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Sonntag, 9. Februar 2014

Objection! Soll das wirklich eine würdige Fortsetzung sein?

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und unser „Ace Attorney“-Monat geht heute mit der ersten Fortsetzung weiter. Erneut stellt sich der Anwalt unseres Vertrauens in den Gerichtssaal, um für seine Klienten einen Freispruch zu erwirken. Ursprünglich geschah das Ganze noch auf dem GBA, inzwischen ist aber „Phoenix Wright: Ace Attorney – Justice for all“ auch auf dem Nintendo DS erschienen.

Bevor ich zur Story des neuen Teils komme, muss ich erst etwas erwähnen, was mir deutlich auffiel. Gab es im ersten Spiel noch eine Art roten Faden, beziehungsweise Anspielungen auf das Grande Finale, ist dies hier nicht mehr der Fall. Im Grunde steht jeder Fall für sich allein. Der einzige große Tenor der existiert ist die Abwesenheit von unserem Rivalen von damals, Miles Edgeworth.

Statt seiner, müssen wir aber eine genauso gewiefte Staatsanwältin fürchten: Franziska von Karma!
Von Karma? Genau, von Karma! Sie ist die Tochter von Manfred von Karma, mit dem wir es im Vorgänger bereits zu tun bekamen. Das Wunderkind – sie wurde nämlich bereits mit dreizehn Jahren Staatsanwältin… WIE BITTE?! – will uns nämlich die Hölle heiß machen.

Und das auch nur, um ihre Rachegelüste zu stillen. Denn nachdem wir ihren Vater besiegt haben und ihren „Bruder“ – Miles war nach der Adaption durch ihren Vater für sie auch immer wie ein Bruder gewesen – bekanntlich ebenfalls, will sie uns nun im Gericht schlagen. Wir sehen daher wieder dieses Wettbewerbsbestreben. Es geht nur um Erfolge, um Siege, um eine „perfekte“ Laufbahn.

Nicht jedoch um das einzig Wahre: Gerechtigkeit für alle!

Und so treffen wir Franziska, nach einem kurzen Einführungsintermezzo mit dem guten Payne, als unsere gute Freundin und Nervtöterin Maya wieder einmal wegen Mordes vor Gericht steht. Aber im Zuge dessen lernen wir auch Mayas Familie und die Strukturen dieser besser kennen. So wird ihre Cousine Pearl beispielsweise unsere neue Helferin vor Gericht. Diese ist nicht nur recht süß gestaltet, sondern auch deutlich angenehmer und witziger für meinen Geschmack als Maya.

Wir erfahren zudem von den spirituellen Kräften und bekommen auch ein ungewöhnliches Geschenk: Das Magatama!

Tatsächlich wird mit diesem auch eine neue Spielmechanik eingeführt: den Psyche-Locks!
Diese werden durch Ketten und Schlösser dargestellt, die je nach schwere des Geheimnisses in höhere oder kleinere Anzahl auftauchen. Durch Beweise und Indizien müssen wir Stück für Stück die Schlösser knacken, um so unseren Gesprächspartner diese zu entlocken.

Dies bringt uns nicht nur den Wahrheiten im Spiel näher, sondern hilft uns auch noch auf andere Weise. Denn wenn wir vor Gericht Strafen kassieren, schrumpft unser… hmmm… ein Lebensbalken ist es nicht unbedingt, auch wenn es ähnlich aussieht. Nennen wir es einfach „Strafbalken“!

Zurück zum Thema. Unser Strafbalken schrumpft jedenfalls und leider füllt er sich nicht zwischen den Kapiteln einer Episode auf. Es wird also problematisch, wenn wir auf Null sinken, weil dann ist das Spiel aus und unser Klient wird für schuldig erklärt. Das Knacken eines Psyche-Locks füllt aber zum Glück genau diesen Balken aber wieder auf. Im Vorgänger lief das noch über fünf Marken auf, die auch zwischen den Kapiteln einer Episode wieder aufgefüllt wurden.

Nachdem wir Maya vor Gericht wieder verteidigen mussten, gönnen wir uns ein wenig Entspannung im Zirkus, aber leider wird auch der wieder Zentrum eines neuen Falls und wir finden uns schneller vor Gericht, als wir „Abra Kadabra“ sagen können. In diesem Ort der Fantasie, des Humors und der Wunder, spielt sich eine tragische Geschichte ab.

Genau dieser Fall spiegelt für mich einen weiteren Aspekt von „Phoenix Wright: Ace Attorney – Justice for all“ wieder. Denn es wird nicht von Fall zu Fall auf eine große Story hin aufgebaut, sondern stattdessen wird eher eine große Bandbreite von Storykonzepten präsentiert.

Sei es die ernste Thematik, gepaart mit einer Prise Mystik rund um die Geisterbeschwörung und die traurigen Intrigen in den Reihen der Fey-Familie, bis hin zur bunten, witzigen Welt des Zirkus der trotz des dort geschehenen Mordes herrlich absurd bleibt und sich nicht selbst ernst nehmen kann. Beinahe möchte man diesen Fall mit dem Theater der griechischen Antike vergleichen.

Alles in Allem waren es große Fußstapfen in die dieses Spiel zu treten hatte. Vielleicht sogar ein wenig zu groß? Denn der erste Teil hat immer den Vorteil des Neuseins, dazu kam dann auch noch ein extra hinzugefügter Fall, der die Funktionen der neuen Handheldgeneration optimal ausnutzte.

Obwohl die Handlung der einzelnen Fälle und somit die gesamte Story des Spiels weiterhin genial ist und dem Vorgänger eigentlich in Nichts nachsteht, wird dieses Spiel in meinen Augen auch zu einem Symbol der Geldmacherei. Es ist ebenfalls „nur“ ein Remake eines in Japan auf dem GBA erschienenen Spiels, welches jedoch keinerlei großen Verbesserungen erfahren hat. Geschweige denn wieder ein Bonusfall. Das ist letztendlich das große Manko. Dann hätte man es auch damals direkt für den GBA zu uns rüber schiffen können.

Man hat nun einmal dann einfach wieder eine gewisse Erwartungshaltung, wenn schon der erste Teil einen so begeistert und noch mit Extra verwöhnt. Wenigstens bietet der Schwierigkeitsgrad richtige Herausforderung und bei einer Altersfreigabe von 12 Jahren für die jüngeren vielleicht sogar ein wenig zu schwer. Gerade wenn man die zwei Enden des Spiels sehen will, kann man sich an dem Fall teilweise echt die Zähne ausbeißen, da gerade das eine schön happige Stelle ist.

Die Musik lass ich diesmal aus, weil die lobe ich doch eh wieder in höchsten Tönen und dass die Gerichtslieder in jedem Spiel ihre eigenen leichten Abwandlungen erfahren, ist vermutlich inzwischen eh klar.

Also habt einen – OBJECTION!.... ich leih mir gleich Franziskas Peitsche, also Ruhe! – schönen Tag und cheerio!
Euer King Sirus

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