Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und
ich bin vielleicht froh nach dem Spielen dieses Spiels noch keinen Herzinfarkt
erlebt zu haben. Die Chancen standen gut für den Infarkt…
„Turbo Taxi“ ist nämlich ein
Spiel, dessen zwölf Runden mit den richtigen Mitspielern locker in zwei, drei
Minuten durchgeprescht werden. Gerade dann verfällt man aber auch in einen
Temporausch und Zeitdruck, der die Pumpe ganz schön auf Trab bringt.
Doch wie schafft es „Turbo
Taxi“, dass die Spieler wie verrückt Plättchen in Puzzlemanier zusammenlegen
und dabei dem Herzkasper nur knapp entkommen?
Die Antwort: Mit einem simplen
Spielprinzip!
Jeder Spieler ist während des
gesamten Spiels im Besitz von zwölf unscheinbaren, quadratischen Plättchen, die
sich in eine von insgesamt vier großen Kategorien einteilen ließe. So hat man
drei Kurven, drei Geraden, drei T-Kreuzungen und die drei Sonderplättchen (die man
gefühlt zwanzigmal bräuchte!!!).
Hmmm… langsam lässt sich wohl
erahnen, was das Spielethema ist. Könnte womöglich etwas mit Straßen zu tun
haben, oder?
Was genau wird uns über das
Spielbrett letztendlich klar, welches seinerseits zwar alle Spieler sehen, aber
keiner nutzt. Weil nicht nutzen darf! Klingt komisch, ist aber so…
Denn es dient eigentlich auch
nur der Veranschaulichung. Wirkt irgendwie auch alles immer komplizierter,
nicht wahr?
Das Spielbrett ist ein drei
mal drei Felder großes Quadrat. Am ehesten mit dem Ziffernblock eines Telefons
vergleichbar. An den Rändern dieses Quadrats werden die vier Spielfiguren –
jeweils ein Haus und ein Auto in den Farben schwarz und gelb – platziert. In
der Mitte – also etwa auf der Ziffer Fünf – liegt ein Stapel Plättchen. Diese
stellen die Siegpunkte dar, die es zu erkämpfen gilt, und genau den zwölf Legeplättchen
der Spieler entsprechen
Jede Runde wird das Oberste
aufgedeckt, wodurch den Spielern somit auch immer das mittlere Plättchen
vorgegeben ist, um welches sie nun versuchen ein logisches Straßennetz zu
konstruieren mit Hilfe von acht der restlichen elf Plättchen. Ach und natürlich
dürfen ab diesem Punkt die Spieler den Verstand verlieren. Tun sie auch.
Zumindest wenn es die Richtigen sind. Versprochen!
So wird nämlich das Erschaffen
des Straßennetzwerkes selbstverständlich auch schnellstmöglich versucht zu
erreichen. Immerhin kann nur der Schnellste den Punkt ergattern und geben tut
es auch nur zwölf. Die sind mit den – erwähnte ich es bereits? – richtigen,
ehrgeizigen, wahnsinnigen, tempomachenden Mitspielern auch fix vergeben.
Die Zeitdruckproblematik wird aber
durch eine kleine Regel noch verschlimmert. So muss am Ende, wenn man glaubt
sein drei mal drei Straßenfeld fertig zu haben, eine logische Verbindung den
Häusern und Autos der jeweiligen Farben existieren. Und natürlich darf eine
Straße nur aus dem Feld rausführen wo eben ein Haus oder Auto stehen!
Klingt einfach, ist es aber
nicht unbedingt...
Wer nun trotz aller
Schwierigkeiten als Erster glaubt die Bedingungen erfüllt zu haben, schreit
lauthals „Stop!“, woraufhin die Mitspieler auch sofort aufhören müssen an ihren
Plänen zu arbeiten. Denn zuerst müssen sie nun den Plan des vermeintlich Ersten
kontrollieren. Sollte tatsächlich alles stimmen, so konnte er sich einen Punkt
erobern, andernfalls ist er für den Rest der Runde ausgeschieden und die restlichen
Mitspieler machen sich weiter ans Werk, bis der Nächste losschreit.
Das Spiel wurde von Friedemann
Friese entworfen, der nicht nur bei der Namensgebung seiner Spiele scheinbar
eine starke „F“-Tendenz aufweist, sondern auch sich auf Zahlen versteht (als
ehemaliger Mathematikstudent, kein Wunder).
So behauptet er über dieses
Spiel, dass wenn max. zwei der vier Figuren an eines der speziell markierten,
grünen Randfelder – die restlichen sind orange – gestellt werden, es immer eine Lösung geben soll. Und
bisher konnte ich die Aussage auch nicht widerlegen!
Herr Friese ist auch Jemand, der Zufälle nicht mag und
ebenfalls selbst sagt, dass derjenige die von ihm entworfenen Spiele gewinnen
soll, der das Spiel am besten verstanden hat und / oder die beste Strategie
aufweist. So kann man seine Spiele durchaus als „Glückfrei“ bezeichnen, was ihn
und seinen Spielen bei mir sowieso Pluspunkte garantiert, da ich als ewiger
Spielepechvogel dann auch mal die Chance hat zu gewinnen.
Wenn mir schon die Würfel nicht hold sind, dann wenigstens
die Strategien. Solange mein Herz natürlich noch mitmacht…
Euch noch ‘nen schönen,
langen, stress- und hetzfreien Tag und cheerio!
Euer King Sirus
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