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Donnerstag, 15. Mai 2014

Alle wollen sie ein schwarzes Auge!

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und endlich will ich mich mal dem ersten Vertreter einer neuen „Spielekategorie“ widmen. Nachdem wir uns bisher fast immer mit Brett- & Gesellschaftsspielen jeglicher Art beschäftigt hatten – bis auf einen kleinen Abstecher ins Trading Card Game zu Anfang –, will ich euch heute meine Faszination des Pen-&-Paper-Rollenspiels näher bringen. Dies mache ich anhand des ersten P&P-RPGs mit dem ich je in Berührung kam: „Das schwarze Auge“!

„Das schwarze Auge“ – oder im Folgenden nur noch kurz „DSA“ genannt – gehört zu den größten und bekanntesten Vertretern auf dem Pen-&-Paper-Rollenspielmarkt. Ich selbst kam damit etwa mit 14 Jahren in Kontakt. Damals war die 4. Edition bereits erschienen, jedoch fing ich noch mit der 3. Edition an.

Ich weiß noch, dass Klassenkameraden regelmäßig spielten und ich irgendwie in diesen Kreis reinrutschte. Und ich erinnere mich noch, wie begeistert ich davon war. Ich las damals viele Fantasybücher und wünschte mir stets die Möglichkeit doch ebenfalls solche Heldenabenteuer zu erleben, beziehungsweise ein Held zu sein. In gewisserweise wurde mir dies dann mit „DSA“ ja auch ermöglicht!

Doch damals war es so, dass eigentlich Niemand von uns der „Meister“ sein wollte, der quasi die Welt und Geschichte dahinter war und damit den Helden erst dieses wundervolle Erlebnis möglich machte. Dennoch war es eine interessante – wenn auch kurze – Erfahrung die ich machte. Noch heute besitze ich den Heldenbogen meines Ferdoker Falschspielers Hakon Durc. Nur muss ich feststellen, dass ich an ihn und seine Erlebnisse absolut keine Erinnerungen mehr habe und dadurch auch keine Beziehung zu ihm mehr habe…

Da wir wie bereits erwähnt das Problem hatten, dass sich Niemand zum meistern erbarmte, zerschlug sich unser erster Versuch einer Gruppe alsbald. Hier hätte mein kleiner Ausflug in die Welt des Pen-&-Paper-Rollenspiels auch enden können, wäre da nicht ein Klassenkamerad dieser Gruppe gewesen – dem auch alle Regelwerke gehörten mit denen wir arbeiteten –, der es noch einmal wissen wollte!

Ungefähr zwei Jahre später nämlich sprach er mich erneut an und so lernte ich „DSA“ in der 4. Edition kennen. Das Erstaunliche für mich damals war – und mich auch im Grunde eher Überforderte in meinen jungen Jahren – die schiere Unendlichkeit an möglichen Charakteren, die man sich nun in „DSA“ kreieren konnte. Es gab nicht nur die klassischen Heldenkonzepte vom Krieger, Dieb, Magier oder Heiler. Nein, es kamen die Professionen und damit neue Möglichkeiten.

Vielleicht lag es an dieser Überforderung, dass ich bei meinem Wiedereinstieg für etwas klassisch Kampforientiertes entschied: Der Trollzacken Stammeskrieger Daprusch.

Erst später – eine Mitspieler wechselten und so wechselten wir unsere Helden – erkannte ich dank meinem garethischen Entdecker Lares Tulop die Möglichkeiten für kreative Charaktere mit Tiefgang und Kanten. Leider war mir das Glück nicht lange gegönnt, da es in unserer Gruppe erneut einiges tat und ich mich dazu entschied es einmal mit dem Meistern zu versuchen.

Alles in allem waren wir aber nur gerade einmal ein Jahr dabei, als wir uns wieder einmal auflösten, doch mein Herz hatte ich nun gänzlich an „DSA“ verloren. Jedoch war es schwer andere Gleichgesinnte in meinem Umfeld zu finden und obwohl mein Klassenkamerad und ich es immer mal wieder versuchten, bekamen wir keine ganze Gruppe zusammen.

So gab ich beinahe meine Hoffnungen auf, als ich beinahe schon eine schicksalshafte Begegnung auf der „Spiel 2012“ machte. Ich wollte damals einem Kumpel, mit dem ich die Messe besuchte, einen Einblick in „DSA“ bieten, weshalb wir uns dort bei einem Probeabenteuer einschrieben am Stand von Ulisses Spiele.

Ebenfalls eingeschrieben hatten sich damals zwei Päarchen, die – wie sich im Gespräch später herausstellte – in unserer Nähe wohnten. Einer dieses Vierergespanns war ebenfalls begeistertert Rollenspieler, der wie ich die Idee verfolgt hatte seinen Freunden „DSA“ näher zu bringen. Und ehe ich mich versah bekamen mein Kumpel und ich, mitsamt unserer neuen Bekanntschaft, eine stolze Truppe von sechs Spielern zusammen. Und ich übte mich erneut als Meister unserer schönen Tischrunde.

