Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und nachdem ich mich nun
ausgiebig damit beschäftigt habe sieben Welten unter meine Kontrolle zu bringen
und dabei mehrere Overlords, aber auch Helden zu meinen Dienern gemacht habe,
will ich euch von meinem Werdegang berichten.
Die Rede ist von dem knallbunten und völlig
durchgeknalltem Japano-RPG „Mugen Souls“. Dies ist von Compile Heart entwickelt
und durch Nippon Ichi Software herausgegeben worden. Tja und gerade die Firma
Nippon Ichi Software dürfte durch die Disgaea-Reihe Ruhm und Ehre erlangt
haben. Wobei ihr Maskottchen (ist es auch offiziell ihr Maskottchen?) – die
pinguinähnlichen Prinnys – vermutlich noch bekannter sein dürfte ;D
Ich schweife ab, daher schnell zurück zum eigentlichen
Thema.
Wie ich bereits erwähnte, ist es ein durchgeknalltes
Spiel, welches vor allem mit Seitenhiebe auf das eigene Genre nicht geizt. So
werden diverse typische RPG-Klischees auf die Schippe genommen. Hier kann ich
direkt ein Beispiel aus der ersten Welt anbringen, wo der dortige Held
haufenweise Vasen zerstört, fremde Wohnungen durchsucht und seine weibliche
Gefährtin, dank dem Vorrecht des Helden, stets in Bikinis einkleidet. Immerhin
haben diese ja die höchsten Verteidigungswerte!
Ist ja auch völlig logisch. Was? Nicht? Ähm… schnell
weiter…
Die diversen Helden und Demon Lords sind dabei selbst
auch unterschiedlich und somit ein lebhafter Haufen. Aber vor allem sind sie
unterschiedlich humorvoll und überspitzt gestaltet. Vor allem gerade in ihren
unterschiedlichen Klischeerollen. Ich persönlich hatte dabei aber nie das
Gefühl, dass irgendwer in seiner Darstellung über die Stränge schlug, so dass
man sich daran wirklich ergötzen und amüsieren konnte, ohne den
Fremdschämfaktor zu haben.
So kam es echt vor, dass ich einige Male beim Spiel laut
lachen musste, was bei mir eigentlich selten der Fall ist. Dazu passt auch der
generelle Look, der typisch für asiatische Spiele etwas bunter ausfällt. Nicht
alles bleibt aber stets in der 3D-Optik, gerade während der Dialoge sind die
Dialogteilnehmer in schön gezeichneter Form zu sehen.
Die
Story von „Mugen Souls“ wirkt ebenfalls auf den ersten Eindruck eher komisch
und befremdlich, so wie die grafische Komponente einige westlichen Gamer die
Nase rümpfen lassen dürfte. Ich meine sieben Welten erobern und alles unter die
eigene Kontrolle bringen, indem man alles Lebendige und teilweise sogar nicht Lebendige
sich untertan macht.
Dies
ist jedoch ein Trugschluss, wie sich bald abzeichnet. Spätestens wenn man
Belleria trifft, die ähnliche Kräfte hat wie unsere Größenwahnsinnige
Chou-Chou, und andere Lebewesen sich untertan macht, um sie ihrem Vater zu
opfern, merkt man das mehr hinter der ganzen Sache stecken muss.
So
verstecken sich hinter dem anfangs eher unscheinbaren Bild, einige
überraschende und einige weniger überraschende Plottwists, wodurch sich eine
wunderbare Handlung mit Tiefgang entwickelt.
Aktuell
bin ich sogar noch einmal an dem Spiel im New Game+ dran, um das alternative
Ende auch noch zu sehen, welches sich während des ersten Durchspielens
andeutete.
Daneben
ist natürlich noch etwas zu erwähnen, was für ein Rollenspiel von essentieller
Wichtigkeit ist neben einer guten Handlung. Ich rede natürlich von der
Kampfmechanik. Diese wirkt erst einmal wie eine überladene Bonbontüte. Von
allem ist was drin, so dass man eigentlich gar nicht weiß was man am Liebsten
zuerst versuchen will.
Es
finden sich einige erfrischend neue Ideen wieder, wie aber auch altbekanntes.
