um dann wiederum tiefer in die Villa gelangen zu können. Und weiteren Rätseln in die Arme zu laufen. Wie so üblich darf der Spieler hier natürlich nicht erwarten, dass der Grundriss des Gebäudes logisch aufgebaut ist. Geschweige denn ein normales Leben in einem Bauwerk mit solch umständlichen Rätseln und Blockaden möglich wäre.
Nun gut, verzeihen wir diesen unlogischen Aspekt einfach mal den Spielemachern und konzentrieren uns lieber auf wichtigere Punkte.

Im Angebot hätte ich da die Tatsache, dass die DS-Funktionen derartig gut eingebracht wurden, dass die immer noch uralt-08/15-Rätsel plötzlich in einem neuen, frischen Glanz erstrahlten und tatsächlich wieder Spaß beim Spieler hervorriefen. Vor allem waren die Stellen genial, wo man zur Rätsellösung das Spielgerät zuklappen musste, um auf die Lösung zu kommen. Da habe ich doch richtig dran zu knabbern gehabt, bevor ich mal auf diese Idee kam.

Das Ganze ist aber noch aus einem anderen Grund ein sehr wichtiger Faktor gewesen. Denn der Nintendo DS erschien im März 2005 in Europa, „Another Code: Doppelte Erinnerung“ im Juni desselben Jahres. Es war also eines der ersten Spiele auf der neuen Handheldgeneration, die viele noch nicht einschätzen konnten.
Vor allem war man wegen dem doppelten Monitor, aber auch dem Touchscreen skeptisch. Und letzteres ist heute ja fast schon zum Standard geworden.

Um aber wieder zurück zum Thema zu kommen: Der Schwierigkeitsgrad des Spieles selbst lässt sich trotz der neuen Umsetzungsart der Rätsel, immer noch als „Baby-Mode“ bezeichnen. Denn es sind und bleiben eben altbackene Rätsel, die man bereits mehrfach in diversen Spielen gesehen hat und daher fast schon im Schlaf zu lösen vermag. Schade eigentlich, denn dadurch hat man das Spiel locker an einem Tag durch (so wie ich eben) und dafür aber 40€ beim sofortigen Kauf damals zum Erscheinungstermin zu blechen, hinterlässt wieder einmal ein Gefühl von „wurde ich da gerade wieder abgezockt?!“.

Man hatte hier also Potential des neuen, jungen Gerätes vergeudet, aber das ist generell ein typisches Problem neuer Konsolen- oder Handheldgenerationen. Oftmals trauen sich die Entwickler noch nicht so viel oder haben schlicht und einfach noch nicht die richtigen Ideen was man alles mit den neuen Funktionen anstellen kann.

Optisch präsentiert sich das Spiel in einer stark Manga / Anime orientierten Grafik, die jedoch alles andere als kindisch wirkt, sondern eher sehr erwachsen und bisweilen auch etwas düster. Ein Look der mir ehrlich gesagt sehr zusagte und in ähnlicher Form auch in Spielen wie „Hotel Dusk: Room 215“ ebenfalls verwendet wurde. Kein Wunder, ist ja von denselben Machern.

Schade ist lediglich, dass CING sich ausschließlich mit den beiden „Another Code“-Teilen, so wie dem Zweiergespann „Hotel Dusk“ und „Last Window“ wirklich Aufmerksamkeit erlangten und seit 2009 auch nur noch für den Handybereich programmieren.

Zum Abschluss möchte ich noch einen Gedanken abseits des Spieles einbringen.
Wenn man älter wird und seine Erinnerungen verliert, stört das einen selbst ja bekanntlich eher weniger, denn wir bemerken ja gar nicht was wir verloren haben. In der Regel ist die Selektion die unser Hirn vornimmt ja auch ganz in Ordnung.
Schließlich vergessen wir nur unwichtige Informationen und behalten fast ausschließlich wichtige Dinge, da diese schnell im Langzeitbereich abgespeichert werden. Oder unser Gehirn lässt uns Dinge nach einem schrecklichen Ereignis vergessen, um uns bzw. sich selbst zu schützen.

Die Idee welche sich bei „Another Code: Doppelte Erinnerung“ entwickelt – aber leider auch nur ganz kurz am Ende und gleichzeitig lediglich nur am Rande angeschnitten wird –, könnte praktisch als Basis für ein noch viel genialeres Spiel dienen.

Ich rede von dem Anothergerät und den falschen und echten Erinnerungen, bzw. die Manipulation von Erinnerungen an sich. Ich stelle mir das Spieltechnisch ungefähr so vor: Ein Spiel, welches mit den Erinnerungen spielt. Erinnerungen die sich im Spielverlauf verändern können und damit mit der Frage einhergehen: „Was macht uns zu dem, was oder wer wir sind?“
Unsere Erinnerungen oder vielleicht doch eher unser Umfeld?

So, nun sind wir endlich am Ende, weshalb ich euch noch ‘nen schönen Tag wünsche und cheerio sagen kann!
Euer King Sirus


PS: „Another Code: Doppelte Erinnerung“ bietet den geilsten Satz, den ich jemals in einem Spiel lesen durfte: „Dass das DAS, dass du...“
Original so im Spiel enthalten und meiner Meinung nach einfach nur göttlich :D

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