Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und
gibt es eigentlich Spiele, welche man einerseits total liebt, geil findet und
von der ersten Spielrunde abfeiert, die aber gleichzeitig auch total ungenaue Regeln
haben und daher für reihenweise Fragezeichen über den Köpfen der Spieler
sorgen?! Japp, darf ich vorstellen: „Fluxx“!
Wenn ich „Fluxx“ mit einem anderen Spiel vergleichen
müsste, wäre dies eindeutig „Labor Chaos“. In der Grundbasis könnte man von
ähnlichen Spielprinzipien fast ausgehen, auch wenn in der Umsetzung doch
deutlichere Unterschiede vorhanden sind.
In beiden Spielen ist nichts sicher und alles eine
Mordsgaudi. Während „Labor Chaos“ mit kaum Regeln auskommt (reduzieren ließe es
sich auf: Werde alle Karten los!), hat „Fluxx“ dafür umso mehr. Dabei fängt es
ganz simpel an, mit einer Grundregelkarte in der Mitte, die zu den vier
wichtigsten Punkten die Regeln auflistet.
Diese Punkte sind der Viere und lauten: Wie viele Karten
darf ich ziehen? Wie viele darf ich spielen? Wie viele Sammler darf ich haben?
Wie viele Karten darf ich auf der Hand haben?
Jedoch kann die Antwort auf eine der Fragen sich schneller
ändern, als einem lieb ist. Denn im Zugstapel lauern unzählige neue Regelkarten
und warten darauf von einem Spieler ausgespielt zu werden. Dabei passen die
Karten zu einem der Punkte der Grundregelkarten oder ergänzen diese. Ach ja und
für erfahrene Spieler auch eine Meta-Regelkarte, die man zu Beginn ins Spiel
mit reinnehmen kann.
Neben den Regelkarten gibt es aber auch Aktionskarten, die
dem Spieler erlauben eine bestimmte Aktion durchzuführen. Dies kann sein einem
Mitspieler Karten zu klauen (wahlweise auch mal die ganze Hand) oder auch mal
unbeliebte Karten vom Feld zu fegen oder eben was ganz anderes.
Doch welches Ziel gilt es eigentlich zu erreichen? Wie bei „Labor
Chaos“ alle Karten von der Hand loszuwerden? Und was sind diese Sammlerkarten,
die vorhin in den Punkten der Grundregelkarte erwähnt wurden?
Alle Fragen kann ich mit einem nichtssagenden Satz
beantworten: Meistens ist das Sammeln das Ziel. Wie bitte?!
Es gibt eine eigene Kartenart, die sich Zielkarten nennt.
Darauf sind meist zwei Sammlerkarten abgebildet, die man besitzen muss, um
gewinnen zu können. Die Sammlerkarten selbst sind nur Karten mit Motiven wie
etwa: Sonne, Liebe, Geld, Zeit, etc.
Sprich Allerweltsbegriffe. Dies bedeutet aber auch, wie bei
den Regelkarten, dass sich das Spielziel jederzeit ändern kann und manchmal
sogar mehrfach im eigenen Zug… dies macht es wahrlich nicht einfach zu
gewinnen.
Einige wenige Spielziele haben aber auch andere Konzepte,
wie etwa eine bestimmte Anzahl an Karten auf der Hand zu haben. Und manchmal
gewinnt man nicht einmal, wenn man die Zielkartenbedingung erfüllt. Wieso das
nun wieder? Na, weil man gerade eine Gammlerkarte an der Backe hat.
Diese letzte Kartenart ist wahrlich boshaft. Solange man
eine Gammlerkarte am Hals hat kann man nämlich nicht gewinnen. Die meisten
Gammlerkarten brauchen bestimmte Sammlerkarten um abgelegt werden zu dürfen, so
kann man die „Steuern“ loswerden, wenn man das „Geld“ hat (Hoeneß lässt grüßen,
nicht wahr?).
Manche Gammlerkarten wird man aber nur durch das Erfüllen
gewisser Bedingungen los. So kann man den „Tod“ erst loswerden, wenn man keine
andere Gammler- oder Sammlerkarte mehr vor sich ausliegen hat.
Auf den ersten Eindruck kann das Spiel ein wenig seltsam
anmuten, unkoordiniert und zu abgedreht, aber genau darin liegt der Charme und
Spaß verborgen. Und wer gute Ideen hat, kann sich an zwei Blankokarten pro
Kartenart austoben, um das Spiel somit zu etwas ganz Persönlichem zu machen.