Letztendlich wird aber auch das Rad nicht neu erfunden. Eine witzige Idee ist
jedenfalls die „Blast Off“-Fähigkeit, die manche Skills besitzen. Dadurch wird
ein Gegner weggeschleudert und kann mit anderen Gegnern, Partymitgliedern oder
auf dem Feld befindlichen Kristallen kollidieren. Dadurch erhöht sich der
Schaden, den der Widersacher erleidet.
Oder,
wenn einem das nicht hilfreich genug ist, man entschließt sich dazu die Monster
per Chou-Chou-Airline einen Freiflug zu verpassen. So kann der „Blast Off“ auch
in die Luft gerichtet werden, wo sich Objekte befinden die dadurch abgeschossen
werden können. Darin können sich wertvolle Items oder weitere Gegner verbergen.
Das
Ganze kann man dann noch auf die Spitze treiben, wenn man den großen
Hauptkristall in der Mitte des Kampfbereichs bezirzt und damit den „Fever Mode“
auslöst. Dadurch werden in der Luft vier Kugeln freigeschaltet und wenn man
dann einen Gegner per „Blast Off“ hochschießt, wird er wie beim Flipper
zwischen den vier Kugeln rumgeschubst und man selbst erfährt einen finanziellen
Geldsegen. Haufenweise Bonusmoney, yay!
Generell
macht es Sinn die vielen kleinen und den einen großen Kristall zu entfernen, da
diese in einem gewissen Radius um sich herum Zusatzregeln einführen. So kann es
beispielsweise mal schnell sein, dass man sich nicht mehr heilen oder bewegen
kann, wenn man einem der Kristalle zu nah kommt.
Den
Kleinen kann man ja noch fern bleiben, anders sieht es bei dem Großen aus, denn
der gilt für das gesamte Kampffeld.
Doch
was meinte ich da zuvor mit dem „bezirzen des großen Kristalls“?
Tjaaa,
wie bereits gesagt versucht unsere kleine, quirlige Chou-Chou alles und jeden
zu… nun… in gewisser Weise zu versklaven. Dies gelingt ihr aber nur, wenn sie
andere zuvor bezirzt. Dies kann man sich im Kampf auch zu Nutze machen. So kann
man Gegner bezirzen, damit sie sich in Items verwandeln oder zu Dienern (den
sogenannten Shampurus) werden. Verärgert man sie jedoch, kriegen sie auch noch
einen Stärkeschub.
Beim
Bezirzen muss man die acht verschiedenen Gesinnungen – im Spiel als „Moe“
bezeichnet – beachten. Verschiedene Gesinnungen sind ähnlich und erleichtern
das Bezirzen, andere sind sich zu verschieden. Und natürlich hat unsere Göttin
der Galaxie Chou-Chou die Fähigkeit zwischen sieben weiteren Persönlichkeiten
zu wechseln, um so immer die optimale Gesinnung zum Bezirzen zu haben.
Wozu
sollte ich aber überhaupt Shampurus sammeln? Nun, dass macht sich unter anderem
in Chou-Chous Charm-Level bemerkbar, was ihr dann wiederum das Bezirzen
stärkerer Gegner erleichtert. Ein kleiner Teufelskreis also, der uns aber zu
Gute kommt.
Daneben
brauch man Shampurus auch, um Chou-Chous ultimativen Angriff zu stärken: Den „Peon-Ball“.
Dieser
Angriff wird im Laufe des Spieles immer größer (von Stadtgröße, zu Inselgröße
und noch viel weiter) und damit auch gefährlicher. Denn nicht nur die Feinde
sollten diese Attacke fürchten, auch man selbst. So gibt es einen
Wahrscheinlichkeitswert, der durch verschiedene Dinge beeinflusst wird, und
wenn dieser zu hoch geht, kann es schnell mal passieren dass der „Peon-Ball“
von sich aus hochgeht und dabei das Team, statt die Gegner trifft.
Aber
noch für eine dritte Sache sind die Shampurus wichtig. Sie erhöhen die Werte
des Raumschiffes, mit dem man von Welt zu Welt reist. Denn zwischen den Welten –
oder auch an anderen Punkten des Spieles – kann es schnell mal dazu kommen,
dass man sich gegen andere Raumschiffe verteidigen muss.
