Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und
endlich will ich mich mal dem ersten Vertreter einer neuen „Spielekategorie“
widmen. Nachdem wir uns bisher fast immer mit Brett- & Gesellschaftsspielen
jeglicher Art beschäftigt hatten – bis auf einen kleinen Abstecher ins Trading
Card Game zu Anfang –, will ich euch heute meine Faszination des Pen-&-Paper-Rollenspiels
näher bringen. Dies mache ich anhand des ersten P&P-RPGs mit dem ich je in
Berührung kam: „Das schwarze Auge“!
„Das schwarze Auge“ – oder im Folgenden
nur noch kurz „DSA“ genannt – gehört zu den größten und bekanntesten Vertretern
auf dem Pen-&-Paper-Rollenspielmarkt. Ich selbst kam damit etwa mit 14
Jahren in Kontakt. Damals war die 4. Edition bereits erschienen, jedoch fing
ich noch mit der 3. Edition an.
Ich weiß noch, dass
Klassenkameraden regelmäßig spielten und ich irgendwie in diesen Kreis
reinrutschte. Und ich erinnere mich noch, wie begeistert ich davon war. Ich las
damals viele Fantasybücher und wünschte mir stets die Möglichkeit doch
ebenfalls solche Heldenabenteuer zu erleben, beziehungsweise ein Held zu sein.
In gewisserweise wurde mir dies dann mit „DSA“ ja auch ermöglicht!
Doch damals war es so, dass
eigentlich Niemand von uns der „Meister“ sein wollte, der quasi die Welt und
Geschichte dahinter war und damit den Helden erst dieses wundervolle Erlebnis
möglich machte. Dennoch war es eine interessante – wenn auch kurze – Erfahrung die
ich machte. Noch heute besitze ich den Heldenbogen meines Ferdoker
Falschspielers Hakon Durc. Nur muss ich feststellen, dass ich an ihn und seine
Erlebnisse absolut keine Erinnerungen mehr habe und dadurch auch keine
Beziehung zu ihm mehr habe…
Da wir wie bereits erwähnt das
Problem hatten, dass sich Niemand zum meistern erbarmte, zerschlug sich unser
erster Versuch einer Gruppe alsbald. Hier hätte mein kleiner Ausflug in die
Welt des Pen-&-Paper-Rollenspiels auch enden können, wäre da nicht ein
Klassenkamerad dieser Gruppe gewesen – dem auch alle Regelwerke gehörten mit
denen wir arbeiteten –, der es noch einmal wissen wollte!
Ungefähr zwei Jahre später
nämlich sprach er mich erneut an und so lernte ich „DSA“ in der 4. Edition
kennen. Das Erstaunliche für mich damals war – und mich auch im Grunde eher
Überforderte in meinen jungen Jahren – die schiere Unendlichkeit an möglichen Charakteren,
die man sich nun in „DSA“ kreieren konnte. Es gab nicht nur die klassischen
Heldenkonzepte vom Krieger, Dieb, Magier oder Heiler. Nein, es kamen die
Professionen und damit neue Möglichkeiten.
Vielleicht lag es an dieser
Überforderung, dass ich bei meinem Wiedereinstieg für etwas klassisch Kampforientiertes
entschied: Der Trollzacken Stammeskrieger Daprusch.
Erst später – eine Mitspieler
wechselten und so wechselten wir unsere Helden – erkannte ich dank meinem
garethischen Entdecker Lares Tulop die Möglichkeiten für kreative Charaktere
mit Tiefgang und Kanten. Leider war mir das Glück nicht lange gegönnt, da es in
unserer Gruppe erneut einiges tat und ich mich dazu entschied es einmal mit dem
Meistern zu versuchen.
Alles in allem waren wir aber
nur gerade einmal ein Jahr dabei, als wir uns wieder einmal auflösten, doch
mein Herz hatte ich nun gänzlich an „DSA“ verloren. Jedoch war es schwer andere
Gleichgesinnte in meinem Umfeld zu finden und obwohl mein Klassenkamerad und
ich es immer mal wieder versuchten, bekamen wir keine ganze Gruppe zusammen.
So gab ich beinahe meine
Hoffnungen auf, als ich beinahe schon eine schicksalshafte Begegnung auf der „Spiel
2012“ machte. Ich wollte damals einem Kumpel, mit dem ich die Messe besuchte,
einen Einblick in „DSA“ bieten, weshalb wir uns dort bei einem Probeabenteuer
einschrieben am Stand von Ulisses Spiele.
Ebenfalls eingeschrieben
hatten sich damals zwei Päarchen, die – wie sich im Gespräch später
herausstellte – in unserer Nähe wohnten. Einer dieses Vierergespanns war
ebenfalls begeistertert Rollenspieler, der wie ich die Idee verfolgt hatte
seinen Freunden „DSA“ näher zu bringen. Und ehe ich mich versah bekamen mein
Kumpel und ich, mitsamt unserer neuen Bekanntschaft, eine stolze Truppe von
sechs Spielern zusammen. Und ich übte mich erneut als Meister unserer schönen
Tischrunde.
