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Donnerstag, 20. März 2014

Wandelbare Regelwelt

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und gibt es eigentlich Spiele, welche man einerseits total liebt, geil findet und von der ersten Spielrunde abfeiert, die aber gleichzeitig auch total ungenaue Regeln haben und daher für reihenweise Fragezeichen über den Köpfen der Spieler sorgen?! Japp, darf ich vorstellen: „Fluxx“!

Wenn ich „Fluxx“ mit einem anderen Spiel vergleichen müsste, wäre dies eindeutig „Labor Chaos“. In der Grundbasis könnte man von ähnlichen Spielprinzipien fast ausgehen, auch wenn in der Umsetzung doch deutlichere Unterschiede vorhanden sind.

In beiden Spielen ist nichts sicher und alles eine Mordsgaudi. Während „Labor Chaos“ mit kaum Regeln auskommt (reduzieren ließe es sich auf: Werde alle Karten los!), hat „Fluxx“ dafür umso mehr. Dabei fängt es ganz simpel an, mit einer Grundregelkarte in der Mitte, die zu den vier wichtigsten Punkten die Regeln auflistet.

Diese Punkte sind der Viere und lauten: Wie viele Karten darf ich ziehen? Wie viele darf ich spielen? Wie viele Sammler darf ich haben? Wie viele Karten darf ich auf der Hand haben?

Jedoch kann die Antwort auf eine der Fragen sich schneller ändern, als einem lieb ist. Denn im Zugstapel lauern unzählige neue Regelkarten und warten darauf von einem Spieler ausgespielt zu werden. Dabei passen die Karten zu einem der Punkte der Grundregelkarten oder ergänzen diese. Ach ja und für erfahrene Spieler auch eine Meta-Regelkarte, die man zu Beginn ins Spiel mit reinnehmen kann.

Neben den Regelkarten gibt es aber auch Aktionskarten, die dem Spieler erlauben eine bestimmte Aktion durchzuführen. Dies kann sein einem Mitspieler Karten zu klauen (wahlweise auch mal die ganze Hand) oder auch mal unbeliebte Karten vom Feld zu fegen oder eben was ganz anderes.

Doch welches Ziel gilt es eigentlich zu erreichen? Wie bei „Labor Chaos“ alle Karten von der Hand loszuwerden? Und was sind diese Sammlerkarten, die vorhin in den Punkten der Grundregelkarte erwähnt wurden?

Alle Fragen kann ich mit einem nichtssagenden Satz beantworten: Meistens ist das Sammeln das Ziel. Wie bitte?!

Es gibt eine eigene Kartenart, die sich Zielkarten nennt. Darauf sind meist zwei Sammlerkarten abgebildet, die man besitzen muss, um gewinnen zu können. Die Sammlerkarten selbst sind nur Karten mit Motiven wie etwa: Sonne, Liebe, Geld, Zeit, etc.

Sprich Allerweltsbegriffe. Dies bedeutet aber auch, wie bei den Regelkarten, dass sich das Spielziel jederzeit ändern kann und manchmal sogar mehrfach im eigenen Zug… dies macht es wahrlich nicht einfach zu gewinnen.

Einige wenige Spielziele haben aber auch andere Konzepte, wie etwa eine bestimmte Anzahl an Karten auf der Hand zu haben. Und manchmal gewinnt man nicht einmal, wenn man die Zielkartenbedingung erfüllt. Wieso das nun wieder? Na, weil man gerade eine Gammlerkarte an der Backe hat.

Diese letzte Kartenart ist wahrlich boshaft. Solange man eine Gammlerkarte am Hals hat kann man nämlich nicht gewinnen. Die meisten Gammlerkarten brauchen bestimmte Sammlerkarten um abgelegt werden zu dürfen, so kann man die „Steuern“ loswerden, wenn man das „Geld“ hat (Hoeneß lässt grüßen, nicht wahr?).

Manche Gammlerkarten wird man aber nur durch das Erfüllen gewisser Bedingungen los. So kann man den „Tod“ erst loswerden, wenn man keine andere Gammler- oder Sammlerkarte mehr vor sich ausliegen hat.