Diese
Raumschiffkämpfe sind aber eine schöne Abwechslung und funktionieren nach dem
einfachen Schere-Stein-Papier-Prinzip. Manche Attacken werden stärker, wenn sie
gegen bestimmte andere Attacken oder Aktionen laufen. Diese Taktikkomponente
bringen massig Spannung ins Spiel, gerade wenn man gegen deutlich stärkere
Schiff ins Feld zieht und dennoch es schafft siegreich zu sein.
Im
Laufe des Spiels kommt noch eine Art Zusatzdungeon, das „Mugen Field“, hinzu.
Hier kann man sich von Etage zu Etage kämpfen, so dass man hier eine super
Levelstelle hat. An bestimmten Passagen kann man auch wieder aussteigen oder
dort zum späteren Zeitpunkt wieder einsteigen. Auch kann man sich selbst die
Schwierigkeit erhöhen, um höhere Bonus-Ratings für EXP, Geld und Mugen Points
zu bekommen.
Meiner
Meinung sitzt man gerade am Mugen Field die meiste Zeit dran. Jedenfalls war es
bei mir so, da es einfach massig Spaß bereitet und durch Zwischensequenzen auch
witzige Zwischenunterhaltung bietet. Außerdem ist es für das bereits erwähnte
alternative Ending von Bedeutung.
Um
noch einmal auf Gemeinsamkeiten mit anderen Spielen von Nippon Ichi Software
zurück zu kommen, will ich kurz über die Erschaffung von Helfern sprechen. Dies
funktioniert bekanntlich in jedem der Spiele ein klein wenig anders, doch
selten hatte ich so Schwierigkeiten damit. Bei „Makai Kingdom“ war es das
System gewesen, was ich irgendwie nie so richtig verstanden hatte. Bei „Mugen
Souls“ liegt das Problem eher bei den Mugen Points. Diese bekommt man deutlich
spärlicher zusammen, da man sie aber in vielen Bereichen braucht, hat man hier
durchgehend einen immensen Mangel. Da ist man verleitet die Punkte woanders
reinzustecken, als in die Erschaffung von Zusatzcharakteren. Vor allem, da man
storybedingt ja auch zahlreiche Helden und Demon Lords bekommt, die für einen
in die Schlachten ziehen können.
Was
gibt es zum Schluss dieses Monsterbeitrags zu erwähnen? Boah, ich glaub der
einzige Beitrag der länger war, als dieses Ungetüm war der zu „Pokémon X“ und „Pokémon
Y“.
Ach
ja, sämtliche Ausrüstungsgegenstände können verstärkt werden durch ein
Levelsystem und auch mit Zusatzeffekten beschmiedet werden. Das kann durchaus
mal hilfreich sein, wenn man genug Geld angesammelt hat und nicht wirklich die
Lust hat zu leveln, jedoch irgendwo festsitzt.
Das
Spiel bietet eine japanische und englische Sprachausgabe, je nach Geschmack.
Die Dialogtexte sind jedoch leider nur in Englisch gehalten. Man versteht es
mit simplen Schulenglisch aber ohne Probleme.
Ich
glaube ansonsten habe ich alles Wichtige Angesprochen. Als kleinen Hinweis
möchte ich jedoch noch erwähnen, dass es eine Fortsetzung mit dem Namen „Mugen
Souls Z“ gibt, welches in Japan bereits erschienen ist und wohl im Frühjahr des
nächsten Jahres zu uns nach Europa und nach Nordamerika kommen soll.
ICH
FREU MICH!
Und
ihr könnt euch dann auf einen Bericht zur Fortsetzung hier freuen.
Ich hoffe das Versprechen vermiest euch jetzt nicht den schönen
Tag und cheerio!
Euer King Sirus
PS: Manchmal
kann ich mich nur über Reviews und Kritiken auf Internetportalen wundern, die
gerne noch über den verrückten Stil japanischer Spiele die Nase rümpfen und
dort alles schlecht machen, was nicht halbwegs ernst sein kann. Dann muss ich
mich selbst immer wieder daran erinnern, dass es eben verschiedene Geschmäcker
gibt und scheinbar der typische Deutsche zum Lachen in den Keller geht.
Oder
zumindest die typischen Reviewschreiber und Spielekritiker.
Bisschen
mehr Kichererbsen vielleicht frühstücken (schlechter Wortwitz: Check).
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