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Mittwoch, 28. Mai 2014

Let’s Think: Nur Fortsetzungen – Der Hollywood-Trend

Hidiho meine Lieben,

ich bin euer King Sirus und ich hatte ja in einem anderen Post schon einmal angedeutet, dass ich ja noch einen wichtigen Text nachtragen musste. Leider hatte ich Ende April – wegen meiner paar Tagen Abwesenheit während des Monatswechsels – so viel zu tun gehabt, dass mir der „Let’s Think“-Beitrag irgendwie durch die Lappen gerutscht war. Aus diesem Grund hatte ich entschieden, dass es diesen Monat eben zwei solche Thementexte geben wird.

Ich will diesmal ein wenig über einen Trend schreiben, der sich meiner Meinung nach deutlich auf dem Spielemarkt inzwischen abzeichnet und ja auch ziemlich deutlich aus der Überschrift hervorgeht. Es geht darum, dass immer öfter Spiele auf Reihen ausgelegt werden und Fortsetzungen über Fortsetzungen erscheinen, statt auch mal wirklich „neue“ Spiele.

Die Frage rund um das „Warum ist das so?“ ist schnell und leicht beantwortet: Sichere Einnahmen.

Die Spieleschmieden sehen darin sichere Einnahmen, mit denen sie rechnen, kalkulieren und arbeiten können. Quasi ihr überleben gesichert wissen – obwohl auch das immer eher ein hoffen sein sollte. Denn letztendlich verlässt man sich darauf, dass die „Fans“ ja eh alles kaufen, was man zu der Reihe raushaut. Und ganz Unrecht haben die Entwickler damit ja auch nicht.

Natürlich kaufen wir „Fans“ alles Neue rund um eine Spielereihe, weil wir hoffen dass der neue Teil oder das neue Spin-Off oder das was auch immer Neue besser wird als das vorangegangene Spiel. Wie wusste schon ein weiser Serienmann ( / Frauenaufreißer) zu sagen: Neu ist immer besser!

Nun, leider stimmt dies auf dem Spielemarkt nicht immer. Und das Reihen einem auch nicht immer erhoffte Einnahmen einbringt, weiß sicherlich auch der eine oder andere Entwickler zu berichten. Denn selbst große Spielenamen verschwanden schon überraschen vom Markt.

Die Einstellung „Die Fans kaufen eh alles“, kann aber auch zu Problemen führen. Denn wenn Spiele zu wenig Innovation bieten oder zu lange auf der Stelle treten, kann das die Käufer eher verärgern als zu Kauf animieren. Und so manche Firma hat diesen Unmut dann auch zu spüren bekommen, dank der gloreichen Macht des Internets. Sprich: Es gab nen Shitstorm!

Nun ja, aber es verwundert micht nicht, dass wenn immer nur dasselbe gemacht wird und altes wie ein verbrauchter Teebeutel immer nur neu aufgegossen wird, dass Kreativität und Innovation verloren gehen. Immerhin wird beides ja schon von vornherein durch eine solche Einstellung auch gehemmt. Das Problem nur – selbst für große Firmen inzwischen – ist, dass diejenigen die in eben diesen Bereichen etwas wagen erfolgreich sein werden und an Stärke gewinnen, wo die Großen zu fallen beginnen.

Ein gutes Beispiel für einen solchen Trend ist das immense Wachsen des Indie-Segments, zusätzlich durch die neue Idee des Kickstarten beflügelt. Hey, ich bin es auch langsam überdrüssig, dass Square Enix bis heute den einstigen Insolvenzretter „Final Fantasy“ immer weiter breitttritt mit eher seltsamen Spielkonzepten.

Denn so sehr Innovation auch gebraucht und gefordert wird, ist es in festgefahrenen Spielkonzepten namenhafter Reihen schwer etwas wirklich Neues und Frisches reinzubringen. Solche Dinge können wir im Beispiel von „Final Fantasy XIII“ ziemlich in die Hose gehen oder wie im Fall von „Castlevania – Aria of Sorrow“ oder „DmC: Devil May Cry“ eine Belebung mit sich bringen.

Wenn man den Markt, wie es so schön heißt, übersättigt hat man ohnehin nichts davon. Wenn gefühlt jedes Jahr ein neuer Teil zu einem Spiel rauskommt, kann das schon aus Sicht des gesunden Menschenverstanden einfach nicht funktionieren.

Lieber sollte man sich dann genügend Zeit und Ruhe nehmen, um am Ende ein bombastisches Feuerwerk von Spiel auf die Ladentheke zu hämmern. Dann brauch man auch nicht unbedingt ein solch übertriebenes Budget, wie die Jungs von Rockstar es für „Grand Theft Auto V“ rausgehauen haben, um das Spielerherz in den siebten Himmel zu versetzen.

Aus wirtschaftlicher Sicht könnte man auch eher vernünftigte Mischkalkulationen anstellen. Wenn man schon mit gewissen „sicheren“ Einnahmen arbeitet, kann man dann doch auch hin und wieder etwas Verrücktes wagen und etwaige Verluste daraus, mit den „sicheren“ Einnahmen auffangen. So geschieht es seit Jahren im Buchmarkt. Was meint ihr, warum jeder dummschwätzige, selbsternannte Promi seine reißerischen und skandalträchtigen Biografien raushauen? Weil die eh vom typischen RTL-Zuschauer gekauft werden, auf Platz 1 der Bestseller für ein paar Wochen landen und dem Verlag damit ein gutes Polster beschert haben, um so einem komischen „Fantasy“autor eine kleine Chance zu bieten.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich dieses wirtschaftliche Prinzip gut bei den Spieleschmieden machen würde und aus solchen Versuchen heraus entstanden dann auch grandiose Experimente, wie etwa „Kingdom Hearts“ oder „South Park – Der Stab der Wahrheit“!

Diese Experimente stellen die Pendants der Spielegeschichte zu Welterfolgen wie „Harry Potter“ dar. Denn wo Niemand außer den Entwicklern dran glaubte, vergüteten die „Fans“ diesen Mut mit tollen Verkaufszahlen.

Am Ende ist vielleicht wohl doch eher die Optik das Wichtigste. Selbst für die Entwickler und Publisher. Und so schaut man, dass man die Spiele noch realistischer macht, mit noch tolleren Schattenwürfen und Physic-Engines, anstatt sich vielleicht doch mal wieder auf die gute alte Schule zu konzentrieren, wodurch die Story des Spiels wieder etwas mehr in den Fokus rücken würde. Bevor ich mich jedoch wieder auf diese Schiene verirre, komme ich langsam lieber zum Schluss.

Und hier muss ich neben der Erkenntnis, dass am Ende der „Hollywood-Trend“ – wie ich es persönlich nenne, da es im Filmbereich mit als Erstes begann – wohl uns noch ein Weilchen begleiten wird, auch zu dem Schluss kommen, dass solch erfolgreiche Spielereihen zudem viele „Klone“ mit sich bringen.

Denn jeder will ein Stück vom Kuchen abhaben, wenn etwas Erfolg hat. Nur schade, dass diese „Klone“ in den seltensten Fällen auch mit frischen Ideen das Genre bedienen und den Einheitsbreieindruck der ewigen Fortsetzungen noch zusätzlich verstärken.

Am Ende wirkt jeder Hack ‘n‘ Slay gleich und jede Simulation identisch. Die Frage ist nur: Muss das sein?

Euch wünsche ich nun eine tolle Fortsetzung eines schönen Tages und cheerio!

Euer King Sirus

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