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Sonntag, 16. Februar 2014

Objection! Sollte das etwa ein fulminantes Ende werden?

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und heute führen wir die Reviewkette zur „Ace Attorney“-Reihe fort, indem wir das GBA Zeitalter heute beendigen. Wobei wir natürlich die Remake-Version betrachten von „Phoenix Wright: Ace Attorney – Trials and Tribulations“.

Nicht nur der rote Faden feiert in diesem Spiel sein Comeback, sondern auch der Staatsanwalt Godot feiert sein Comeback vor Gericht. Nur dass er früher einmal ein Strafverteidiger war. Doch es ist die Rache – Kernmotiv, welches wir schon von Franziska kennen –, die ihn erneut in den Gerichtssaal zieht. Und gegen wen könnte sich diese wohl richten, wenn nicht gegen unseren Lieblingsanwalt Phoenix?

Nur komisch, dass dieser nicht weiß warum der ominöse Weißhaarige mit der seltsamen Augenmaske ihn so hasst…

Doch beginnen wir erst einmal mit der Story, an deren Anfang diesmal nicht Phoenix steht. Zumindest nicht auf der Seite der Verteidigung. Viel mehr ist er es, der verteidigt werden muss. Und zwar von Niemand geringerem als Mia Fey…

Moment einmal… ist die nicht tot? Seit dem ersten Spiel um genauer zu sein? Ganz genau, dennoch schlüpfen wir diesmal in ihre Haut und beginnen somit mit einem kleinen Sprung in die Vergangenheit. Diese wagt sich nach einem traumatischen Erlebnis in ihrem ersten Fall und einer kleinen Auszeit, nun an ihren zweiten Fall überhaupt heran.

Dabei muss sie den jungen Studenten Phoenix Wright verteidigen, der des Mordes beschuldigt wird. Kein leichter Fall, doch schon damals zeigte sich ihr Credo, dass man immer an die Unschuld seines Klienten glauben muss. Ein Glaube denn sie diesem jungen Mann später einmal selbst auf den Weg gibt und denn er annahm, wodurch er so manchen sicheren Schuldigen als Unschuldigen bewies!

Amüsant fand ich vor allem die Darstellung des noch jüngeren Phoenix, so jung und so voller Liebe für seine Freundin, die leider als Zeugin gegen ihn aussagen muss.

Doch zurück zum Glauben und damit in die Gegenwart, wo Phoenix nicht nur einen jungen Mann gegen die Anklage des Diebstahls und anschließend auch noch gegen die Anklage zum Mord verteidigen muss, sondern auch ein eher unschönes Wiedersehen mit Maggey Byrde.

Diese ist ebenfalls zum wiederholten Male des Mordes angeklagt worden. Demnächst können sie und Maya sicherlich eine Selbsthilfegruppe eröffnen. Doch eines unterscheidet die Beiden dann doch, denn Maggey wurde bereits vor einem Monat schuldig gesprochen, da Phoenix sie nicht freigesprochen bekam vor Gericht… äääähmmm… seltsam… wir haben sie doch gar nicht verteidigt?!

So beginnt der seltsame Fall, wo Phoenix feststellen muss, dass jeder Mensch auf der Welt einen Doppelgänger hat und seiner sich für ihn vor Gericht ausgab, um Maggey mehr schlecht als recht zu verteidigen, doch wieso das alles?!

Nachdem auch diese Frage geklärt ist und die Akte abgelegt werden kann, geht es erneut in die Vergangenheit. Der vorletzte Fall kann viel mehr als ein kleiner Prolog für den Letzten verstanden werden, da die Handlungen so dicht verwoben sind und sich hier auch der grandiose rote Faden des Spiels offenbart, dessen Wurzeln sogar zurück in den Vorgänger führen und sich mit der Familie Fey eng verbindet.

Wieder sind wir als Mia Fey im Gericht, diesmal ist es ihr erster Fall dessen Ausgang sie dermaßen traumatisieren wird, dass sie ein volles Jahr Auszeit brauchte ehe sie Phoenix Wright verteidigen würde. Und genau in dieser Vergangenheit und diesem Fall liegt auch in gewisser Weise der Ursprung in Godots Rachewunsch begraben. Stück für Stück wird dessen tragische Vergangenheit klarer.   

