Hidiho meine Lieben,
ich bin euer King Sirus und ich
hatte ja in einem anderen Post schon einmal angedeutet, dass ich ja noch einen
wichtigen Text nachtragen musste. Leider hatte ich Ende April – wegen meiner
paar Tagen Abwesenheit während des Monatswechsels – so viel zu tun gehabt, dass
mir der „Let’s Think“-Beitrag irgendwie durch die Lappen gerutscht war. Aus
diesem Grund hatte ich entschieden, dass es diesen Monat eben zwei solche
Thementexte geben wird.
Ich will diesmal ein wenig
über einen Trend schreiben, der sich meiner Meinung nach deutlich auf dem
Spielemarkt inzwischen abzeichnet und ja auch ziemlich deutlich aus der
Überschrift hervorgeht. Es geht darum, dass immer öfter Spiele auf Reihen
ausgelegt werden und Fortsetzungen über Fortsetzungen erscheinen, statt auch
mal wirklich „neue“ Spiele.
Die Frage rund um das „Warum
ist das so?“ ist schnell und leicht beantwortet: Sichere Einnahmen.
Die Spieleschmieden sehen
darin sichere Einnahmen, mit denen sie rechnen, kalkulieren und arbeiten
können. Quasi ihr überleben gesichert wissen – obwohl auch das immer eher ein
hoffen sein sollte. Denn letztendlich verlässt man sich darauf, dass die „Fans“
ja eh alles kaufen, was man zu der Reihe raushaut. Und ganz Unrecht haben die
Entwickler damit ja auch nicht.
Natürlich kaufen wir „Fans“
alles Neue rund um eine Spielereihe, weil wir hoffen dass der neue Teil oder
das neue Spin-Off oder das was auch immer Neue besser wird als das
vorangegangene Spiel. Wie wusste schon ein weiser Serienmann ( /
Frauenaufreißer) zu sagen: Neu ist immer besser!
Nun, leider stimmt dies auf
dem Spielemarkt nicht immer. Und das Reihen einem auch nicht immer erhoffte
Einnahmen einbringt, weiß sicherlich auch der eine oder andere Entwickler zu
berichten. Denn selbst große Spielenamen verschwanden schon überraschen vom
Markt.
Die Einstellung „Die Fans kaufen
eh alles“, kann aber auch zu Problemen führen. Denn wenn Spiele zu wenig
Innovation bieten oder zu lange auf der Stelle treten, kann das die Käufer eher
verärgern als zu Kauf animieren. Und so manche Firma hat diesen Unmut dann auch
zu spüren bekommen, dank der gloreichen Macht des Internets. Sprich: Es gab nen
Shitstorm!
Nun ja, aber es verwundert
micht nicht, dass wenn immer nur dasselbe gemacht wird und altes wie ein
verbrauchter Teebeutel immer nur neu aufgegossen wird, dass Kreativität und
Innovation verloren gehen. Immerhin wird beides ja schon von vornherein durch
eine solche Einstellung auch gehemmt. Das Problem nur – selbst für große Firmen
inzwischen – ist, dass diejenigen die in eben diesen Bereichen etwas wagen
erfolgreich sein werden und an Stärke gewinnen, wo die Großen zu fallen
beginnen.
Ein gutes Beispiel für einen
solchen Trend ist das immense Wachsen des Indie-Segments, zusätzlich durch die
neue Idee des Kickstarten beflügelt. Hey, ich bin es auch langsam überdrüssig,
dass Square Enix bis heute den einstigen Insolvenzretter „Final Fantasy“ immer
weiter breitttritt mit eher seltsamen Spielkonzepten.
Denn so sehr Innovation auch
gebraucht und gefordert wird, ist es in festgefahrenen Spielkonzepten
namenhafter Reihen schwer etwas wirklich Neues und Frisches reinzubringen.
Solche Dinge können wir im Beispiel von „Final Fantasy XIII“ ziemlich in die
Hose gehen oder wie im Fall von „Castlevania – Aria of Sorrow“ oder „DmC: Devil
May Cry“ eine Belebung mit sich bringen.
Wenn man den Markt, wie es so
schön heißt, übersättigt hat man ohnehin nichts davon. Wenn gefühlt jedes Jahr
ein neuer Teil zu einem Spiel rauskommt, kann das schon aus Sicht des gesunden
Menschenverstanden einfach nicht funktionieren.
Lieber sollte man sich dann
genügend Zeit und Ruhe nehmen, um am Ende ein bombastisches Feuerwerk von Spiel
auf die Ladentheke zu hämmern. Dann brauch man auch nicht unbedingt ein solch
übertriebenes Budget, wie die Jungs von Rockstar es für „Grand Theft Auto V“
rausgehauen haben, um das Spielerherz in den siebten Himmel zu versetzen.
Aus wirtschaftlicher Sicht
könnte man auch eher vernünftigte Mischkalkulationen anstellen. Wenn man schon
mit gewissen „sicheren“ Einnahmen arbeitet, kann man dann doch auch hin und
wieder etwas Verrücktes wagen und etwaige Verluste daraus, mit den „sicheren“
Einnahmen auffangen. So geschieht es seit Jahren im Buchmarkt. Was meint ihr,
warum jeder dummschwätzige, selbsternannte Promi seine reißerischen und
skandalträchtigen Biografien raushauen? Weil die eh vom typischen RTL-Zuschauer
gekauft werden, auf Platz 1 der Bestseller für ein paar Wochen landen und dem
Verlag damit ein gutes Polster beschert haben, um so einem komischen „Fantasy“autor
eine kleine Chance zu bieten.
Ich kann mir durchaus
vorstellen, dass sich dieses wirtschaftliche Prinzip gut bei den
Spieleschmieden machen würde und aus solchen Versuchen heraus entstanden dann
auch grandiose Experimente, wie etwa „Kingdom Hearts“ oder „South Park – Der Stab
der Wahrheit“!
Diese Experimente stellen die Pendants
der Spielegeschichte zu Welterfolgen wie „Harry Potter“ dar. Denn wo Niemand
außer den Entwicklern dran glaubte, vergüteten die „Fans“ diesen Mut mit tollen
Verkaufszahlen.
Am Ende ist vielleicht wohl
doch eher die Optik das Wichtigste. Selbst für die Entwickler und Publisher.
Und so schaut man, dass man die Spiele noch realistischer macht, mit noch
tolleren Schattenwürfen und Physic-Engines, anstatt sich vielleicht doch mal
wieder auf die gute alte Schule zu konzentrieren, wodurch die Story des Spiels
wieder etwas mehr in den Fokus rücken würde. Bevor ich mich jedoch wieder auf
diese Schiene verirre, komme ich langsam lieber zum Schluss.
Und hier muss ich neben der
Erkenntnis, dass am Ende der „Hollywood-Trend“ – wie ich es persönlich nenne,
da es im Filmbereich mit als Erstes begann – wohl uns noch ein Weilchen
begleiten wird, auch zu dem Schluss kommen, dass solch erfolgreiche
Spielereihen zudem viele „Klone“ mit sich bringen.
Denn jeder will ein Stück vom
Kuchen abhaben, wenn etwas Erfolg hat. Nur schade, dass diese „Klone“ in den
seltensten Fällen auch mit frischen Ideen das Genre bedienen und den
Einheitsbreieindruck der ewigen Fortsetzungen noch zusätzlich verstärken.
Am Ende wirkt jeder Hack ‘n‘ Slay
gleich und jede Simulation identisch. Die Frage ist nur: Muss das sein?
Euch wünsche ich nun eine
tolle Fortsetzung eines schönen Tages und cheerio!
Euer King Sirus
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