Auf den ersten Eindruck kann das Spiel ein wenig seltsam anmuten, unkoordiniert und zu abgedreht, aber genau darin liegt der Charme und Spaß verborgen. Und wer gute Ideen hat, kann sich an zwei Blankokarten pro Kartenart austoben, um das Spiel somit zu etwas ganz Persönlichem zu machen.

Ursprünglich wurde das Spiel 2003 von Amigo nach Deutschland gebracht, doch aktuell (seit 2011) wird es von Pegasus vertrieben. Dies merkt man auch am Preis. Zwar kriegt man noch alte Amigo Ausgaben von Fluxx, kosten diese jedoch locker einmal um die 30,- €. Die Pegasus Version in schicker Metalldose dagegen kriegt man bereits für 8,- €. Es ist klar, dass hier typische Sammler-(Nicht die Kartenart)-Geldmacherei hinter steckt, aber nun gut. Jeder muss letztendlich selbst wissen, welche Spielversion er bevorzugt.

Es sei aber noch gesagt, dass die Pegasus Ausgabe eine überarbeitet mit gut 100 statt 84 Karten ist und scheinbar die Gammlerkarten einführte. Bezüglich der 100 Karten noch: Ob dabei die 10 Blankokarten mit eingerechnet sind? Ich glaub ich müsste mal die Karten meines Spieles zählen…

Und was das „überarbeitet“ angeht…
Naaaaa ja…
Die Regeln sind teilweise was das auslegen der neuen Regelkarten angeht durchaus sehr schwammig und ungenau – somit schlage ich nun die Brücke zu meiner Aussage aus der Einleitung –, wodurch man manchmal nicht weiß: Ersetzt diese Karte nun die Andere oder ist es eher ein Zusatz, den man nebendran legt?! Und so banal die Frage nun erscheinen mag, kann es doch ganz wichtig sein, ob nun die „Ziehe 5 Karten“-Regel vom Tisch fliegt oder eben nicht!

Hier hätte ich mir mehr Klarheit und Genauigkeit gewünscht, da jeder Regelfuchser je nach mal mehr oder weniger logischer Argumentation solche Dinge anders auslegen könnte und dies zu hitzigen Diskussionen führen kann – in anderen Spielen zu Hauf schon erlebt! – wodurch der Spielspaß verfliegt und der Frust vorherrscht.

Ähnlich wie „Chez“ oder „Munchkin“ gibt es zu „Fluxx“ noch witzige Varianten, die alle eigenständige Spielversionen darstellen, miteinander aber schön durchmischt werden können. Von Cthulhu Fluxx, über Star Fluxx, zu Pirate Fluxx oder Monty Python Fluxx…

All das kann man haben… wenn man des Englischen mächtig ist. Leider hat es nur das Spiel Zombie Fluxx auf den deutschen Markt geschafft. Alle anderen sind noch nicht zu uns rüber geschwappt, was meiner Meinung nach eine Schande ist! Aber daran ist weder Looney Labs – die englischen Spielevermarkter – schuld, noch Pegasus. Wenn die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurück bleiben, kann man es nicht verübeln, dass die anderen Editionen eben nicht übersetzt werden. Darum kauft!

Denn dieses Spiel ist eindeutig eine Perle, die mir schon fast besser als das eingangserwähnte Vergleichsspiel „Labor Chaos“! Nein, eigentlich gefällt es mir deutlich besser! Zwar begeistert mich „Labor Chaos“ noch immer, doch ist – wenn ich den direkten Vergleich anstelle – die Luft erst einmal Großteils raus, wenn man alle Karten kennt.

Nun könnte man behaupten, dass dies bei „Fluxx“ ebenfalls der Fall wäre, dem ist aber nicht so. Durch das ständige verändert fast aller Spielfaktoren (Regeln, Ziel, Handkarten, etc.), bleibt der „Frischeeffekt“ des Spiel deutlich länger erhalten.

Wo „Labor Chaos“ vielleicht lustiger ist, unterhält „Fluxx“ einfach länger. Länger ist auch das richtige Stichpunkt. Ich glaube keine anderer Nicht-Computerspiel-Beitrag kann es mit der Länge von diesem aufnehmen, weshalb wohl nun der richtige Zeitpunkt wäre um aufzuhören.

Mein Tipp zum Schluss: Versucht es doch einmal selbst!

Ansonsten wie immer noch ‘nen tollen Tag euch und cheerio!
Euer King Sirus

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