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Donnerstag, 27. Februar 2014

Herzinfarktgarant oder doch nur das schnellste Spiel der Welt?

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und ich bin vielleicht froh nach dem Spielen dieses Spiels noch keinen Herzinfarkt erlebt zu haben. Die Chancen standen gut für den Infarkt…

„Turbo Taxi“ ist nämlich ein Spiel, dessen zwölf Runden mit den richtigen Mitspielern locker in zwei, drei Minuten durchgeprescht werden. Gerade dann verfällt man aber auch in einen Temporausch und Zeitdruck, der die Pumpe ganz schön auf Trab bringt.

Doch wie schafft es „Turbo Taxi“, dass die Spieler wie verrückt Plättchen in Puzzlemanier zusammenlegen und dabei dem Herzkasper nur knapp entkommen?
Die Antwort: Mit einem simplen Spielprinzip!

Jeder Spieler ist während des gesamten Spiels im Besitz von zwölf unscheinbaren, quadratischen Plättchen, die sich in eine von insgesamt vier großen Kategorien einteilen ließe. So hat man drei Kurven, drei Geraden, drei T-Kreuzungen und die drei Sonderplättchen (die man gefühlt zwanzigmal bräuchte!!!).

Hmmm… langsam lässt sich wohl erahnen, was das Spielethema ist. Könnte womöglich etwas mit Straßen zu tun haben, oder?

Was genau wird uns über das Spielbrett letztendlich klar, welches seinerseits zwar alle Spieler sehen, aber keiner nutzt. Weil nicht nutzen darf! Klingt komisch, ist aber so…

Denn es dient eigentlich auch nur der Veranschaulichung. Wirkt irgendwie auch alles immer komplizierter, nicht wahr?

Das Spielbrett ist ein drei mal drei Felder großes Quadrat. Am ehesten mit dem Ziffernblock eines Telefons vergleichbar. An den Rändern dieses Quadrats werden die vier Spielfiguren – jeweils ein Haus und ein Auto in den Farben schwarz und gelb – platziert. In der Mitte – also etwa auf der Ziffer Fünf – liegt ein Stapel Plättchen. Diese stellen die Siegpunkte dar, die es zu erkämpfen gilt, und genau den zwölf Legeplättchen der Spieler entsprechen

Jede Runde wird das Oberste aufgedeckt, wodurch den Spielern somit auch immer das mittlere Plättchen vorgegeben ist, um welches sie nun versuchen ein logisches Straßennetz zu konstruieren mit Hilfe von acht der restlichen elf Plättchen. Ach und natürlich dürfen ab diesem Punkt die Spieler den Verstand verlieren. Tun sie auch. Zumindest wenn es die Richtigen sind. Versprochen!

So wird nämlich das Erschaffen des Straßennetzwerkes selbstverständlich auch schnellstmöglich versucht zu erreichen. Immerhin kann nur der Schnellste den Punkt ergattern und geben tut es auch nur zwölf. Die sind mit den – erwähnte ich es bereits? – richtigen, ehrgeizigen, wahnsinnigen, tempomachenden Mitspielern auch fix vergeben.

Die Zeitdruckproblematik wird aber durch eine kleine Regel noch verschlimmert. So muss am Ende, wenn man glaubt sein drei mal drei Straßenfeld fertig zu haben, eine logische Verbindung den Häusern und Autos der jeweiligen Farben existieren. Und natürlich darf eine Straße nur aus dem Feld rausführen wo eben ein Haus oder Auto stehen!

Klingt einfach, ist es aber nicht unbedingt...

Wer nun trotz aller Schwierigkeiten als Erster glaubt die Bedingungen erfüllt zu haben, schreit lauthals „Stop!“, woraufhin die Mitspieler auch sofort aufhören müssen an ihren Plänen zu arbeiten. Denn zuerst müssen sie nun den Plan des vermeintlich Ersten kontrollieren. Sollte tatsächlich alles stimmen, so konnte er sich einen Punkt erobern, andernfalls ist er für den Rest der Runde ausgeschieden und die restlichen Mitspieler machen sich weiter ans Werk, bis der Nächste losschreit.

Das Spiel wurde von Friedemann Friese entworfen, der nicht nur bei der Namensgebung seiner Spiele scheinbar eine starke „F“-Tendenz aufweist, sondern auch sich auf Zahlen versteht (als ehemaliger Mathematikstudent, kein Wunder).

So behauptet er über dieses Spiel, dass wenn max. zwei der vier Figuren an eines der speziell markierten, grünen Randfelder – die restlichen sind orange – gestellt werden, es immer eine Lösung geben soll. Und bisher konnte ich die Aussage auch nicht widerlegen!

Herr Friese ist auch Jemand, der Zufälle nicht mag und ebenfalls selbst sagt, dass derjenige die von ihm entworfenen Spiele gewinnen soll, der das Spiel am besten verstanden hat und / oder die beste Strategie aufweist. So kann man seine Spiele durchaus als „Glückfrei“ bezeichnen, was ihn und seinen Spielen bei mir sowieso Pluspunkte garantiert, da ich als ewiger Spielepechvogel dann auch mal die Chance hat zu gewinnen.

Wenn mir schon die Würfel nicht hold sind, dann wenigstens die Strategien. Solange mein Herz natürlich noch mitmacht…

Euch noch ‘nen schönen, langen, stress- und hetzfreien Tag und cheerio!
Euer King Sirus

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