Aber auch andere tragische Vergangenheiten offenbaren sich im letzten Fall des Spiels, der eine große Brücke über alle drei Titel schlägt und es schafft sie alle irgendwie zu verbinden. Dies ist natürlich nicht die einzige Besonderheit, denn Miles Edgeworth kehrt zurück, um im Namen von Phoenix Wright die Verteidigung zu übernehmen.

Wie das alles zusammen passt und wie das Ende dieses ganzen Wirrwarrs ist, solltet ihr am Besten selbst herausfinden, indem ihr das Spiel antestet. Oder eben wartet bis das Re-Remake „Ace Attorney 123: Phoenix Selection“ (habe auch den Namen „Ace Attorney 123: Wright Selection“ gefunden, offenbar kann sich hier also der Name noch ändern, wobei diese beiden Versionen sich nicht viel an Unterschied geben) bei uns erscheint. Wenn es denn bei uns erscheint.

Für mich sind die Fälle auf jeden Fall unglaublich spannend, verzwickt und interessant gestaltet. Gerade die Tiefe der Story die hier aufblüht ist eine wahre Pracht und kommt mit grandiosen Wendungen daher. Auch die Kreativität die in den einzelnen Fällen steckt im Bezug darauf wie man sich an die Wahrheit herankämpft, weiß zu gefallen und wirkt nicht wie 08/15 Kram den man schon dutzende Male in anderen Krimis gesehen und/oder gelesen hat.

Aber auch die Figuren tragen viel zum Charme des Spiels bei. So waren die Charaktere und deren Benehmen bei Phoenix Wright schon immer kurios und so ist es auch in diesem Teil wieder. Denke ich nur an einen Furioso Tigre, Ron DeLite oder Jean Armstrong, zaubert sich direkt wieder ein Schmunzeln auf meine Lippen.

Eindeutig den Vogel schießt jedoch unser Gegner vor Gericht ab. So ist Godot nicht nur einer der mysteriösesten Figuren der ganzen Serie, sondern auch einer der seltsamsten und lustigsten Gestaltet. Na ja, vielleicht wird er nur vom armen Phoenix übertroffen, der in seiner Karriere bereits ausgepeitscht, niedergemacht und mit Kaffee beworfen wurde.

Ich weiß noch wie ich damals das Spiel bewertet hatte. Alle drei Titel waren stets im Abstand etwa eines Jahres erschienen und „Phoenix Wright: Ace Attorney“ hatte damals – gerade auch wegen des Bonusfalles – einen immens starken Eindruck bei mir hinterlassen, so dass ich den Anfang der Serie besser bewertet hatte, als die späteren Teile.

Nun einige Jahr später und nachdem ich mir sämtliche Fälle nochmals im Phoenix Wright Wiki durchgelesen hatte, um meine Erinnerung auch ein wenig aufzufrischen, muss ich diese Ansicht ein wenig revidieren. So hatte ich mich damals zu stark von der spielmechanischen Seite des Erstremakes beeinflussen lassen. Natürlich fehlen in „Phoenix Wright: Ace Attorney – Trials and Tribulations“ leider Gottes wieder verstärkte Nutzungen der DS-Funktionen, dass sollte jedoch kein Grund sein die Story des Spiels außer acht zu lassen.

Vor allem da ich schon immer jemand war, der eigentlich auf eine gute Spielhandlung geschworen hatte! Aus diesem Grund sehe ich den letzten Teil der ursprünglichen Trilogie inzwischen auch als besten Teil aus den GBA-Zeiten an. Denn jeder einzelne Fall bleibt auf einem meiner Meinung nach gleich hohen Niveau, so dass letztendlich vielleicht kein einzelner Fall besonders stark in Erinnerung hängen bleibt – anders als der Manfred von Karma-Fall oder der Bonusfall des ersten Spiels bzw. der finale Fall um Mayas Entführung und die Erpressung mit den zwei Enden des zweiten Spiels –, doch dafür erinnert man sich an das Gesamterlebnis.

Von der Musik brauch ich nicht weiter zu schwärmen. Die Themes sind wieder einmal passend gewählt und die Musik bringt einen stets in die richtige Stimmung an den entscheidenden Stellen. Ein bisschen könnte man mir vermutlich also auch schon Fanboytum nachsagen.

So viel dazu und euch noch einen – OBJECTION!.... schön einmal Kaffee als Wurfgeschoss abbekommen? Nein? Dann Klappe! – schönen Tag, mitsamt cheerio!
Euer King Sirus

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