Ursprünglich wurde das Spiel 2003 von Amigo nach
Deutschland gebracht, doch aktuell (seit 2011) wird es von Pegasus vertrieben.
Dies merkt man auch am Preis. Zwar kriegt man noch alte Amigo Ausgaben von
Fluxx, kosten diese jedoch locker einmal um die 30,- €. Die Pegasus Version in
schicker Metalldose dagegen kriegt man bereits für 8,- €. Es ist klar, dass
hier typische Sammler-(Nicht die Kartenart)-Geldmacherei hinter steckt, aber
nun gut. Jeder muss letztendlich selbst wissen, welche Spielversion er
bevorzugt.
Es sei aber noch gesagt, dass die Pegasus Ausgabe eine
überarbeitet mit gut 100 statt 84 Karten ist und scheinbar die Gammlerkarten
einführte. Bezüglich der 100 Karten noch: Ob dabei die 10 Blankokarten mit
eingerechnet sind? Ich glaub ich müsste mal die Karten meines Spieles zählen…
Und was das „überarbeitet“ angeht…
Naaaaa ja…
Die Regeln sind teilweise was das auslegen der neuen
Regelkarten angeht durchaus sehr schwammig und ungenau – somit schlage ich nun
die Brücke zu meiner Aussage aus der Einleitung –, wodurch man manchmal nicht
weiß: Ersetzt diese Karte nun die Andere oder ist es eher ein Zusatz, den man
nebendran legt?! Und so banal die Frage nun erscheinen mag, kann es doch ganz
wichtig sein, ob nun die „Ziehe 5 Karten“-Regel vom Tisch fliegt oder eben
nicht!
Hier hätte ich mir mehr Klarheit und Genauigkeit gewünscht,
da jeder Regelfuchser je nach mal mehr oder weniger logischer Argumentation
solche Dinge anders auslegen könnte und dies zu hitzigen Diskussionen führen
kann – in anderen Spielen zu Hauf schon erlebt! – wodurch der Spielspaß
verfliegt und der Frust vorherrscht.
Ähnlich wie „Chez“ oder „Munchkin“ gibt es zu „Fluxx“ noch witzige
Varianten, die alle eigenständige Spielversionen darstellen, miteinander aber
schön durchmischt werden können. Von Cthulhu Fluxx, über Star Fluxx, zu Pirate
Fluxx oder Monty Python Fluxx…
All das kann man haben… wenn man des Englischen mächtig
ist. Leider hat es nur das Spiel Zombie Fluxx auf den deutschen Markt
geschafft. Alle anderen sind noch nicht zu uns rüber geschwappt, was meiner
Meinung nach eine Schande ist! Aber daran ist weder Looney Labs – die englischen
Spielevermarkter – schuld, noch Pegasus. Wenn die Verkaufszahlen hinter den
Erwartungen zurück bleiben, kann man es nicht verübeln, dass die anderen
Editionen eben nicht übersetzt werden. Darum kauft!
Denn dieses Spiel ist eindeutig eine Perle, die mir schon
fast besser als das eingangserwähnte Vergleichsspiel „Labor Chaos“! Nein,
eigentlich gefällt es mir deutlich besser! Zwar begeistert mich „Labor Chaos“
noch immer, doch ist – wenn ich den direkten Vergleich anstelle – die Luft erst
einmal Großteils raus, wenn man alle Karten kennt.
Nun könnte man behaupten, dass dies bei „Fluxx“ ebenfalls
der Fall wäre, dem ist aber nicht so. Durch das ständige verändert fast aller
Spielfaktoren (Regeln, Ziel, Handkarten, etc.), bleibt der „Frischeeffekt“ des
Spiel deutlich länger erhalten.
Wo „Labor Chaos“ vielleicht lustiger ist, unterhält „Fluxx“
einfach länger. Länger ist auch das richtige Stichpunkt. Ich glaube keine
anderer Nicht-Computerspiel-Beitrag kann es mit der Länge von diesem aufnehmen,
weshalb wohl nun der richtige Zeitpunkt wäre um aufzuhören.
Mein Tipp zum Schluss: Versucht es doch einmal selbst!
Ansonsten wie immer noch ‘nen tollen
Tag euch und cheerio!
Euer
King Sirus
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