Einandhalb Jahre lang spielten wir regelmässig und erlebten einige interessante Abenteuer. Das Aus für diese Gruppe war letztendlich ich selbst gewesen, da ich nach dem Ende meiner Buchhändlerausbildung fortzog. Noch während der Gründung unserer Tischrunde, entdeckte ich zudem auch noch, dass sich tatsächlich im Zeitalter des Internets Leute via Teamspeak und zur Hilfenahme von speziellen Programmen zusammenfanden um Rollenspiel zu betreiben.

Probleme wie ich sie erfahren hatte, dass sich keine Gleichgesinnten fanden, schienen von einem Tag auf den Nächsten wie weggewischt. Die Drachenzwinge wurde für mich ein Ausgleich. Denn während ich am Tisch immer meisterte, konnte ich im Internet spielen. Denn hier fanden sich genug, die auch zu meistern bereit waren. Es war durch die große Anzahl an Leuten auch leichter. Meisterte man in der einen Gruppe, war man selber Spieler in der Anderen.

Auch wenn ich aktuell keine Tischrunde habe – und durch meinen aktuellen Schichtplan auch gar nicht mehr dazu in der Lage wäre einer geregelten, regelmäßigen Tischrunde beizuwohnen (geschweige den zu leiten) –, so spiele ich immerhin noch. Und vor allem den etwas außergewöhnlichen Konzepten gehört meine Leidenschaft. Wenn ich mir einen Charakter überlege, möchte ich dass er in meinen Augen etwas Besonderes, Außergewöhnliches ist!

Und bedenkt man, dass beim Gedanken an Fantasy eben die klassischen Heldentypen einem als erstes einfallen, so empfinde ich meinen aktuellen Entdecker (nein, nicht Lares, aber vermutlich ein wenig von diesem inspiriert das Konzept nochmals aufzugreifen), meinen größenwahnsinnigen Schaukämpfer oder auch meinen Schriftsteller – der Abenteuer erleben will, anstatt nur von ihnen zu schreiben – durchaus als „besonders“!

Nun habe ich so viel über „DSA“ geschrieben und meiner Vergangenheit mit diesem Rollenspiel, ohne eigentlich etwas zu dem System und seinen Regeln zu sagen. Nun dies ist durchaus auch schwierig. Denn obwohl – oder vielleicht gerade weil? – „DSA“ so viele Möglichkeiten bietet, ist es auch ein überaus komplexes System. Im Grunde sogar schon zu kompliziert!

So geschieht es schnell mal, dass man gewisse Regeln für die eigene Gruppe, nach Absprache selbstredend, vereinfacht und so die verschiedensten Hausregeln entstehen. Wenn ich allein an das Kampfsystem denke, muss ich schlucken. Natürlich kann durch die Bandbreite an Regelaspekten ein Kampf sehr detailgetreu nachgestellt werden, jedoch kann man dadurch auch schnell einmal eine ganze Spielsitzung von beispielsweise vier Stunden und länger daran sitzen sich gegen eine Bande von fünf Banditen zu erwähren.

Da solche Szenarien irgendwann ihre Spannung verlieren und der Spaß ohnehin in der Interaktion der Charaktere untereinander, mit den NPCs und im Erleben von Abenteuern liegt, geht man recht schnell dazu über Dinge wie gesagt zu vereinfachen. Denn besagter Kampf gegen fünf Banditen, kann theoretisch auch in dreißig Minuten abgewickelt werden!

Es hat auch einen Grund, warum ich mich entschieden habe nun endlich „Das schwarze Auge“ als Beitragsthema aufzugreifen. Aktuell wird nämlich an der 5. Edition gearbeitet und das Beta-Regelwerk ist bereits als PDF-Download zu erhalten. Wirklich genial finde ich dabei den Weg, den Ulisses diesmal geht. So wollen sie die Spieler und damit die Fans stärker in die Entwicklung und Gestaltung der Zukunft Aventuriens einbinden.

Ein löbliches Vorhaben und ich bin schon gespannt, wohin dies am Ende führen wird. Ich habe bereits angefangen mich in das Beta-Regelwerk einzulesen. Es gibt durchaus drastische Änderungen im Konzept, die Frage und gleichzeitig mein innigster Wunsch dabei lautet nur: „Wird DSA 5 die Dinge verbessern?“

So wären eine Vereinfacherung dringend notwendig, um Fans zu gewinnen – statt sie vom System zu verjagen…
Ich bin wirklich gespannt und würde mich gerade in dem Punkt über Rückmeldungen freuen.

Ansonsten wünsche ich euch an dieser Stelle noch ‘nen schönen Tag und cheerio!
Euer King Sirus

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