Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und
nach Schöpfungslehre und Evolutionstheorie, steht heute eine ganz neue
Erkenntnis auf dem Lehrplan, wie das mit der Entstehung der Arten so war. Denn
genau darauf können wir im Laufe von „Terranigma“ Einfluss nehmen!
Als der junge Bursche Ark
leben wir in einer Stadt die in der sogenannten Unterwelt liegt. Eines Tages
widersetzen wir uns gemeinsam mit einigen Freunden dem Dorfältesten und
erforschen eine verschlossene Tür, von der es hieß dass sie niemals geöffnet
werden dürfe. Dahinter finden wir lediglich eine unscheinbare Truhe und darin
wiederum ein seltsames, fliegendes, rosa Wesen namens… Fluffy?
Mit diesem ungewöhnlichen
Auftakt beginnt unser großes Abenteuer! Denn zuerst erstarren alle Leute
unserer Heimat, so dass wir gezwungen sind ihre Seelen zu befreien. Dies können
wir indem wir fünf Türme bereisen. Doch dies ist nicht unsere einzige Heldentat
dort, da wir gleichzeitig die fünf Kontinente der Oberwelt damit aus den Tiefen
des Ozeans wieder empor holen. Anschließend führt unser Schicksal uns auf eben
diese Oberwelt, die wir nun auch noch mit neuem Leben erfüllen sollen.
Wo also beginnen wir mit
unserem göttlichen Werk? Pflanzen, Tiere, Menschen…?
Schritt für Schritt wird die
Erde vom Leben erfüllt, welches wir auf den verschiedenen Kontinenten befreien.
Doch damit ist unser Werk leider noch nicht getan, denn das von uns geschaffene
Leben wird bedroht von einem bösen Wissenschaftler namens Beruga.
Sein Wunsch nach Unsterblichkeit,
treibt ihn zu diabolischen Taten ohne Rücksicht auf irgendwelche Konsequenzen.
Wobei darauf muss er ja auch nicht Rücksicht nehmen, will er doch alles Leben
vernichten, bis auf diejenigen die aus seiner Sicht würdig sind ewig zu leben!
Doch ist Beruga wirklich unser
Feind oder ist er auch nur…
„Terranigma“ erschien bereits
in der Endphase des SNES und kurz vor der Era N64, somit ist es eines der
letzten großen Spiele dieser Zeit. Storytechnisch war ich jedoch immer hin und
her gerissen. Einerseits hat es tolle Plottwists und schöne Passagen zu bieten,
so wie eine wirklich gute Grafik.
Wie so oft zum Ende einer
Konsolengeneration, wollte man einfach nochmals das Beste rausholen. Ich
erinnere mich noch an die Darstellung der Unterwelt mit diesem komischen
abgerundeten Himmel, was den Unterweltcharakter deutlicher hervorhob.
Andererseits ist es manchmal für
die doch ernstere Storyhandlung schon fast zu albern und auch verwirrend.
Insgesamt gehört es meiner Meinung nach trotz allem zu den besten SNES-Spielen
der damaligen Generation.
Vor allem hatte es schöne,
kreative Spielansätze. So konnte man die Entwicklung von Städten fördern, damit
diese immer größer wurden, wodurch dann auch neue Erkundungsmöglichkeiten zu
Verfügung standen. Je größer die Stadt war, umso mehr Spaß machte das
Erforschen dieser nach Geheimnissen, die die Entwickler versteckt haben
könnten.
Daneben ist das Spiel mit
einer großen Anzahl an unterschiedlichen Waffen und Rüstungen gesegnet, nach
denen der Spieler nach Herzenslust suchen kann. Dazu ein kreatives und schönes
Menüsystem, auch wenn ich eher die Steuerung – soweit ich mich in dem Punkt
recht entsinne – bezüglich der Itemnutzung unnötig kompliziert fand und
manchmal nicht so wollte, wie ich eigentlich wollte.
Ein deutlicher Gegensatz dazu,
war das eher actionorientierte Kampfsystem mit Rollenspielelementen. Gerade die
Spezialattacken gingen einem nach kurzer Übung leicht von der Hand und halfen
einem oftmals aus der Patsche.
Natürlich durften auch Zauber in
einem Spiel mit RPG-Elementen nicht fehlen. Diese waren bei „Terranigma“ in
Form von Ringen und Pins eingebaut worden, die sich jedoch nach dem Nutzen
direkt verbrauchen (wobei ich bei den Pins mir nicht so sicher bin) und somit
immer wieder nachgekauft werden müssen.
Wobei man auch hier wieder
ganz klar sagen muss, dass das Zaubersystem wieder ein schwächelnder Aspekt des
Spiels ist. Denn einige der schwächeren Ringe sind absolut nutzlos – man möchte
beinahe deren Daseinsberechtigung anzweifeln –, weshalb hier keine häufige
Nutzung stattfindet.
Oder kurz gesagt: man muss
nicht permanent Geld für diese ausgeben.
Bei den starken Ringen hat man
dieses Problem weniger, stattdessen sind diese so nützlich dass man sie sich
gerne für Notfälle aufspart und mit – für SNES-Zeiten – grandiosen Sequenzen
belohnt wird.
Trotz seiner Schwächen ist das Spiel toll und absolut
lohnenswert. Es ist so toll, dass noch heute Fans versuchen die Reihe mit
eigenen Spielen zu würdigen versuchen. Zwei davon möchte ich hier kurz
erwähnen.
So gab es einen Versuch eines Österreichers mit „Terranigma
2 - The Continuance“ eine Fortsetzung auf RPG-Maker XP Basis zu schaffen. Er
begann offensichtlich 2008 mit dem Projekt, leider ist der letzte Eintrag auf
seinem Blog aus dem Januar 2012 und berichtet von einem Seitenwechsel. Diese
neue Seite existiert scheinbar aber nicht mehr, dafür jedoch noch das
zugehörige Forum.
Und dann wäre da noch „Terranigma Origins“ aus dem englischen Sprachraum, welches scheinbar über dem RPG Maker VX Ace
entstehen sollte. Leider hat ein Virus den Rechner des Entwicklers lahm gelegt,
so dass die ganze Arbeit verloren war.
Ein kleiner Fakt zum Schluss: Aufgrund der Ähnlichkeiten
gilt es mit „Illusion of Time“ auch als Nachfolger des „Soulblazer“-Spiels. Ich
kann persönlich kann dies im Übrigen nur bedingt beurteilen, da ich zwar „Illusion
of Time“ gespielt habe, aber nicht „Soulblazer“.
Ich wünsche euch jetzt noch ‘nen
schönen Tag und cheerio!
Euer King Sirus
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