Einandhalb Jahre lang spielten
wir regelmässig und erlebten einige interessante Abenteuer. Das Aus für diese
Gruppe war letztendlich ich selbst gewesen, da ich nach dem Ende meiner
Buchhändlerausbildung fortzog. Noch während der Gründung unserer Tischrunde,
entdeckte ich zudem auch noch, dass sich tatsächlich im Zeitalter des Internets
Leute via Teamspeak und zur Hilfenahme von speziellen Programmen zusammenfanden
um Rollenspiel zu betreiben.
Probleme wie ich sie erfahren
hatte, dass sich keine Gleichgesinnten fanden, schienen von einem Tag auf den
Nächsten wie weggewischt. Die Drachenzwinge wurde für
mich ein Ausgleich. Denn während ich am Tisch immer meisterte, konnte ich im
Internet spielen. Denn hier fanden sich genug, die auch zu meistern bereit
waren. Es war durch die große Anzahl an Leuten auch leichter. Meisterte man in
der einen Gruppe, war man selber Spieler in der Anderen.
Auch wenn ich aktuell keine
Tischrunde habe – und durch meinen aktuellen Schichtplan auch gar nicht mehr
dazu in der Lage wäre einer geregelten, regelmäßigen Tischrunde beizuwohnen
(geschweige den zu leiten) –, so spiele ich immerhin noch. Und vor allem den
etwas außergewöhnlichen Konzepten gehört meine Leidenschaft. Wenn ich mir einen
Charakter überlege, möchte ich dass er in meinen Augen etwas Besonderes,
Außergewöhnliches ist!
Und bedenkt man, dass beim
Gedanken an Fantasy eben die klassischen Heldentypen einem als erstes
einfallen, so empfinde ich meinen aktuellen Entdecker (nein, nicht Lares, aber
vermutlich ein wenig von diesem inspiriert das Konzept nochmals aufzugreifen),
meinen größenwahnsinnigen Schaukämpfer oder auch meinen Schriftsteller – der Abenteuer
erleben will, anstatt nur von ihnen zu schreiben – durchaus als „besonders“!
Nun habe ich so viel über „DSA“
geschrieben und meiner Vergangenheit mit diesem Rollenspiel, ohne eigentlich
etwas zu dem System und seinen Regeln zu sagen. Nun dies ist durchaus auch
schwierig. Denn obwohl – oder vielleicht gerade weil? – „DSA“ so viele
Möglichkeiten bietet, ist es auch ein überaus komplexes System. Im Grunde sogar
schon zu kompliziert!
So geschieht es schnell mal,
dass man gewisse Regeln für die eigene Gruppe, nach Absprache selbstredend,
vereinfacht und so die verschiedensten Hausregeln entstehen. Wenn ich allein an
das Kampfsystem denke, muss ich schlucken. Natürlich kann durch die Bandbreite
an Regelaspekten ein Kampf sehr detailgetreu nachgestellt werden, jedoch kann
man dadurch auch schnell einmal eine ganze Spielsitzung von beispielsweise vier
Stunden und länger daran sitzen sich gegen eine Bande von fünf Banditen zu
erwähren.
Da solche Szenarien irgendwann
ihre Spannung verlieren und der Spaß ohnehin in der Interaktion der Charaktere
untereinander, mit den NPCs und im Erleben von Abenteuern liegt, geht man recht
schnell dazu über Dinge wie gesagt zu vereinfachen. Denn besagter Kampf gegen
fünf Banditen, kann theoretisch auch in dreißig Minuten abgewickelt werden!
Es hat auch einen Grund, warum
ich mich entschieden habe nun endlich „Das schwarze Auge“ als Beitragsthema
aufzugreifen. Aktuell wird nämlich an der 5. Edition gearbeitet und das
Beta-Regelwerk ist bereits als PDF-Download zu erhalten. Wirklich genial finde
ich dabei den Weg, den Ulisses diesmal geht. So wollen sie die Spieler und
damit die Fans stärker in die Entwicklung und Gestaltung der Zukunft
Aventuriens einbinden.
Ein löbliches Vorhaben und ich
bin schon gespannt, wohin dies am Ende führen wird. Ich habe bereits angefangen
mich in das Beta-Regelwerk einzulesen. Es gibt durchaus drastische Änderungen
im Konzept, die Frage und gleichzeitig mein innigster Wunsch dabei lautet nur: „Wird
DSA 5 die Dinge verbessern?“
So wären eine Vereinfacherung
dringend notwendig, um Fans zu gewinnen – statt sie vom System zu verjagen…
Ich bin wirklich gespannt und
würde mich gerade in dem Punkt über Rückmeldungen freuen.
Ansonsten wünsche ich euch an
dieser Stelle noch ‘nen schönen Tag und cheerio!
Euer King Sirus
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