Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und
unser „Ace Attorney“-Monat geht heute mit der ersten Fortsetzung weiter. Erneut
stellt sich der Anwalt unseres Vertrauens in den Gerichtssaal, um für seine
Klienten einen Freispruch zu erwirken. Ursprünglich geschah das Ganze noch auf
dem GBA, inzwischen ist aber „Phoenix Wright: Ace Attorney – Justice for all“
auch auf dem Nintendo DS erschienen.
Bevor ich zur Story des neuen
Teils komme, muss ich erst etwas erwähnen, was mir deutlich auffiel. Gab es im
ersten Spiel noch eine Art roten Faden, beziehungsweise Anspielungen auf das
Grande Finale, ist dies hier nicht mehr der Fall. Im Grunde steht jeder Fall
für sich allein. Der einzige große Tenor der existiert ist die Abwesenheit von
unserem Rivalen von damals, Miles Edgeworth.
Statt seiner, müssen wir aber
eine genauso gewiefte Staatsanwältin fürchten: Franziska von Karma!
Von Karma? Genau, von Karma!
Sie ist die Tochter von Manfred von Karma, mit dem wir es im Vorgänger bereits zu
tun bekamen. Das Wunderkind – sie wurde nämlich bereits mit dreizehn Jahren
Staatsanwältin… WIE BITTE?! – will uns nämlich die Hölle heiß machen.
Und das auch nur, um ihre
Rachegelüste zu stillen. Denn nachdem wir ihren Vater besiegt haben und ihren „Bruder“
– Miles war nach der Adaption durch ihren Vater für sie auch immer wie ein
Bruder gewesen – bekanntlich ebenfalls, will sie uns nun im Gericht schlagen.
Wir sehen daher wieder dieses Wettbewerbsbestreben. Es geht nur um Erfolge, um
Siege, um eine „perfekte“ Laufbahn.
Nicht jedoch um das einzig
Wahre: Gerechtigkeit für alle!
Und so treffen wir Franziska,
nach einem kurzen Einführungsintermezzo mit dem guten Payne, als unsere gute
Freundin und Nervtöterin Maya wieder einmal wegen Mordes vor Gericht steht.
Aber im Zuge dessen lernen wir auch Mayas Familie und die Strukturen dieser besser
kennen. So wird ihre Cousine Pearl beispielsweise unsere neue Helferin vor
Gericht. Diese ist nicht nur recht süß gestaltet, sondern auch deutlich
angenehmer und witziger für meinen Geschmack als Maya.
Wir erfahren zudem von den
spirituellen Kräften und bekommen auch ein ungewöhnliches Geschenk: Das
Magatama!
Tatsächlich wird mit diesem
auch eine neue Spielmechanik eingeführt: den Psyche-Locks!
Diese werden durch Ketten und
Schlösser dargestellt, die je nach schwere des Geheimnisses in höhere oder
kleinere Anzahl auftauchen. Durch Beweise und Indizien müssen wir Stück für
Stück die Schlösser knacken, um so unseren Gesprächspartner diese zu entlocken.
Dies bringt uns nicht nur den
Wahrheiten im Spiel näher, sondern hilft uns auch noch auf andere Weise. Denn
wenn wir vor Gericht Strafen kassieren, schrumpft unser… hmmm… ein Lebensbalken
ist es nicht unbedingt, auch wenn es ähnlich aussieht. Nennen wir es einfach „Strafbalken“!
Zurück zum Thema. Unser
Strafbalken schrumpft jedenfalls und leider füllt er sich nicht zwischen den
Kapiteln einer Episode auf. Es wird also problematisch, wenn wir auf Null
sinken, weil dann ist das Spiel aus und unser Klient wird für schuldig erklärt.
Das Knacken eines Psyche-Locks füllt aber zum Glück genau diesen Balken aber
wieder auf. Im Vorgänger lief das noch über fünf Marken auf, die auch zwischen
den Kapiteln einer Episode wieder aufgefüllt wurden.
Nachdem wir Maya vor Gericht wieder verteidigen mussten,
gönnen wir uns ein wenig Entspannung im Zirkus, aber leider wird auch der
wieder Zentrum eines neuen Falls und wir finden uns schneller vor Gericht, als
wir „Abra Kadabra“ sagen können. In diesem Ort der Fantasie, des Humors und der
Wunder, spielt sich eine tragische Geschichte ab.
Genau dieser Fall spiegelt für mich einen weiteren Aspekt
von „Phoenix Wright: Ace Attorney – Justice for all“ wieder. Denn es
wird nicht von Fall zu Fall auf eine große Story hin aufgebaut, sondern
stattdessen wird eher eine große Bandbreite von Storykonzepten präsentiert.
Sei es die ernste Thematik,
gepaart mit einer Prise Mystik rund um die Geisterbeschwörung und die traurigen
Intrigen in den Reihen der Fey-Familie, bis hin zur bunten, witzigen Welt des
Zirkus der trotz des dort geschehenen Mordes herrlich absurd bleibt und sich
nicht selbst ernst nehmen kann. Beinahe möchte man diesen Fall mit dem Theater
der griechischen Antike vergleichen.
Alles in Allem waren es große Fußstapfen in die dieses
Spiel zu treten hatte. Vielleicht sogar ein wenig zu groß? Denn der erste Teil
hat immer den Vorteil des Neuseins, dazu kam dann auch noch ein extra
hinzugefügter Fall, der die Funktionen der neuen Handheldgeneration optimal
ausnutzte.
Obwohl die Handlung der einzelnen Fälle und somit die
gesamte Story des Spiels weiterhin genial ist und dem Vorgänger eigentlich in
Nichts nachsteht, wird dieses Spiel in meinen Augen auch zu einem Symbol der
Geldmacherei. Es ist ebenfalls „nur“ ein Remake eines in Japan auf dem GBA
erschienenen Spiels, welches jedoch keinerlei großen Verbesserungen erfahren
hat. Geschweige denn wieder ein Bonusfall. Das ist letztendlich das große
Manko. Dann hätte man es auch damals direkt für den GBA zu uns rüber schiffen
können.
Man hat nun einmal dann einfach wieder eine gewisse
Erwartungshaltung, wenn schon der erste Teil einen so begeistert und noch mit
Extra verwöhnt. Wenigstens bietet der Schwierigkeitsgrad richtige
Herausforderung und bei einer Altersfreigabe von 12 Jahren für die jüngeren
vielleicht sogar ein wenig zu schwer. Gerade wenn man die zwei Enden des Spiels
sehen will, kann man sich an dem Fall teilweise echt die Zähne ausbeißen, da
gerade das eine schön happige Stelle ist.
Die Musik lass ich diesmal aus, weil die lobe ich doch eh
wieder in höchsten Tönen und dass die Gerichtslieder in jedem Spiel ihre
eigenen leichten Abwandlungen erfahren, ist vermutlich inzwischen eh klar.
Also habt einen –
OBJECTION!.... ich leih mir gleich Franziskas Peitsche, also Ruhe! – schönen
Tag und cheerio!
Euer King Sirus
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